Lakers-Maier analysiert das Fribourger Phantomtor
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«Brauchen richtige Kameras»:Lakers-Maier analysiert das Fribourger Phantomtor

Phantom-Tor in Fribourg
Rappi-Spieler finden Loch im Netz, Schiris zeigen Grösse

Was der Serie Fribourg gegen die SCRJ Lakers an Klasse und Intensität fehlte, machten Dramatik, Emotionen und Unberechenbarkeit wett. Und das Spiel 7 wird man nicht so schnell vergessen.
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Fribourgs Matchwinner Benoît Jecker (l.) lässt sich von Nathan Marchon feiern.
Foto: Claudio de Capitani/freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Fribourg siegt in Game 7 gegen Rapperswil in der Overtime.
  • Schiedsrichter annullieren Tor nach zweitem Videobeweis wegen Loch im Netz.
  • Lakers scheitern im Viertelfinal trotz starkem Comeback und 38 Punkten im Herbst.
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Dramatik

Im letzten Spiel treiben es Fribourg, Rappi und die Schiedsrichter auf die Spitze. Da wird das volle Programm geboten. Dabei hatte die Serie, die in Sachen Qualität und Intensität nicht mit den anderen Viertelfinals mithalten konnte, schon vorher jede Menge Emotionen geboten. Vom Playoff-Strafenrekord (218 Minuten) im ersten Akt, den ein provokativer Jubel von Igor Jelovac ausgelöst hatte, über Christoph Bertschys Faustschlag gegen Lakers-Goalie Melvin Nyffeler und Jacob Larssons Schiri-Schubser im fünften oder Patrik Nemeths Ausraster im sechsten Spiel bis zum Schlusspunkt in der 77. Minute von Benoît Jecker im Game 7, dem eine irre Wende von Rappi (vom 0:2 zum 3:2) vorangegangen war.

Nach Larsson-Bock: Jecker schiesst Fribourg in den Halbfinal
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Fribourg – Lakers 4:3 n.V.Jecker schiesst Gottéron weiter – die Highlights im Video

Szene der Playoffs

Absolut verrückt ist aber vor allem die Szene im dritten Drittel des Entscheidungsspiels, als Fribourgs US-Stürmer Kyle Rau das vermeintliche 3:3 von der Grundlinie aus erzielt. Die Schiedsrichter schauen sich die Szene lange auf dem Video an – und geben den Treffer. Doch Goalie Melvin Nyffeler und Verteidiger Fabian Maier machen sich auf die Suche nach einem Loch im Netz. Sie werden fündig, was sie den Unparteiischen auch zeigen. Darauf klettern Michaël Tscherrig und Loïc Ruprecht noch einmal ins Video-Kabäuschen. Und siehe da: Jetzt gelingt es ihnen, die Flugbahn des Pucks zu erkennen. Und sie annullieren den Treffer in zweiter Instanz. Es zeugt von Grösse, dass sie auf der Suche nach der Wahrheit ein zweites Mal den Video-Beweis zur Hand nehmen. Denn ganz so, wie Maier im Mysports-Interview sagt, war es schon nicht. «Ich glaube, jeder hat gesehen, dass der hinter der Linie war», fand der Ostschweizer und forderte bessere Kameras.

Lakers finden Loch im Netz, Refs annullieren Fribourg-Tor
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Dubiose Szene im Video:Lakers finden Loch im Netz, Refs annullieren Fribourg-Tor

Kopfschütteln

Roger Rönnberg spürt im Mitteldrittel schnell, dass es so nicht weitergehen kann. Er nimmt beim Stand von 2:0 sein Timeout. 17 Sekunden nach Wiederbeginn schüttelt er ungläubig den Kopf. Alles hat nichts gebracht. Den Lakers ist sofort der Anschlusstreffer gelungen. Und danach drehen die Lakers das Spiel (vorübergehend) komplett. Ein schlechter Scherz am 1. April aus Fribourg-Sicht.

Hut ab, Lakers!

