Hätte die Führung von Genf nicht zählen dürfen?
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Harte Gangart mit Heldner:Hätte die Führung von Genf nicht zählen dürfen?

Gesperrter Simas Ignatavicius
Servette-Teenager zieht die NHL-Scouts in Scharen an

Der 18-jährige Simas Ignatavicius ist der erste Spieler, der in diesen Playoffs von der Ligajustiz aus dem Verkehr gezogen worden ist. Ansonsten liegt ihm derzeit die Hockey-Welt zu Füssen.
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Simas Ignatavicius zieht die Blicke auf sich.
Foto: Pius Koller
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Marcel AllemannReporter Eishockey

Sein erstes Playoff-Tor am Sonntag ist ihn teuer zu stehen gekommen. Denn zuvor hatte Servettes Jungstar Simas Ignatavicius (18) Lausanne-Gegenspieler Fabian Heldner mit einem Slew-Footing (gezielter Tritt) ausgehebelt. Sein Treffer zur 2:1-Führung bei der 2:3-Niederlage der Genfer hätte nicht zählen dürfen. Das Vergehen wurde von den Schiris übersehen, nicht aber von der Ligajustiz, die ihn für Halbfinalspiel sechs gesperrt und ein Verfahren eröffnet hat.

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Doch wer ist dieser Teenager mit dem Zungenbrecher-Namen? Ignatavicius gehört zu den grössten Talenten, die es derzeit auf Schweizer Eis zu sehen gibt. Geboren in Memphis (USA), aufgewachsen in Litauen, kam der Doppelbürger mit zwölf nach Genf, um sich seinen Hockeyprofi-Bubentraum zu erfüllen. «Der Anfang war schwierig», erzählte er im Herbst bei «20 Minutes». Zunächst wohnte der Stürmer bei einer Gastfamilie, vor zwei Jahren sind ihm seine Eltern gefolgt. «Jetzt leben wir wieder zusammen und alle sind glücklich.»

90 NHL-Scouts pilgern nach Weinfelden

Die Sperre ist ein kleiner Rückschritt in seiner Karriere, die in den letzten Monaten Fahrt aufgenommen hat. Seit dieser Saison besitzt er die Schweizer Lizenz und im ersten NL-Jahr mit Genf erzielte der Stürmer sogleich acht Tore. Inzwischen wird er als NHL-Draft für eine der ersten beiden Runden gehandelt. Um sich auch in einer Schlüsselrolle zeigen zu können, wird er während der Olympia-Pause an Thurgau in die Swiss League ausgeliehen.

Dort produziert er in acht Spielen sieben Tore. «Er war für uns wie ein dritter Ausländer», sagt Thurgaus CEO Christian Bannwart. 90 NHL-Scouts finden sich wegen Ignatavicius in der Eishalle Güttingersreuti ein, und bringen die Verantwortlichen derart an den Anschlag, dass viele auf Stehplätzen untergebracht werden müssen. Genauso bodenständig bleibt den Thurgauern Ignatavicius in Erinnerung. «Als er ging, hat er sich bedankt und betont, was für ein tolles Erlebnis es für ihn war», erzählt Bannwart.

Der dritte Litauer in der NHL?

Ob man den Teenager nochmals auf Schweizer Eis sehen wird, ist ungewiss. Servettes Saison könnte während seiner Sperre zu Ende gehen, und wie es mit ihm weitergeht, wird jenes Team entscheiden, das ihn im Juni draftet. Ignatavicius wäre erst der dritte Litauer nach Darius Kasparatis und Dainius Zubrus, der es in die NHL schafft.

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