Wie haben Sie die 0:1-Niederlage in Davos erlebt?
Es war harzig, wir konnten das, was wir wollten, nicht umsetzen.
Woran lag es?
Die Passqualität war nicht gut, die Entscheidungen zwischen den blauen und roten Linien waren nicht optimal. Wenn es einem nicht gelingt, forezuchecken ist es gegen Davos schwierig.
Jetzt liegt der ZSC in der Serie wieder in Rückstand. Das seid Ihr Euch anhand der letzten erfolgreichen Jahre nicht gewohnt. Macht es dies besonders knifflig?
Schön ist es nicht. Aber wir sind selbst dafür verantwortlich, ob uns ein Break gelingt oder nicht. Deshalb ist es nicht so, dass wir deswegen Mitleid mit uns haben oder das Gefühl haben, dass wir arme Kerle sind. Wir sind aber sehr unzufrieden mit uns selber, dass es uns nicht gelingt, mehr Druck zu machen.
Es wirkt so, als ob es ein grosser Unterschied ist, ob Ihr daheim spielt, wo Ihr von Eurer unglaublichen Serie von mittlerweile 19 Playoff-Heimsiegen in Folge getragen werdet oder auswärts.
Einerseits stimmt das. Aber wir hätten das erste Spiel in Davos, als wir das späte 2:3 kassierten, durchaus gewinnen können. In Spiel drei wäre der Sieg schon eher gestohlen gewesen, aber das muss man dann auswärts halt auch mal machen. Es ist nicht so, dass wir hier gegen irgendein Team spielen, sondern gegen den Quali-Sieger. Der hat schon Selbstvertrauen. Wir müssen es einfach hinbekommen, dass wir das Zepter in Davos übernehmen können oder uns ein Lucky Punch gelingt. Aber megaeinfach ist das nicht.
Wie ist das, wenn sich nach Sven Andrighetto mit Jesper Frödén ein zweiter Leistungsträger verletzt abmeldet? Nimmt man dies als Mitspieler wahr oder sagt man sich einfach, dass da dann halt zwei andere spielen?
Es sind schon zwei Schlüsselspieler für uns und dann auch noch zwei Knipser. Aber darüber lamentieren bringt nichts. Dafür kommen zwei andere, die heiss sind und sich zeigen wollen.
Christian Marti spielt seit 2016 für die ZSC Lions. Der Verteidiger ist seither auch Stammspieler der Schweizer Nati und hat mit ihr zweimal WM-Silber gewonnen (2025, 2024). Als Stimmungsmacher verliest er dort vor Spielen jeweils die Startaufstellung. Der dreifache Meister mit Zürich (2018, 2024, 2025) und CHL-Sieger (2025) gewinnt mit seiner bodenständigen Art Sympathien. Der 33-Jährige ist Vater von zwei Kindern, er lebt mit seiner Frau Tenzin, Tochter Uma und Sohn Dion in Oberembrach ZH, wo Martis Familie zwei Hektare Wald ihr Eigen nennt.
Christian Marti spielt seit 2016 für die ZSC Lions. Der Verteidiger ist seither auch Stammspieler der Schweizer Nati und hat mit ihr zweimal WM-Silber gewonnen (2025, 2024). Als Stimmungsmacher verliest er dort vor Spielen jeweils die Startaufstellung. Der dreifache Meister mit Zürich (2018, 2024, 2025) und CHL-Sieger (2025) gewinnt mit seiner bodenständigen Art Sympathien. Der 33-Jährige ist Vater von zwei Kindern, er lebt mit seiner Frau Tenzin, Tochter Uma und Sohn Dion in Oberembrach ZH, wo Martis Familie zwei Hektare Wald ihr Eigen nennt.
Sie hatten auch noch ein Techtelmechtel mit HCD-Giftpfeil Brendan Lemieux, indem Sie ihm den Stock wegnahmen, als dieser Goalie Simon Hrubec zu nahe kam. Wie ist es, gegen Lemieux zu spielen?
Ich finde es schon irgendwie komisch. Vor einem Jahr haben ihn alle ausgelacht und jetzt sagt man plötzlich, er mache es super, weil er vors Tor gehe. Lemieux wird Vollgas von den Medien gehypt. Er ist ein kleiner Pitbull, das ist so. Aber er wird auch mega gepusht. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich respektiere, was er macht, er macht seine Sache gut und so lange es fair bleibt, ist alles okay, dann ist er einfach ein Gegenspieler. Aber bei ihm weiss man nie, ob man dann irgendwann noch eine Faust im Gesicht hat. Angenehm ist das nicht. Jede Mannschaft hat solche Spieler, bei Lausanne war es Cody Almond, in Bern gibt es auch zwei, drei.
Und der ZSC hat Sie.
Ich kann aber nicht einfach nach vorne rennen und forechecken.
Ich dachte mehr, Sie können vor dem eigenen Tor wunderbar aufräumen.
Da muss man jeweils auch aufpassen. Da gibt es dann jeweils Spieler, die jammern gehen. Aber damit meine ich jetzt nicht Lemieux. Dieser wird momentan gepusht und das ist schön für ihn. Aber eigentlich mag ich gar nicht über ihn reden. Wir schauen auf uns.




