Enttäuschende Schlüsselspieler
Captain Calvin Thürkauf ist der Leitwolf von Lugano und hat einen grossen Anteil daran, dass die Tessiner in dieser Saison wieder in die Spur gefunden haben. Doch in den Playoffs ist dem Nati-Stürmer nicht mehr viel gelungen, er blieb ohne Skorerpunkt. Damit ist er in guter Gesellschaft, auch andere Schlüsselspieler wie Zach Sanford oder Dario Simion, die beide lediglich einen Assist verbuchen konnten, sind bei den wichtigsten Spielen des Jahres abgetaucht. Mit unterirdischen Bilanzen im Gepäck müssen auch zwei erfahrene Verteidiger ihre Ferien antreten: Santeri Alatalo hat in den vier Spielen eine persönliche -7-Bilanz abgeliefert, bei Mirco Müller ist es eine -6. Am anderen Ende der Skala bewegen sich bei Lugano der robuste US-Verteidiger Connor Carrick (4 Assists) und der wirblige finnische Stürmer Rasmus Kupari (1 Tor, 2 Assists). Sie sind auch die Einzigen im Team, die eine positive Bilanz (+1) verbuchen konnten.
Malgin in einer eigenen Liga
Die prägende Figur dieser Serie war aber ZSC-Star Denis Malgin. Zweieinhalb Spiele zauberte er an der Seite von Sven Andrighetto. Als dieser verletzt ausfiel, suchte sich der Edeltechniker neue Spielgefährten, um den HC Lugano zu zerzausen. Unfassbare 9 Skorerpunkte (3 Tore, 6 Assists) hat Malgin in diesen vier Partien zelebriert – und dies wortwörtlich. Dabei ist er vor den Playoffs während eines Monats wegen seiner an den Olympischen Spielen erlittenen Schulterverletzung verletzt ausgefallen und es wäre ihm durchaus eine gewisse Akklimatisationszeit zugestanden. Brauchte er aber nicht, stattdessen gewinnt man den Eindruck, dass Malgin durch die Pause noch zusätzliche Frische gewonnen hat.
Steinmann plant nächsten Schritt
Eine 0:4-Höchststrafe in einer Playoff-Serie ist nicht schön, dennoch kann Lugano auf einen rasanten Aufstieg zurückblicken. Vor einem Jahr spielten die Tessiner noch im Playout-Final gegen Ajoie und lagen dort mit 0:2 zurück, ehe sie die Serie noch drehten und den Ligaerhalt sicherstellen konnten. Nun schafften sie die Playoff-Qualifikation als Fünfter auf direktem Weg, ehe ihnen Doppelmeister ZSC Lions die Grenzen aufzeigte. «Wir haben den ersten Schritt gemacht. Jetzt gilt es, die richtigen Schlüsse zu ziehen, um den nächsten Schritt zu machen», sagt Sportchef Janick Steinmann gegenüber Mysports. Und auch Trainer Tomas Mitell blickt bereits wieder in die Zukunft: «Wir werden nächste Saison zurückkommen und versuchen, es besser zu machen.»
Riedi humpelt zu den Fans
Trotz des freudigen Freitagabends in Lugano, gab es für die ZSC Lions auch eine Hiobsbotschaft: Mit Willy Riedi schied nach Sven Andrighetto im Spiel zuvor erneut ein Stürmer verletzt aus. Der Powerstürmer humpelte nach einem korrekten Check von Einar Emanuelsson vom Eis. Immerhin: Als die Zürcher nach der Partie ihr Weiterkommen mit ihren mitgereisten Fans feierten, war auch Riedi zugegen und applaudierte diesen – wenn auch mit nicht ganz rundem Gang.
ZSC besser als bei den letzten Titeln
Während der Regular Season hatten die ZSC Lions im Herbst und Spätherbst zwei Krisen zu überstehen, in den Playoffs läuft die Maschinerie wieder auf Hochtouren. Auf dem Weg zum Titel 2025 hat der Doppelmeister in den Viertelfinals gegen Kloten, das insgesamt weniger Gegenwehr als Lugano bot, noch ein Spiel abgegeben. Nun nicht mehr – wie beim Titelgewinn 2024. Damals wurde der ZSC von Biel in den Viertelfinals aber zumindest in einem Spiel noch in eine Verlängerung gezwungen.


