Darum gehts
- Servette scheitert im Halbfinal gegen Fribourg mit 2:6 in Spiel 5 und 1:4 in der Serie.
- Trainer Peltonens Torhüter-Wechsel ist einer der Genfer Fehlgriffe.
- Fribourg besiegt den Servette-Fluch
Peltonens Fehlgriff
Es sind die Fehlgriffe, die die Saison von Servette beenden: Erst jener von Coach Ville Peltonen, der Robert Mayer im fünften Spiel gegen Fribourg ins Tor stellt und Stéphane Charlin auf die Bank verbannt. Dann kommt jener von Mayer, der beim 0:1 durch Lucas Wallmark aus spitzem Winkel ganz schlecht aussieht. Auch bei den nächsten beiden Toren sieht der 36-jährige Meister-Goalie von 2023 nicht gut aus. Wer einen mutigen Entscheid fällt, muss sich hinterher am Resultat messen lassen. Das sieht denkbar schlecht aus – 2:6 im Spiel und 1:4 in der Serie. Peltonen entzieht seinem Stammkeeper das Vertrauen, obwohl dieser im Spiel 7 der Viertelfinal-Serie gegen Lausanne (5:1) tadellos hielt, nachdem er, wie zuletzt gegen Fribourg, im Spiel davor ausgewechselt worden war. Servette verliert das Duell gegen Gottéron nicht nur auf der Goalie-, sondern auch auf der Trainer-Position. So macht Peltonen, der beim SC Bern und beim EV Zug ein Thema sein soll, keine Werbung in eigener Sache. Bisherige Interessenten müssten sein Dossier nach diesem Halbfinal eigentlich schreddern. Sein Abgang in Genf steht längst fest. Da übernimmt nächste Saison ein langjähriger Antipode von Fribourg-Coach Roger Rönnberg: der aktuelle schwedische Nationaltrainer Sam Hallam.
Fribourg besiegt Servette-Fluch
Nachdem Gottéron davor alle Playoff-Serien gegen Servette verloren hatte, besiegen die Drachen die Genfer im fünften Anlauf und ziehen zum fünften Mal in den Final ein. Klappt es gegen Quali-Dominator Davos mit dem ersten Titel? Gegen den HCD hat Fribourg bisher nur eine Playoff-Serie (3:2 im Viertelfinal 1995) gewonnen, danach aber viermal verloren: im Viertelfinal 1997 (0:3), im Halbfinal 1998 (1:4) und 2009 (3:4) sowie im Viertelfinal 2011 (0:4).
Ausgeglichene Bilanz
In der Regular Season gab es bei den Duellen der Finalisten nur Heimsiege. Davos gewann im Oktober 4:2 und im Februar 5:2, Gottéron im November 5:3 und im Dezember 4:0.
Gottéron ist hart genug
Wer Servette in der fantastischen, enorm intensiven Viertelfinal-Serie gegen Lausanne gesehen hatte, musste sich Sorgen um Fribourg machen. Doch die Mannschaft von Roger Rönnberg hat den Härtetest bestanden, obwohl der härteste Verteidiger Patrik Nemeth in den ersten vier Spielen gesperrt war. Dafür halfen andere aus. Zum Beispiel Simon Seiler, der einen heftigen Check von Roger Karrer wegsteckt. Oder Maximilian Streule, der sich auch im letzten Spiel noch einige knusprige und emotionale Duelle mit Servette-Star Jesse Puljujärvi liefert, nachdem ihn der Finne im ersten Akt der Serie gegen die Bande gewuchtet hatte, so dass der Zürcher seither ein «Aquarium», ein Helm mit Vollvisier, trägt.
Veseys Frust
Im Mitteldrittel schlägt Servette-Stürmer Jimmy Vesey wütend seinen Stock dermassen heftig auf die Bande, dass ein Teil seines Arbeitsgerätes hoch in die Luft fliegt. Frust schiebt der Amerikaner auch im Schlussdrittel. Er kann es kaum fassen, dass sein Schuss am linken Pfosten landet. Wenige Sekunden später schiesst Lucas Wallmark das vorentscheidende 4:2.
Wallmark/Sörensen treffen
Apropos Lucas Wallmark. Der Center, der den Klub trotz laufendem Vertrag nach dieser Saison verlassen möchte, spielt bärenstark und schiesst zwei Tore. Die Rückkehr seines «Zwillings» Marcus Sörensen scheint ihm gutzutun. Er dürfte es seinem schwedischen Landsmann auch nicht übelnehmen, dass er ihm nicht den Hattrick ermöglicht, sondern selbst das 6:2 ins leere Tor schiesst. Schliesslich hat Sörensen das persönliche Erfolgserlebnis nötiger. Er hatte seit dem 17. Dezember (gegen Ajoie) und während sechs Spielen kein Tor mehr geschossen. Wollen die Fribourger auch den HCD bezwingen, dürften sie Tore ihres Schweden-Duos brauchen.
Playoff-Topskorer
Mit dem Emptynetter zum 5:2 verteidigt Christoph Bertschy seine Führung in der Playoff-Skorerliste. Mit zehn Punkten bleibt er vor den Servette-Finnen Jesse Puljujärvi und Marcus Granlund, HCD-Schwede Simon Ryfors, Linien-Kollege Henrik Borgström und dem gestürzten Meister Denis Malgin (alle neun). Mit sechs Toren ist der Nati-Stürmer der Mann der welschen Halbfinal-Serie.
Unglaubliche Explosion
Vor diesen Playoffs hatte Jeremi Gerber in 105 Spielen für Gottéron zwei Treffer erzielt. Doch jetzt ist der ehemalige SCB-Junior, dessen Vertrag Ende Saison ausläuft, explodiert. Am Sonntag gelingt ihm mit dem Gamewinner zum 3:2 der dritte Treffer der Playoffs. Und der 26-Jährige spielt auch sonst stark. So lässt ihn Roger Rönnberg auch weiter in der dritten Linie spielen, obwohl Captain Julien Sprunger wieder ins Team zurückkehrt.

