Lemieux’ Stock-Geheimnis
HCD-Rumpler Brendan Lemieux ist einer der ganz wenigen Spieler mit einem weissen Stock, inklusive weissem Tape an der Schaufel. Das fällt auf, weil der US-Stürmer auffällt in den Partien. Zum Playoff-Start nach dem Grund für die Farbwahl gefragt, liefert der 30-Jährige seine interessante Erklärung: «Am weissen Stock sehe ich den schwarzen Puck besser bei einem Ablenker.» Lemieux spricht von der Spielsituation, wenn er vor dem gegnerischen Kasten für Aufruhr sorgt beim Versuch, dem Torhüter die Sicht zu nehmen. Bei Abschlüssen seiner Teamkollegen versucht er dann, dem Puck die entscheidende Berührung zu verpassen und ihn so ins Netz zu lenken.
Darauf gekommen ist Lemieux, weil ihm aufgefallen ist, dass Ex-NHL-Star Joe Pavelski (Dallas, San Jose) viele solcher Ablenker-Tore geschossen hat – mit einem weissen Stock. «Darum habe ich es ausprobiert und bin dabei geblieben.» Denn auch Lemieux hat diesen Job in seinem «Wohnzimmer» bereits in der Regular Season oft auf diese Weise erledigt. Und legt im ersten Viertelfinal-Duell gegen Zug gleich nach: Das wichtige 3:3 lenkt der Haudegen nach einem Ryfors-Schuss ab. «Das ist der Grund, weshalb ich das täglich trainiere.»
Holdens Goalie-Plan
Der HCD ist drauf und dran, dem EVZ das Momentum zu entreissen in der Schlussphase. Fünf Minuten nach Foras 2:3-Anschlusstreffer ersetzt Trainer Josh Holden seinen Goalie Sandro Aeschlimann durch einen sechsten Feldspieler. Nur 25 Sekunden später trifft Lemieux zum Ausgleich. War das ein Bauchentscheid in jenem Moment? Holden erklärt: «Nein, wir haben in der zweiten Pause gesprochen, welchen Plan wir haben werden je nach Situation.» Der 48-Jährige schwört darauf, um im entscheidenden Augenblick nur noch danach handeln zu können. Kurze Blicke zu seinen Assistenten, als er spürt, dass das Spiel drehen könnte, dann holt er Aeschlimann vom Eis. «Dylan (Stanley, Assistenztrainer, die Red.) hat die Spieler gut darauf vorbereitet.»
Ryfors’ Drei-Punkte-MatchIm letzten Quali-Spiel liefert er drei Skorerpunkte, im ersten Viertelfinal-Duell ebenfalls: Simon Ryfors wirbelt. Der Schwede kann sich nicht erklären, warum sein Team nach dem 0:2-Rückstand noch mehr zurückgelehnt ist. «Wir fanden unser Spiel nicht. Aber wir glaubten weiterhin an uns. Dass uns die Wende gelang, sagt viel über den Charakter dieses Teams aus», so der 28-Jährige.
Stransky ausgebremst?Eine der Fragen, die im Raum stand: Wie würde sich HCD-Captain Matej Stransky nach Bekanntwerden seines Abgangs in die Heimat präsentieren? Nach Spiel eins kann man sagen: Der sonst so präsente Stürmer ging etwas unter, sein Einfluss aufs Geschehen war geringer als gewohnt. Ein kurzer Blick auf die Eiszeiten zeigt: Die jüngeren Wilden wie Tino Kessler, Valentin Nussbaumer oder Siegtorschütze Yannick Frehner wirbelten zwei bis drei Minuten länger als Stransky (16:21 Minuten).
Neunte Zuger Playoff-Pleite in SerieHaben die Zuger ihre Viertelfinal-Chancen bereits in Spiel 1 vergeigt? Sie führen achteinhalb Minuten vor Schluss 3:1 und könnten dem Quali-Sieger einen empfindlichen Dämpfer verpassen. Doch dann gehts ruckzuck, sogar der besonnene Meistergoalie Leonardo Genoni gerät ausser sich, seine Vorderleute stellen den Dienst ein, Davos dreht das Spiel. Und der EVZ fasst die neunte Playoff-Pleite in Serie nach dem letztjährigen 0:4-Viertelfinal-Out (gegen Davos) und dem 0:4 im Halbfinal 2024 gegen Zürich.

