Halbfinal gegen Angstgegner
Fribourg will endlich den Servette-Fluch brechen

In der Vergangenheit fand Gottéron kein Rezept gegen Servette. Wie kommt Fribourg diesmal mit der Genfer Härte zurecht?
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Alle vier Playoff-Duelle gingen bisher an die Genfer: Im Bild: Joël Vermin trifft 2021, Fribourg-Verteidiger Philippe Furrer und Goalie Reto Berra sind geschlagen.
Foto: Urs Lindt/freshfocus

Servette bisher zu hart

Zum fünften Mal treffen Fribourg und Servette in den Playoffs aufeinander. Das Resultat war bisher jedes Mal das gleiche: Die Genfer setzten sich stets durch. Sowohl im Halbfinal 2008 (4:1), als auch in den Viertelfinals 2010 (4:3), 2016 (4:1) und 2021 (4:1). Als der streitlustige Stürmer Chris Rivera 2015 von Servette an die Saane wechselte, verriet er den «Freiburger Nachrichten» das Rezept der Genfer: «McSorley gab uns gegen Gottéron immer die Order zuzuschlagen. Wir wussten, dass Freiburg das physische Spiel nicht mag.» Sind die Fribourger inzwischen robust genug, um der Genfer Härte zu widerstehen?

10 Jahre nach Sprunger-Foul

Hitzig ging es im Viertelfinal vor zehn Jahren zu und her. Im Mittelpunkt stand dabei einer, der jetzt seine letzten Playoffs bestreitet: Julien Sprunger (40). Der Gottéron-Captain checkte im zweiten Spiel Daniel Rubin gegen den Kopf und brach ihm dabei drei Wangenknochen. Racheakten entzogen sich Sprunger und auch die Schiedsrichter Nadir Mandioni und Marc Wiegand und der damalige Player Safety Officer Stéphane Auger dadurch, dass sie ihn ungeschoren davonkommen liessen. «Sprunger hat eine Mannschaft motiviert, die keine zusätzliche Motivation braucht. Man sollte einen Wolf nicht am Schwanz ziehen», sagte der damalige Servette-Zampano Chris McSorley. Für Sprunger gab es in Genf darauf keine Prügel und nur Pfiffe von den Fans – und die Fribourger gewannen kein Spiel mehr, nachdem sie im besagten Game 2 zu Hause (3:4 n.V.) nach einer 3:0-Führung in Überzahl den Ausgleich durch Kevin Romy kassiert hatten. 

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Wallmark unter Beobachtung

Seit Blick enthüllt hat, dass Lucas Wallmark Fribourg trotz weiterlaufendem Vertrag nach dieser Saison verlassen möchte, steht er unter besonderer Beobachtung. Im Viertelfinal gegen die SCRJ Lakers, in dem er nur ein Tor und einen (fantastischen) Assist in sieben Spielen buchte, gab es beim Schweden mehr Schatten als Licht. So sass er im Spiel 7 bei zwei Gegentoren auf der Strafbank. «Ich will besser spielen und ich fühle mich gut. Ich fühle mich frisch. Jetzt können wir ein bisschen Druck ablassen», sagt der Schwede. Sorgen die Gerüchte um ihn für zusätzlichen Druck? «Nein, wirklich nicht. Ich bin ganz im Moment. Ich arbeite wie ein Verrückter, um dem Team zu helfen, und vielleicht will ich zu viel. Ich versuche alles zu tun, was ich kann: Schüsse blocken, Bullys gewinnen, kleine Dinge tun, die man nicht unbedingt sieht. Wir haben den ersten Schritt gemacht und jetzt wollen wir mehr.»

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Alter Bekannter

In Fribourg hat man Dave Sutter in bester Erinnerung. Letztes Jahr spielte der 1,94 Meter grosse Verteidiger in den Playoffs besonders stark. Jetzt steht der 34-Jährige nach fünf Jahren im Drachen-Dress auf der anderen Seite. Mit den Genfern feierte er vor Ostern eine Auferstehung, als man das Spiel 6 in Lausanne noch drehte. «In einem Moment wie diesem, in dem man 0:3 hinten liegt und quasi in den Ferien ist, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man ist k. o. oder man macht weiter», sagt der Walliser mit kamerunischen Wurzeln. «Ich hatte den Fribourgern versprochen, dass wir uns im Halbfinal sehen werden. Ich bin froh, dass ich dieses Versprechen gehalten habe.»

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Zu früh für Sörensen?

Am Freitag fehlte der angeschlagene US-Stürmer Kyle Rau im Gottéron-Training, wie «La Liberté» berichtet. Als Alternative stehen der Kanadier Ty Rattie, der seinen Platz im Team nach den Startniederlagen gegen Rappi verloren hat, oder die schwedische Thurgau-Leihgabe Daniel Ljunggren bereit. Für ein Comeback von Marcus Sörensen dürfte es noch zu früh sein. Ob Nati-Verteidiger Andrea Glauser in diesen Playoffs noch einmal eingreifen kann, ist höchst zweifelhaft. Für Stürmer Sandro Schmid ist die Saison definitiv gelaufen. Weiter out ist Verteidiger Patrik Nemeth – der Rekurs gegen seine fünf Spielsperren (eine hat er schon verbüsst) für seinen Ausraster in Rapperswil wurde abgeschmettert. Bei Servette gibt es bisher nur einen Ausfall: Tanner Richard fehlt seit dem ersten Saisonspiel wegen einer Hirnerschütterung.

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Wunder-Finnen bisher im Griff

In der Quali konnte Fribourg die Bilanz aus den Direktduellen ausgeglichen gestalten (2:3, 6:2, 2:5, 5:3). Die erfolgreichsten Skorer waren dabei Christoph Bertschy (3 Tore und 4 Assists), Henrik Borgström (2/3) und Julien Sprunger (1/3). Und bei Servette Matthew Verboon (3/0), Sakari Manninen (2/1), Vincent Praplan (1/2) sowie Vili Saarijärvi und Marco Miranda (beide 0/3). Den finnischen Wundersturm mit Markus Granlund, Manninen und Jesse Puljujärvi hatte Fribourg gut im Griff. Er erzielte nur zwei Tore. Einen davon (zum 5:2) ins leere Tor.

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