Für den dritten Halbfinal-Einzug nach 2006 und 2021 reicht es Rapperswil-Jona nicht. Stürmer Yannick-Lennart Albrecht spricht danach davon, wie bitter dies gewesen sei. Die Enttäuschung ist verständlich. Doch die St. Galler können auf eine grossartige Saison zurückblicken. Im Herbst legten sie einen historisch starken Start mit 38 Punkten aus den ersten 16 Spielen hin. Besser waren nur der HCD, in dieser Saison (44) und 2014/15 (39). Später fängt sich Rappi nach einem Absturz wieder und verteidigt Platz 7. Und mit dem Sieg gegen den SCB in den Play-Ins und den Auftritten in der emotionalen Serie gegen Fribourg zeigte der SCRJ auch im Frühling, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Nicht zuletzt im letzten Spiel, als nach Tanner Fritz und Tyler Moy auch noch Jonas Taibel fehlt und man viel Moral und Charakter beweist, als man den 0:2-Rückstand in eine 3:2-Führung verwandelt. Hut ab, was Trainer Johan Lundskog und sein Team geleistet haben!

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Powerplay-Tore mit Verspätung

Im letzten Spiel funktioniert das Überzahl-Spiel der Lakers plötzlich doch noch. Die Schweden Malte Strömwall und Lawrence Pilut sorgen für die Powerplay-Tore zwei und drei der Serie. Fribourg hingegen bleibt auch nach insgesamt über 54 Minuten in Überzahl in diesem Viertelfinal ohne Tor. Der Powerplay-Segen kommt für Rappi aber zu spät. Im sechsten Akt am Montag (1:3) hatte das Lundskog-Team 18 Minuten Gelegenheit gehabt, mit einem (beziehungsweise zwei) Mann mehr die Serie zu entscheiden.

Kräfteverschleiss

Am Ende fehlt den Lakers im elften Spiel in 20 Tagen wohl auch die Kraft, als Fribourg auf den Ausgleich drückt und auch in der Verlängerung mehr Reserven hat. Im dritten Drittel und in der Overtime bringt Rappi nur noch sieben Schüsse auf das Tor von Reto Berra, während 28 Schüsse auf Melvin Nyffelers Kasten kommen. Vielleicht ist es auch kein Zufall, dass ein Fehler von Jacob Larsson in der Overtime die Serie entscheidet. Mit 161 Minuten Eiszeit stand er von allen Spielern in den Viertelfinals am meisten auf dem Eis. Und schon in den Play-Ins war er 91 Minuten im Einsatz gewesen.

Noch nicht fertig

Es hätte das letzte Spiel von Julien Sprunger sein können. Doch der Fribourg-Captain stemmt sich dagegen. Als sein Team im letzten Drittel vehement auf den Ausgleich drückt, geht er voran und ist so präsent wie nie zuvor in dieser Serie. Trainer Roger Rönnberg forciert ihn auch. Er spürt, dass der 40-Jährige noch nicht genug hat. Und als BenoÎt Jecker in der Overtime die Drachen in den Halbfinal schiesst, ist es Sprunger, der vor Melvin Nyffeler aufspringt und dem Goalie die Sicht nimmt.

«Wir hatten wieder sämtliche Emotionen in diesem Spiel»
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Sprunger nach Halbfinal-Einzug:«Wir hatten wieder sämtliche Emotionen in diesem Spiel»

Gefeierter Held

Nach seinem entscheidenden Tor konnte Verteidiger Benoît Jecker sein Glück immer noch nicht fassen. «Es ist schwierig, über diesen Moment zu sprechen, weil es ein Mannschaftssport ist. Man gewinnt und verliert zusammen», sagte er und fügte lachend an: «Aber ja, ich denke, ich werde mein Handy anschauen und mehr Nachrichten haben als an meinem Geburtstag.» Diese Saison hatte er davor erst einmal getroffen.

Halbfinal-Gegner

Für Gottéron geht es am Samstag mit einem Heimspiel im Halbfinal weiter. Dort trifft das Rönnberg-Team auf Servette oder die ZSC Lions, wenn sich Lausanne im letzten Viertelfinal durchsetzt. Gegen den Meister aus Zürich gewannen die Saanestädter alle vier Duelle in der Quali (3:2 n.P., 2:1 n.V., 4:2, 4:3 n.P.), während die Serie gegen Genf (2:3, 6:2, 2:5, 5:3) ausgeglichen war.

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