Er war das Gespött der Liga. In 18 Spielen brachte Davos-Stürmer Brendan Lemieux (29) letzte Saison keinen Treffer und lediglich einen Assist zustande. Stattdessen fiel der Sohn der streitlustigen NHL-Legende Claude Lemieux (60, 4-facher Stanley-Cup-Sieger mit New Jersey und Colorado, ex Zug) vor allem durch Pöbeleien auf. Eindruck machte er damit wenig. Er war eher eine Belustigung. In den Playoffs gegen die ZSC Lions handelte er sich dann auch noch eine Sperre ein, weil er bei einem Fight einen Linesman erwischte.
Deshalb musste sich HCD-Sportchef Jan Alston Fragen gefallen lassen, wie er dem Stürmer einen Dreijahresvertrag geben konnte. Doch die Kritik ist verstummt. Lemieux, der unsere Liga zunächst unterschätzt hatte, ist in einem viel besseren Zustand. Schon im alten Jahr fand er sich immer besser zurecht. Doch seit dem Spengler-Cup-Sieg, zu dem er keinen Treffer, aber viel Betrieb vor dem gegnerischen Tor beitrug, läuft er so richtig heiss.
In allen vier Spielen 2026 hat er getroffen und hat nun eine Serie von sechs NL-Spielen mit einem Tor hingelegt. Wobei: Was heisst einen Treffer? Beim 5:1 des Leaders gegen Verfolger Lausanne am Freitag gelang dem amerikanisch-kanadischen Doppelbürger gar ein Hattrick. Somit hat er nach 19 Partien zehn Tore auf dem Konto. Das kann sich sehen lassen. Jetzt lacht keiner mehr über ihn.
«Ich bin happy und habe ein Baby daheim»
«Letzte Saison war es ein Krampf für mich. Zeitweise auch diese. So ist es im Hockey. Es kommt in Wellen. Und ich habe wirklich gutes Coaching, seit ich hierhergekommen bin», sagte er im Mysports-Interview. «Die Pucks gehen rein. Und noch wichtiger: Ich bin happy und habe ein Baby daheim. Alles in meinem Leben ist ziemlich positiv. Und das Team gewinnt, was noch wichtiger ist als meine Tore. Doch es ist hübsch.»
Inzwischen kann der HCD Lemieux bedenkenlos einsetzen und seinen anderen Ausländern eine Pause gönnen, wenn sie angeschlagen oder, wie Captain Matej Stransky gegen Lausanne, krank sind.
Der Mann mit der Erfahrung von 307 NHL-Spielen, beachtlichen 74 NHL-Punkten und monströsen 548 NHL-Strafminuten wird im Hinblick auf die Playoffs gar zur Alternative, auch wenn die interne ausländische Konkurrenz im Sturm mit den Tschechen Filip Zadina (20 Tore), Stransky (19), dem Kanadier Adam Tambellini (12), den Schweden Rasmus Asplund (8) und Simon Ryfors (6) stark ist. Trainer Josh Holden wird also die Qual der Wahl haben, sollten alle fit sein, wenn es um die Wurst geht.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | HC Davos | 40 | 47 | 84 | |
2 | HC Fribourg-Gottéron | 40 | 34 | 74 | |
3 | Genève-Servette HC | 40 | 7 | 70 | |
4 | Lausanne HC | 40 | 22 | 68 | |
5 | HC Lugano | 38 | 26 | 66 | |
6 | ZSC Lions | 38 | 20 | 63 | |
7 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 39 | -8 | 62 | |
8 | EV Zug | 38 | -9 | 58 | |
9 | SCL Tigers | 39 | 4 | 54 | |
10 | SC Bern | 39 | -11 | 51 | |
11 | EHC Biel | 39 | -16 | 49 | |
12 | EHC Kloten | 38 | -19 | 46 | |
13 | HC Ambri-Piotta | 39 | -36 | 45 | |
14 | HC Ajoie | 39 | -61 | 29 |




