Darum gehts
Es gibt Spieler, die sich verstecken oder abtauchen, wenn es in den Playoffs kracht. Und dann gibt es solche wie Simon Ryfors – Draufgänger statt Duckmaus. Bereits in der Quali setzt der Schwede im Dienste des HCD Glanzpunkte, aber im Playoff-Viertelfinal schaltet der 28-Jährige noch einen Gang höher.
In den fünf Spielen gegen Zug bucht Ryfors neun Skorerpunkte (4 Tore/5 Assists). Der Bestwert der Playoffs, auf den auch sein künftiger Halbfinal-Gegner Denis Malgin (3 Tore/6 Assists) kommt. Zum gewonnenen Viertelfinal sagt Ryfors fast schon enttäuscht: «Zug hat gut gespielt, aber wirklich physisch war die Serie nicht.» Denn das mag der Stürmer nämlich: Wenns zur Sache geht. «Ich nerve die Gegner gerne, gehe ihnen gerne unter die Haut und setze mich in deren Köpfen fest».
Diese Attitüde würde man dem wirbligen Spielmacher mit dem defensiven Gewissen auf den ersten Blick nicht zutrauen. Doch Ryfors bietet das Gesamtpaket. HCD-Sportchef Jan Alston (56) sagt über ihn: «Er ist ein absoluter Playoff-Spieler, das liegt in seiner Natur. Er spielt gross auf, bringt Schwung rein und zeigt seinen starken Charakter.» Diese Beschreibung gefällt auch dem Schweden.
Multifunktionaler Ryfors
Als er vor zwei Jahren in der Heimat mit Rögle und an der Seite von Adam Tambellini die Playoffs rockt und bis in den Final vorstösst, vergleicht ihn der damalige Headcoach Roger Hansson (jetzt EVZ-Assistent) mit einem Schweizer Taschenmesser. Ryfors beweist Multifunktionalität. Sein Rückwärtsgang klemmt auch unter Druck nicht, und weil er ein wichtiger Center ist, ist er kaum je der überzählige Ausländer.
«Das ist eine spezielle Situation, weil wir wirklich alle gut spielen», sagt Ryfors, der 2024 zusammen mit Tambellini nach Davos gewechselt und mit ihm Teil eines Söldner-Stamm-Septetts ist. «Wenn man in Schwung kommt und eine grosse Rolle einnehmen kann, zeigt das das Vertrauen des Coaches und verleiht noch mehr Selbstvertrauen.»
Obs mit diesem HCD bis zum ganz grossen Wurf reicht? Mit Rögle hat Ryfors schon zwei SHL-Finals bestritten, auf den ersten Titel aber wartet er noch immer. «Das gibt mir noch mehr Ansporn.» Die nächste Hürde auf dem Weg ist der ZSC, «auch in dieser Serie möchte ich auf dem Eis wieder mit bestem Beispiel vorangehen». In allen Bereichen.


