Wiederholungstäter Charlin
Mit den Schiedsrichtern sollte man es sich besser nicht verscherzen. Und wer Schwalben macht, braucht sich auch nicht zu wundern, wenn man bei ihm besonders genau hinschaut. Das weiss nun auch Stéphane Charlin (25), der Keeper von Servette. Letzte Woche wurde ihm eine Busse von 2000 Franken für seine theatralische Pirouette nach einem Foul von Lausannes Floran Douay aufgebrummt.
Jetzt wird er wieder der Schauspielerei überführt. Beim Stand von 1:3 erwischt ihn Jan Dorthe am Schlittschuh, wofür der Fribourg-Stürmer erstaunlicherweise keine Strafe bekommt.
Dafür erhält der Nati-Goalie eine Strafe. Und die hat er sich auch verdient, weil er sich nach dem Kontakt plump zu Boden wirft. Schiedsrichter Daniel Stricker zeigt sofort an, dass es eine Schwalbe gewesen sei, und verhängt einen Ausschluss wegen «Diving/Embellishment». Servette übersteht die Strafe zwar, kassiert aber zwei Sekunden später das vierte Tor durch Samuel Walser. Am Schluss ist dies der Treffer, der den Unterschied macht. In der Pause wird Charlin dann ausgewechselt.
Mayer noch ohne Gegentor
Robert Mayer wird zum zweiten Mal in diesen Playoffs eingewechselt. Im Spiel 6 des Viertelfinals in Lausanne, als man 0:3 zurücklag und die Saison für die Genfer schon fast zu Ende war, wendete sich mit Mayer das Blatt und Servette gewann noch 4:3. Auch beim zweiten Mal lässt sich der Meister-Goalie von 2023 nicht bezwingen. Doch das Team von Ville Peltonen macht aus dem 1:4 nur noch ein 3:4, wobei einige Male wenig zum Ausgleich fehlt. In 47 Einsatzminuten musste Mayer in den beiden Spielen nur 13 Schüsse auf sein Tor parieren. Ist der 36-Jährige, der vor drei Jahren in den Playoffs zum Höhenflug ansetzte, der dann erst an der WM im Viertelfinal gegen Deutschland jäh endete, eine Option für einen Starteinsatz im fünften Spiel vom Sonntag? Vielleicht ist es ein Versuch wert. Doch es wäre eine Überraschung, wenn Ville Peltonen Charlin das Vertrauen entziehen würde. Auch wenn Charlin in diesen Playoffs nur eine sehr bescheidene Abwehrquote von 89,93 Prozent (88,89 % gegen Fribourg) aufweist und der finnische Coach keine Rücksicht nehmen muss, weil er nächste Saison nicht mehr in Genf an der Bande stehen wird.
Bertschy trumpft gegen Servette auf
Nati-Stürmer Christoph Bertschy ist zum richtigen Zeitpunkt in Topform. Und gegen Servette rollt es für ihn in dieser Saison sensationell gut. Schon in der Quali buchte er in vier Spielen sieben Punkte. Gleich sieht die Bilanz nun in den Playoffs aus, wobei der Freiburger mit seinem grandiosen Doppelpack vom Freitag fünf Tore in der Serie gegen Servette geschossen hat.
Fribourgs blasse Bilanz im Spiel fünf
Gottéron hat drei Match-Pucks, der erstmalige Einzug in den Final seit 13 Jahren ist zum Greifen nah. Schaut man in die Vergangenheit, stellt man aber fest, dass die Freiburger eine bescheidene Bilanz in fünften Spielen haben. Während man nun zum vierten Mal in Folge den vierten Akt gewonnen hat, ging man im fünften Spiel einer Playoff-Serie zuletzt viermal de suite als Verlierer vom Eis: Im Viertelfinal gegen die SCRJ Lakers (1:2), letztes Jahr im Halbfinal in Lausanne (1:2) und im Viertelfinal gegen Bern (2:3) und 2024 im Halbfinal in Lausanne (2:4). Und wie sieht die gesamte Game-5-Bilanz der Saanestädter aus? 7 Siege, 19 Niederlagen.
Letztes Jahr verspielte Fribourg den Final
Bereits vor einem Jahr führte Fribourg in der Halbfinal-Serie 3:1. Doch dann stutzte Lausanne den von Verletzungen geplagten Drachen die Flügel und gewann die verbleibenden drei Spiele. Gottéron schoss dabei nur noch drei Tore.


