Darum gehts
- Adam Tambellini kehrte nach überzähligen Spielen zurück und traf entscheidend
- HCD-Spieler nach Matchende mit Mutmacher für kranken Fan
- Monsterstau: Der EVZ-Spielercar war erst um 3.30 Uhr zurück in Zug
Tambellini taucht auf, wenns ihn braucht
Adam Tambellini ist irgendwie ein Phänomen. In manchen Spielen ertappt man sich bei der Frage, wer da eigentlich im Tenue mit der Nummer 19 steckt. Denn der Kanadier beherrscht die Kunst, keine Aufmerksamkeit zu erregen – um dann aufzutauchen, wenn es zählt und wichtig ist. So musste der 31-Jährige im Herbst schon längere Tor-Durststrecken durchstehen. Und auch im Spengler Cup lief es dem grossen Stürmer (1,93 m) nur mässig – bis ihm im Final gegen die US-Boys die ersten zwei Tore gelangen. In diesem Viertelfinal ist Tambellini in den Spielen drei und vier gegen Zug überzählig. Im fünften Duell kehrt er ins Line-up zurück und schiesst den HCD mit einem Doppelpack in den Halbfinal. Das Echo seiner Teamkollegen in der Garderobe: «Wir wissen, dass er da ist, wenn es ihn braucht.»
Goalie-Behinderung oder nicht?
Einmal mehr Anlass zu Meinungsverschiedenheiten gibt die Regel 69: Goaliebehinderung. Als Tino Kessler für den HCD zum wegweisenden 2:1 einnetzt, rückt sein Captain Matej Stransky EVZ-Goalie Leonardo Genoni auf die Pelle. Zu sehr? Denn der Tscheche berührt den Keeper an dessen Schoner, als er sich zu verschieben versucht. Klarer Fall für Zug: Trainer Benoît Groulx nimmt die Coaches Challenge. Doch die Refs bestätigen nach ihrem Videostudium, dass der Kontakt ausserhalb des Torraums stattgefunden hat und geben den Treffer. Dafür hat Ex-HCD-Trainer und Mysports-Experte Christian Wohlwend im Studio kein Verständnis.
Unterstützung für kranken Fan
Der Halbfinal-Einzug ist soeben eingetütet, da posieren die HCD-Spieler vor der Davoser Fankurve mit einem Banner. Der Schriftzug «Viribus Unitis (Deutsch: mit vereinten Kräften) – Kämpfa Albi» gilt dem einstigen Fan-Capo Albi, der seinerzeit die Ostkurve viele Jahre am Megafon angeheizt hat. Der HCD-Fandelegierte Remo Pinchera klärt auf: «Erst vor kurzem hat er die Diagnose Hirntumor bekommen. Bald startet eine langwierige Chemotherapie. Es war sehr emotional nach dem Spiel, vielen lief es kalt den Rücken runter.»
Späte Heimkehr
Die prekären Strassenverhältnisse sorgten nach dem Spiel auf dem Weg ins Unterland für Verkehrsprobleme, Unfälle – und deshalb einen Monsterstau. Allein von Davos nach Klosters brauchte man fast zwei Stunden Geduld. Ein HCD-Fancar, der ebenfalls im Stau stand, montierte Ketten, weil die Fahrt auf der etwas eisigen Strasse so riskant war. Auch mitten in der Blechlawine: der EVZ-Spielercar, der dem Vernehmen nach erst um 3.30 Uhr in Zug ankam. Eine lange Heimreise nach einer kurzen Viertelfinal-Serie.

