Attilio Biasca ist einer jener Spieler, die Fribourg vom grossen Wurf träumen lässt. Seit der 23-Jährige von einer Verletzung, die er sich im ersten Viertelfinalspiel gegen die SCRJ Lakers zugezogen hatte, zurückkehrte, läuft es Gottéron auf eigenem Eis. Sowohl im entscheidenden Spiel 7 gegen Rappi als auch bei den beiden Siegen gegen Servette im Halbfinal war er der Dosenöffner. Dreimal schoss er das erste Tor seines Teams und sorgte dafür, dass sich die Spannung löste und die Fans ihren Emotionen freien Lauf lassen konnten.
Mit seiner Energie und Unbekümmertheit, seinem Speed, seinem Forechecking und seinem Zug aufs Tor hat der im Engadin geborene Stürmer, dessen Vater Nicola einst bei Ambri spielte und später im medizinischen Staff der Tessiner tätig war, Fribourg beflügelt. Zusammen mit dem finnischen Topskorer Henrik Borgström und Nati-Stürmer Christoph Bertschy, der seit Biascas Rückkehr viel besser zur Geltung kommt, bildet er die BBB-Linie, die am Mittwoch beide Tore erzielte.
Auf der Tribüne fiebert seine Freundin Eline Hurschler «mega fest» mit, wie sie in einem Pausen-Interview bei Mysports (siehe Video oben) erzählte. «Es ist eine sehr intensive Zeit, aber auch eine aufregende, spannende Zeit. Da ist es auch cool, ihn zu unterstützen», sagt sie mit einem Baseball-Cap mit Biascas Nummer 17 auf dem Kopf.
«Er hat extrem viel Freude»
Seine Freundin beschreibt Biasca als sehr fokussiert und konzentriert. «Er kann aber gleichzeitig auch gut den Wechsel vom Hockey zum privaten Leben machen.» Wie nimmt sie ihren Freund während den Playoffs wahr? «Unglaublich positiv. Er hat extrem Freude, zu spielen. Er freut sich immer auf diese Zeit und sagt: ‹Das ist die schönste Zeit des Jahres.›» Um so schwieriger war es für Biasca, als er während fünf Spielen des nervenaufreibenden Viertelfinals nur Zuschauer war.
Erstmals auf sich aufmerksam machte der ehemalige U20-Nati-Captain in der National League vor zweieinhalb Jahren, als er von seinen zwei Saisons in der kanadischen Juniorenliga QMJHL bei den Halifax Mooseheads zum EV Zug zurückkehrte. Gleich bei seinem NL-Debüt in Ambri traf er und kam als 20-Jähriger auf beachtliche zehn Saisontore, was ihm auch seine ersten Nati-Einsätze einbrachte. In seiner zweiten Saison beim EVZ stagnierte er nicht nur in Sachen Produktion (5 Tore). Dennoch sorgte sein Entscheid, auf diese Spielzeit hin zu Fribourg zu wechseln, in der Zentralschweiz für Entsetzen.
Der Wechsel zum schwedischen Trainer Roger Rönnberg scheint ihm gutgetan zu haben. Bereits in der Quali schoss er 15 Tore und 27 Punkte. Bleibt er fit, dürfte er auch Chancen auf ein WM-Aufgebot haben. Letztes Jahr musste er in der WM-Vorbereitung wegen einer Verletzung Forfait geben.