Baranduns erstes Playoff-Tor als Schuss ins Glück
3:13
HC Davos – ZSC Lions 1:0:Baranduns erstes Playoff-Tor als Schuss ins Glück

Doppelmeister in Rücklage
Das ZSC-Warten auf Andrighetto – HCD-Abgänger sind im Hoch

Zunächst vermisste der ZSC Sven Andrighetto, jetzt auch noch den doppelten Meisterschützen. Beim HCD sind jene Spieler, die Davos verlassen, wild entschlossen, noch etwas Grosses zu hinterlassen. Und Goalie Sandro Aeschlimann ist besser als Simon Hrubec.
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Andrighetto und/oder Frödén bald zurück?

Mit dem zweifachen Meisterschützen Jesper Frödén fehlte den ZSC Lions neben Leitwolf Sven Andrighetto bei der 0:1-Niederlage im dritten Halbfinalspiel in Davos ein zweiter Schlüsselspieler, was den offensiven Aktionsradius der Zürcher einbremst. Rechnet Trainer Marco Bayer mit der baldigen Rückkehr der beiden Stürmer? «Wir sind positiv, dass Spieler zurückkommen, aber wir werden von Tag zu Tag schauen», sagt er. Das Fehlen des Duos will er aber nicht als Alibi für den 1:2-Rückstand in der Serie benutzen: «Das gehört eben auch zu den Playoffs. Damit müssen wir umgehen können, es ist die Chance für den Nächsten. Wir sind breit genug und können das auffangen.»

Jesper Frödén (l.) und Sven Andrighetto (Zweiter von rechts) werden in der ZSC-Offensive schmerzlich vermisst.
Foto: keystone-sda.ch

ZSC fliegt Ersatzausländer ein

Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Jesper Frödén rückte beim ZSC der bisherige Ersatzausländer Johan Sundström im dritten Halbfinalspiel von der Medientribüne in die Aufstellung. Akzente konnte er kaum setzen, aber spielte einen defensiv verlässlichen Part. Sundströms Platz als Ersatzausländer auf der Medientribüne nahm derweil Villiam Haag, unter der Saison Söldner bei Farmteam GCK Lions in der Swiss League, ein. Dieser weilte am Vortag noch in Schweden, um seiner hochschwangeren Frau bei den Geburtsvorbereitungen zu helfen, und flog am Dienstagabend nach Zürich zurück. Das Baby wird noch im April erwartet. 

Aushilfs-Ausländer Villiam Haag von den GCK Lions weilte in der Heimat Schweden bei seiner hochschwangeren Frau, um ihr bei den letzten Vorbereitungen zu helfen, und musste überstürzt in die Schweiz zurückkehren.
Foto: Pius Koller

Starke HCD-Abgänger

Mit 4:2 und 1:0 hat der HCD seine beiden Halbfinal-Heimspiele gegen den Doppelmeister gewonnen. Für das siegbringende Tor waren jeweils Spieler verantwortlich, die nächste Saison nicht mehr in Davos sind. Simon Knak, der zu den ZSC Lions wechselt, markierte das 3:2 in Spiel eins. Davyd Barandun, der ab Herbst für Bern spielt, gelang in Spiel drei mit dem ersten Playoff-Treffer seiner Karriere das einzige Tor. Überhaupt fällt auf, dass die HCD-Abgänger stark aufspielen, auch Michael Fora (zu Lausanne), Chris Egli (zu Zug) und Matej Stransky (zu Pardubice) trumpfen derzeit auf.

HCD-Stürmer Simon Knak, der ausgerechnet zu Halbfinal-Gegner Zürich wechselt, trumpfte auch schon als Matchwinner auf.
Foto: Roger Albrecht/freshfocus

Bayer knapp im Pech

Das Coaching von ZSC-Trainer Marco Bayer fällt in den Playoffs jeweils durch Aktivismus auf, vor allem wenn es nicht so läuft wie gewünscht. Das war schon vor einem Jahr so und oft erfolgreich. Bei der 0:1-Niederlage in Davos hatte er jedoch beim Gegentor weniger Glück. Zuvor stellte er Bullykönig Derek Grant in die erste Linie zu Rudolfs Balcers und Denis Malgin, was bei einem Anspiel in der gegnerischen Zone prompt für ZSC-Offensivzeit und fast das 1:0 sorgte. Aber es kam dann anders. Harrison Schreiber, der bis zu diesem Zeitpunkt neben Balcers und Malgin spielte, wurde vorübergehend in die vierte Linie beordert und verlor vor dem 0:1 von Davyd Barandun an der Bande den entscheidenden Zweikampf gegen Michael Fora.

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Lob für Goalie Aeschlimann

Als HCD-Verteidiger Davyd Barandun nach dem 1:0-Sieg als Matchwinner gefeiert wird, gibt er die Lorbeeren auch noch weiter an den Torhüter: «Aeschlimann strahlte unglaubliche Ruhe aus, das gab uns Energie.» Nach dem 2:0-Sieg im zweiten Viertelfinal-Spiel gegen Zug ist dies der zweite Shutout des Davoser Torhüters, der 20 Schüsse parierte. Schaut man sich die Goalie-Statistik dieses Halbfinals an, sieht man nach drei Spielen Verblüffendes: Sandro Aeschlimann und sein Gegenüber, ZSC-Keeper Simon Hrubec, weisen den genau gleichen Gegentore-Schnitt (1,69) auf. Die Fangquote von Aeschlimann (94,95 Prozent) übertrumpft aber jene von Hrubec (93,42 Prozent). Dies, weil der Schlussmann der Bündner mit 99 Schüssen auf seinen Kasten 23 Mal mehr geprüft wurde als Hrubec.

HCD-Goalie Sandro Aeschlimann feierte beim 1:0-Sieg bereits seinen zweiten Shutout in diesen Playoffs.
Foto: keystone-sda.ch
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Schwendeler mit Kürzesteinsatz

Verteidiger Jan Schwendeler gehörte diese Saison zu den Entdeckungen bei den ZSC Lions. Doch in den Playoffs zieht es Trainer Marco Bayer vor, ausschliesslich mit sechs Verteidigern zu spielen. Und so kam der 22-Jährige bislang in den Playoff-Halbfinals erst auf einen seinem Alter entsprechenden Kürzesteinsatz von 22 Sekunden. Die restliche Zeit musste sich Schwendeler damit begnügen, einen Sitzplatz in der ersten Reihe zu haben.

Verteidiger-Talent Jan Schwendeler (r.) kommt gerade mal auf 22 Sekunden Eiszeit.
Foto: Pius Koller
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