«Grannijärvi» mit Fehlstart
In der Westschweiz wird das finnische Zauber-Trio «Grannijärvi» genannt. Im Viertelfinal gegen Lausanne machte der Genfer Paradesturm mit NL-Topskorer Markus Granlund, Sakari Manninen und Jesse Puljujärvi am Ende den Unterschied aus. Im sechsten Spiel hatte er bei der Wende vom 0:3 zum 4:0 nach Verlängerung bei allen vier Toren seine Stöcke im Spiel. Und beim 5:1 im Game 7 gingen drei Treffer aufs Konto der Finnen-Combo. Dabei hatte das Trio, das die Plätze 1, 3 und 6 der Quali-Skorerliste belegt hatte, gegen die Waadtländer lange mit Problemen zu kämpfen gehabt. So waren Manninen und Granlund in den ersten vier Spielen ohne Skorerpunkt geblieben. Beim Halbfinal-Start in Fribourg schoss Puljujärvi die Gäste in Führung. Doch danach standen der Mann, den die Edmonton Oilers 2016 als Nummer 4 im NHL-Draft gewählt hatten, und seine beiden Kollegen bei allen Gegentreffern auf dem Eis. Und Manninen vergab gleich zwei Topchancen. Mit guten xG-Werten, zu erwartenden Toren, lässt sich nichts kaufen.
Peltonen forcierte Finnen
Servette-Coach Ville Peltonen forcierte seine Landsleute so stark wie noch nie in diesen Playoffs – obwohl beide Teams nur je zwei Strafminuten zu verbüssen hatten. Jesse Puljujärvi stand 22:36, Sakari Manninen 22:33 und Markus Granlund 21:26 Minuten auf dem Eis. Zum Vergleich: Bei Fribourg knackte kein Spieler die 20-Minuten-Marke. Peltonens Vertrauen in die drei anderen Linien scheint sich in Grenzen zu halten. Kann das auf Dauer gut gehen?
BBB-Linie macht den Unterschied
Am 28. November 2025 kreierte Fribourg-Coach Roger Rönnberg die BBB-Linie. Erstmals liess er den Finnen Henrik Borgström als Center zwischen Christoph Bertschy und Attilio Biasca laufen. Und obwohl das Trio damals bei der Premiere in Biel (3:2) kein Tor schoss, blieben die drei fortan zusammen. Erst als Biasca im Viertelfinal gegen die SCRJ Lakers die Spiele 2 bis 6 verletzt verpasste, ersetzte ihn Jan Dorthe. Doch seit Mittwoch ist der ehemalige EVZ-Stürmer wieder fit und buchte in beiden Spielen seit seinem Comeback das erste Fribourger Tor. Die BBB-Linie machte mit zwei Toren denn auch zum Halbfinal-Auftakt den Unterschied. Beide Treffer erzielte sie gegen den Paradesturm von Servette. Beim Gegentor stand hingegen die Reihe mit den Schweden Lucas Wallmark und Jacob De la Rose sowie Dorthe gegen Torschütze Jesse Puljujärvi & Co. auf dem Eis. Biascas Rückkehr scheint vor allem Bertschy zu beflügeln. Nachdem er sich über weite Strecken der Lakers-Serie in Gefechten und Provokationen aufgerieben hatte, legt er jetzt seine spielerischen Qualitäten und seinen Speed in die Waagschale. Grosses Kino, wie cool er Stéphane Charlin beim 2:1 vernascht hat.
Berra auf dem Posten
Auch wenn Fribourg mehr vom Spiel hat und ein Verhältnis von 34:22 Schüssen aufs Tor produziert, brauchen die Saanestädter den Rückhalt von Reto Berra. Der 39-Jährige strahlt viel Ruhe aus und ist auf dem Posten. Er ist auch ein ganz anderer Goalie-Typ als Kevin Pasche, mit dem es die Genfer in den letzten Wochen zu tun hatten. Der Nati-Goalie, der nach dieser Saison zu Kloten wechseln wird, ist 1,94 Meter gross, während der Lausanne-Keeper nur 1,78 misst. Ebenfalls gross ist allerdings die Umstellung für Fribourg: Servette-Torhüter Stéphane Charlin ist 1,91 Meter gross, Rappis Hexer Melvin Nyffeler 1,78.
Powerplay bald eine Stunde nutzlos
Fribourg hatte zunächst zweimal die Chance, in Überzahl zu spielen. Doch die Powerplay-Flaute hält an. 58 Minuten und 11 Sekunden mit (mindestens) einem Mann mehr hat Gottéron nun schon in den Playoffs verbraten, ohne ein Tor zu schiessen. Das ist noch zu verschmerzen, weil es den Fribourgern ebenfalls gelang, zwei Strafen zu überstehen. Gegen Lausanne hatte Servette noch eine Erfolgsquote von 32 Prozent gehabt und acht Powerplay-Tore erzielt. Das Überzahlspiel der Gäste war allerdings weit bedrohlicher.

