Darum gehts
- Servette besiegt Lausanne in sieben intensiven Playoff-Spielen auf Schweizer Eis
- Lausanne verliert Schlüsselspieler Oksanen und Baragano, Servettes Ignatavicius gesperrt
- Powerplay: Lausanne 36,36 Prozent, Servette 32 Prozent, Davos 37,50 Prozent Erfolgsquote
Auge um Auge, Zahn um Zahn
Schade, ist der Spass vorbei. Das Schlussbouquet der Serie lebt von der Spannung – eine Floskel, die man nur ungern bemüht. Verständlich ist das, weil sich die Rivalen zuvor während mindestens fünf Spielen einen Schwergewichtsfight geliefert haben. Dabei gilt: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Servette gegen Lausanne – eine der intensivsten und phasenweise härtesten Serien, die man bisher auf Schweizer Eis gesehen hat. Einfach nur klasse. Der Infight über sieben Runden geht aber an die Substanz. Lausanne verliert bereits im ersten Spiel den robusten Finnen Ahti Oksanen und im späteren Verlauf den Verteidiger Inaki Baragano, Servette muss im sechsten Spiel auf den 18-jährigen Simas Ignatavicius verzichten, der wegen eines Slew-Footings gegen Lausanne-Verteidiger Fabian Heldner für (nur) ein Spiel gesperrt wird. Blaue Flecken? À discrétion. Auf beiden Seiten.
Niederlage gegen Genf – äusserst schmerzhaft für Lausanne
Servette ist der Stachel in Lausannes Fleisch. Die Waadtländer wollen, was Genf hat. Da wäre mal der Meistertitel von 2023 und der Erfolg in der Champions League 2024. Und jetzt das. Die Niederlage in der ersten Playoff-Serie der Rivalen ist nach zwei verlorenen Finalserien gegen die ZSC Lions der Tiefpunkt für das ambitionierte Programm der Waadtländer. Gerät jetzt auch Trainer Geoff Ward unter Druck?
Finnen brüllen ganz laut
Zu Beginn der Serie bleibt das in der Regular Season so produktive Finnen-Trio mit Topskorer Markus Granlund, Sakari Manninen und Jesse Puljujärvi still. Puljujärvi trifft zwar im ersten Spiel und beim 4:2 in Lausanne jeweils solo – aber als dominierende Einheit treten der Bully-König Manninen (94 von 144 Anspielen gewonnen – mehr als 65 Prozent), Granlund und der fulminante Puljujärvi erst in der wegweisenden Phase der Serie auf. Dann, wann es zählt. In Spiel 6 (vom 0:3 zum 4:3) haben Granlund & Co. bei allen Toren den Stock im Spiel, das Entscheidungsspiel bestimmt Granlund mit zwei Toren.
Goalies – Pasche hat statistisch die Nase vorn
Stéphane Charlin steht im Halbfinal – wen interessiert da, mit welchen Zahlen? Kurzum: die Statistiker und die Statistik-Aficionados. Die Nummern: Charlin hält in sieben Spielen 90,48 Prozent aller Schüsse, Gegentorschnitt: 2,77. Lausannes Kevin Pasche steht besser da: 91,98 Prozent gehaltene Schüsse und 2,53 Gegentore im Schnitt.
Powerplays – gewaltige Zahlen
Lausanne nutzte 22 Überzahl-Möglichkeiten zu acht Treffern – das sind überragende 36,36 Prozent. Servette? 25 Möglichkeiten, acht Tore – das sind 32 Prozent. Auch sehr gut. Spitzenreiter der Playoffs? Der HC Davos mit sechs Toren aus 16 Überzahlspielen – 37,50 Prozent.
Hohe Intensität – und die Strafen?
Trotz der harten Gangart: Mit insgesamt 129 Strafminuten für Servette und 102 Minuten für Lausanne hält sich der Schaden insgesamt in Grenzen. Die meistbestraften Spieler sind die Genfer Noah Rod (37), Jan Rutta (30), Lausannes Drake Caggiula (29) und Haudegen Aurélien Marti (Lausanne, 15).
Kleiner Makel zum Schluss
Vor dem ersten Treffer in Spiel 7 (5:1) steht Servettes Manninen hauchdünn offside. Weder die Schiedsrichter noch Lausannes Video-Späher entdecken den Fehler – erst Schiri-Experte Kehrli im Mysports-Studio klärt auf. Ein Fehler im System? Von Auge war das Offside in Echtzeit kaum zu erkennen, aber grundsätzlich greift das Challenge-System der Liga. Wenn man genau hinschaut.


