Sprunger muss mit Schmerzen raus
Im Mitteldrittel endet das Spiel für Julien Sprunger (40) vorzeitig. Bei einem Versuch, Giancarlo Chanton zu checken, wird der Gottéron-Captain vom Schlittschuh des Genfer Verteidigers unglücklich zwischen den Beinen getroffen (siehe Video oben). Der Routinier biegt sich zunächst von Schmerzen geplagt über die Bande und geht dann schnurstracks in die Kabine. Die Klublegende bestreitet seine letzten Playoffs und beendet danach ihre Karriere.
Sörensen endlich wieder da
Marcus Sörensen (34) steht bei seinem ersten Spiel nach dreimonatiger Verletzungspause bereits wieder nahezu 19 Minuten auf dem Eis. Dabei kann der Schwede nicht verhehlen, dass er noch ein wenig eingerostet ist, und sowohl läuferisch als auch konditionell noch nicht auf Top-Niveau ist. Doch auch so ist er ein Upgrade gegenüber Thurgau-Joker Daniel Ljunggren. Im ersten Shift verhindert Sörensen einen Abschluss von Servette-Topskorer Markus Granlund und später checkt er den Finnen auf den Hosenboden. Und als sich Goalie Stéphane Charlin und Verteidiger Tim Berni in die Quere kommen, spielt er blitzschnell einen Backhand-Pass vors leere Tor, den sein «Zwilling» Lucas Wallmark nur knapp nicht erreicht. Im Powerplay, wo er am meisten vermisst wurde, kommt der Stürmer zu drei gefährlichen Abschlüssen.
Mann des Spiels
Nachdem er am Montag kurz nach Spielhälfte und vier Gegentoren ausgewechselt wurde, ist Reto Berra der Mann des Spiels. Die Paraden des 39-Jährigen sichern den Fribourgern den knappen 2:1-Sieg und die Führung in der Serie. 96 Prozent aller Schüsse, oder 24 von 25, wehrt er ab. Kurz vor dem Führungstreffer der Drachen stoppt er Josh Jooris, der alleine vor ihm auftaucht. Und nur 16 Sekunden nach dem 1:2-Anschlusstreffer taucht auch Jimmy Vesey ungehindert vor ihm auf. Doch auch der Amerikaner kann den Zürcher Unterländer nicht bezwingen. Wenig überraschend wird Berra dann auch als bester Spieler seines Teams ausgezeichnet.
Ehrentreffer
Erneut lässt Servette-Coach Ville Peltonen seinen Stürmer Marc-Antoine Pouliot (40), der im Viertelfinal gegen Lausanne noch vier Tore vorbereitet hatte, während 60 Minuten auf der Bank schmoren. Wieder spielt dafür Luca Hischier (31). Und der ältere Bruder von NHL-Star Nico Hischier erzielt sein erstes Tor nach neun Partien ohne Treffer. Mehr als der Ehrentreffer ist nicht.
Drittel geht an Fribourg
Am Montag hatte sich Gottéron in Genf im Mitteldrittel (0:3) ein Loch gegraben, das sich als zu gross erweisen sollte. Bereits im Viertelfinal hatten die Fribourger gegen die SCRJ Lakers mehrfach Schwierigkeiten im zweiten Abschnitt gehabt, namentlich bei den zwei Startniederlagen und im Spiel 7, als Rappi aus einem 0:2 ein 3:2 machte. Darauf angesprochen, dass man diesmal erstmals ein gutes zweites Drittel (2:0) gespielt habe, sagt Christoph Bertschy (32) gegenüber der frankophonen Ausgabe von Mysports: «Ich würde sagen, zum zweiten Mal nach dem ersten Spiel hier gegen Genf. Ich weiss nicht, was ich sagen soll: Im Viertelfinal war das Mitteldrittel ein wenig unsere Schwäche. Das ist ein Punkt, den wir korrigieren wollten. Im zweiten Spiel in Genf ist uns das nicht wirklich gelungen. Wir werden uns weiter entwickeln und immer besser und besser spielen. Und den besten Match zum Schluss behalten.» Der Nati-Stürmer buchte mit dem wunderbaren Assist auf Attilio Biasca bereits seinen fünften Punkt im Halbfinal. Servette scheint dem schnellen und bissigen Flügel ohnehin zu liegen. Schon in der Quali hatte er in vier Spielen sieben Punkte gebucht.
Jooris macht sich unbeliebt
Josh Jooris landet im ersten Drittel hinter dem gegnerischen Tor einen krachenden Check gegen Maximilian Streule und räumt dabei auch gleich noch Teamkollege Tim Bozon ab, der sich darauf mit Ludvig Johnson fetzt. Streule, der mit einem «Aquarium»-Helm spielt, seit ihn Jesse Puljujärvi in der Endphase des ersten Spiels gegen die Bande checkte, steht aber sofort wieder auf. Jooris macht sich später ein zweites Mal unbeliebt, als er von drei Fribourgern attackiert, Reto Berra mit dem Stock erwischt, was den Gottéron-Keeper verärgert.


