Der HCD ist charakterlich reifer
Wenn eine Mannschaft das Werkzeug dafür hat, die Zürcher Playoff-Maschine zu zerlegen, ist es dieser HCD. Die dominanten Davoser flogen zum Quali-Sieg, nachdem sie Ende Jahr schon den Spengler-Cup-Triumph eingetütet hatten. Die Truppe ist fähig, Widerständen zu trotzen, im Wissen, dass sie schon so manche irre Wenden hingelegt hat, wie beispielsweise in Spiel eins der Viertelfinal-Serie gegen Zug.
Den HCD auf seiner «Mission 32» nervös zu machen, wird die Knacknuss für den ZSC. Die Bündner sind charakterlich reifer als noch vor einem Jahr im hitzigen Halbfinal, den die Zürcher 4:2 gewannen. Wie aber reagieren die Lions auf hartnäckige Gegenwehr und steigenden Druck? Nach ihrem Durchmarsch gegen Lugano brauchen sie da etwas Anpassungszeit, was die Serie verlängert.
Doch der HCD hat in dieser Saison von 29 Heimspielen nur drei verloren, verfügt über eine hervorragende Balance zwischen defensiver Verantwortung und offensiver Angriffslust, über sieben starke Ausländer, die trotz Rotationsprinzip mit den Kufen scharren und mehrere Leader, die sich in der Verantwortung für Siege abwechseln. Ihr grösster Gegner: ZSC-Goalie Simon Hrubec, der im Viertelfinal nur fünf Gegentore zugelassen hat.
Nicole Vandenbrouck tippt: Davos – ZSC Lions 4:3
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Genfs Kreativ-Finnen machen den Unterschied
Wer die Viertelfinals vergleicht, die Fribourg und Servette hinter sich haben, kann nur zu einem Schluss kommen: Gottéron hat im Halbfinal keine Chance. Die Serie der Saanestädter gegen die SCRJ Lakers konnte punkto Qualität und Intensität nicht mit jener am Genfersee mithalten, bei der sich Servette und Lausanne einen tollen, atemlosen Abnützungskampf erster Güteklasse lieferten.
Doch am Samstag beginnt eine neue, ganz andere Serie. Die Schlacht gegen den Erzrivalen wird nicht spurlos an den Genfern vorbeigegangen sein. Beim Rönnberg-Team könnte sich nach Jeckers Overtime-Tor im Game 7 etwas gelöst haben. Befreit vom Druck wird Fribourg nicht noch einmal eine ganze Serie ohne ein Powerplay-Tor bleiben, zumal das Boxplay der Genfer gegen Lausanne (36,36 Prozent Erfolgsquote!) keinen sattelfesten Eindruck hinterlassen hat.
Gelingt es Fribourg, die finnischen Kreativ-Leader Manninen und Granlund in Schach zu halten, was Lausanne vier Spiele lang schaffte, kann die Serie richtig eng werden.
Stephan Roth tippt: Fribourg – Servette 3:4




