Darum gehts
- Jannik Fischer beendet mit 35 Jahren nach der Saison seine Hockeykarriere
- War seine letzte Aktion eine Schlägerei gegen Miles Müller?
- Fischers Ajoie verlor die Playout-Serie gegen Ambri mit 0:4
Jannik Fischer (35) hat ein grosses Herz. Als es vor drei Jahren darum ging, in der Schweiz ausrangiertes Hockeymaterial nach Südafrika zu transportieren, bot die von seinem Bruder Simon (37) und ihm betriebene Containerfirma ihre Dienste gratis an. Doch auf dem Eis ist mit Jannik Fischer nicht gut Kirschen essen. War es nie. Der Defensivverteidiger hat sich über fast zwei Jahrzehnte den Ruf eines Haudegens erarbeitet, der keinem Zweikampf und keiner Auseinandersetzung aus dem Weg geht.
In der Saison 2008/09 debütierte der Mann aus Boswil AG bei seinem Stammklub Zug in der NLA, die weiteren Stationen waren Lausanne, Ambri und zuletzt während drei Jahren Ajoie. Vor elf Jahren kam er unter Glen Hanlon auch zu drei Länderspielen. Doch nun ist Schluss – im Februar hat Fischer verkündet, dass er Ende Saison einen Schlussstrich unter seine Karriere zieht. Es hat sich ausgerumpelt.
Der giftige Müller ging Fischer auf die Nerven
In Erinnerung bleiben könnte er trotzdem auf eine aussergewöhnliche Weise. Als Spieler, dessen letzte Aktion auf dem Eis eine kernige Schlägerei war. Diese bot Fischer am Dienstagabend gegen den giftigen Ambri-Stürmer Miles Müller (21). Die zwei zogen die Handschuhe aus und kloppten sich mächtig. Beide erhielten anschliessend von den Schiris den Marschbefehl.
Die Playout-Serie gegen Ambri hat Fischers Ajoie mit diesem Spiel (0:3-Pleite) klar mit 0:4 verloren. Aufs Eis zurückkehren wird der Haudegen nur dann noch mal, wenn La Chaux-de-Fonds den Swiss-League-Final gegen Sierre gewinnt und die Ligaqualifikation stattfindet. Aktuell steht es 1:1. Wird das nicht aufstiegsberechtigte, aber als Quali-Sieger zu favorisierende Sierre Meister, fällt diese aus. Und dann hätte sich Jannik Fischer am Dienstagabend mit fliegenden Fäusten in die Hockeyrente begeben.

