Darum gehts
Goalies
Davos. Sandro Aeschlimann (31): Vom Spätzünder zum Meisterhelden? Der HCD-Goalie unterstreicht einmal mehr, dass auf ihn Verlass ist. Bewiesen hat er dies ab und an. Seine Fangzahlen in den letzten Jahren sind stets top, die Werte seit seinem Wechsel nach Davos (2019) bis auf eine Quali (2020/21) immer über 91 Prozent. Doch was der Emmentaler in dieser Saison an Konstanz hinlegt, ist bemerkenswert. Er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. An ihm sind schon die Zürcher im Halbfinal verzweifelt. Er hat vollstes Vertrauen und geniesst vollstes Vertrauen. 9 Punkte
Fribourg. Verrückt, es ist inzwischen schon 17 Jahre her, seit Reto Berra (39) Meister wurde. Das war 2009 … in Davos. Damals gewann er im Zusammenspiel mit Leonardo Genoni den Titel. Vier Spiele bestritt Berra, fuhr dabei drei Siege ein. So nahe wie jetzt war er seither dem Titel nie mehr. Wahrscheinlich ist es die letzte Chance des Zürcher Unterländers, der zu Kloten wechseln wird, noch einmal Meister zu werden. Im Halbfinal gegen Servette wurde er im zweiten Spiel kurz nach Spielmitte ausgewechselt, spielte danach im nächsten Spiel grandios. 8 Punkte
Verteidiger
Davos. Sie macht den Gegnern den Weg zum Kasten nicht leicht. Nicht nur, weil gestandene Nati-Spieler (Fora, Jung, Frick; Dahlbeck, Andersson) mit perfekten Körpermassen am Werk sind – sondern weil sie ihr Handwerk verstehen und die Vorgaben des Trainers umsichtig umsetzen. Die Qualität, die Tempo-Angriffe mit Pässen aus der eigenen Zone zu lancieren, ist vorhanden. Das Zusammenspiel mit der Offensive läuft geschmiert und jenes mit Goalie Aeschlimann hat sich perfekt eingespielt. Nur eine Ungewissheit besteht: Kann Fora im Final mittun? 8 Punkte
Fribourg. Mit Glauser fehlt der Königstransfer der Fribourger verletzt. Doch Gottéron hat den Ausfall des Nati-Verteidigers erstaunlich gut weggesteckt. Verteidiger wie Jecker, Streule oder Seiler sprangen in die Bresche. Und als Abräumer Nemeth für seinen Ausraster gegen Rappi-Stürmer Taibel gesperrt wurde, rückte der Finne Arola nach. Die Fribourger Abwehr mag nicht so wasserdicht wie jene der Davoser sein. Doch dafür sind die Gottéron-Verteidiger um Kapla und Rathgeb offensivstark. Bereits neun Treffer haben sie in diesen Playoffs erzielt. 7 Punkte
Stürmer
Davos. Sieben Ausländer auf hohem Leistungsniveau. Eine dritte und vierte Linie, die nicht nur dafür da ist, den Star-Formationen Pausen zu verschaffen, sondern die Energie des Spiels hochhält und auch Tore liefert. Namhafte Verletzte (Corvi, Nussbaumer, Gredig), deren Ausfälle durch fähige Youngsters kompensiert werden. Die Davoser Offensive vereint alle Zutaten, die das Team zu einer verschworenen Einheit mit viel Talent und Willen werden liessen. Die Personifizierung davon: Captain Stransky. Obwohl er Davos verlässt, geht der Tscheche als grossartiger Leader voran. 9 Punkte
Fribourg. Im Halbfinal machte die BBB-Linie mit Biasca, Borgström und dem völlig entfesselten Nati-Stürmer Bertschy (6 Treffer in 5 Spielen) mit ihren Toren den Unterschied. Und im letzten Spiel fand auch das Schweden-Duo Wallmark/Sörensen den Tritt. Findet Sörensen, der drei Monate verletzt out war, zur Normalform, wäre das ein grosses Plus für Fribourg. Sehr zufrieden kann Trainer Rönnberg mit den Auftritten von Spielern wie Gerber und Reber sein, die man im Vorfeld nicht als Offensiv-Faktoren auf dem Zettel hatte. 8 Punkte
Trainer
Davos. Josh Holden (48) kam als Headcoach-Rookie nach Davos und wurde nicht nur warm empfangen. Der Kanada-Schweizer hat eine Reise mit Höhen und Tiefen hinter sich. Doch Holden ist ein ausgefuchster Planer, der für alle Fragen und Probleme mögliche Antworten sucht – und viele gefunden hat. Diese Souveränität vermittelt er dem Team. Der zweifache Meister-Assistent (2021, 2022 mit Zug) ist als Trainer in seine und an seinen Aufgaben gewachsen – und mit ihm das Team. Er hat den HCD geformt und auf Meisterkurs gebracht. 9 Punkte
Fribourg. Roger Rönnberg (54) kam an die Saane, um etwas zu schaffen, was dort noch keiner erreicht hat. Er soll den Fribourgern das Siegen beibringen. Schliesslich gewann er mit Frölunda viermal die Champions League und zweimal die schwedische Meisterschaft. Während seine äusserst fordernden Trainings unter der Saison nicht bei allen Spielern auf Gegenliebe stiessen, haben alle seine Massnahmen in den Playoffs funktioniert. Die grosse Ausnahme: das Powerplay. Gottéron konnte nur zwei von 48 Überzahl-Gelegenheiten oder 4,17 Prozent nutzen. Immerhin ist das Penalty Killing (86,96 Prozent) erstklassig. 9 Punkte
Abrechnung
35 von 40 möglichen Punkten gehen an den Rekordmeister und Quali-Dominator Davos. Fribourg muss sich mit 32 Zählern begnügen. Die Blick-Prognose: Davos gewinnt den Final 4:1 und sichert sich Meistertitel Nummer 32.

