SIHF-Präsident mit deutlicher Ansage an die Hockey-Schweiz
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«Gibt eine Liga zu viel»:SIHF-Präsident mit deutlicher Ansage an die Hockey-Schweiz

Volte um Weibel-Nachfolge
Jetzt eskaliert der Streit zwischen Liga und Verband

SIHF gegen National League – tiefer waren die Gräben noch nie. Das wirkt sich jetzt auf Personalentscheide aus: Der Wunschkandidat der National League zieht bei der Weibel-Nachfolge den Kürzeren. Statt Paolo Duca wird Patrick von Gunten neuer Nati-Direktor.
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Der Präsident und sein Geschäftsführer: Urs Kessler (links) und Martin Baumann.
Foto: Nico Ilic/freshfocus
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Dino KesslerLeiter Eishockey-Ressort

Der beste Kandidat für die Weibel-Nachfolge war laut mehrheitsfähiger Meinung der Tessiner Paolo Duca (44). Der ehemalige Ambri-Sportdirektor bringt alles mit, was ein Nati-Direktor auf dem Kerbholz haben muss. Das historisch wuchtige Zusammenspiel mit der National League? Ein Klacks für Duca. Nachwuchsstrategien, Führungserfahrung, politisches Geschick und der Wille, verkrustete Strukturen aufzubrechen? Keine Frage, Duca hätte auch diese Aufgaben mit Leichtigkeit gelöst.

Duca ist nicht an seiner Qualifikation gescheitert, er ist einer politischen Intrige zum Opfer gefallen, einer Volte der SIHF-Bürokraten unter dem Eindruck der aktuellen Spannungen zwischen der National League und dem Verband. Dabei dürfte laut Stimmen aus dem Dunstkreis der Bürokraten in Glattbrugg ZH nicht Präsident Urs Kessler (64) federführend gewesen sein, sondern der Geschäftsführer Martin Baumann (57) und sein Netzwerk im SIHF-Verwaltungsrat. Man wollte nicht unbedingt Patrick von Gunten (41) als Nati-Direktor, vielmehr wollte man Duca verhindern, weil er von der National League portiert wurde. Der Entscheid pro Von Gunten soll mit 5:2-Stimmen gefallen sein. 

Der SIHF-Verwaltungsrat

Die Zusammensetzung des SIHF-Verwaltungsrats (gemäss SIHF-Webseite)

  • Urs Kessler (Präsident SIHF)
  • Marc-Anthony Anner
  • Martin Affolter
  • Sacha Thür
  • Katrin Lehmann
  • Peter Zahner
  • Stefan Volken

Die Zusammensetzung des SIHF-Verwaltungsrats (gemäss SIHF-Webseite)

  • Urs Kessler (Präsident SIHF)
  • Marc-Anthony Anner
  • Martin Affolter
  • Sacha Thür
  • Katrin Lehmann
  • Peter Zahner
  • Stefan Volken

National League stand geschlossen hinter Duca

Präsident Kessler hatte bei seiner 90-Tage-Bilanz noch vehement betont, wie wichtig ein gesundes Verhältnis zwischen Profi-Abteilung und Verband sei. Auch hatte Kessler ausgeführt, dass die Weibel-Nachfolge unbedingt im Sinn einer Kooperation zwischen National League und Verband geregelt werden müsse. Duca hatte die Unterstützung der National League, die Sportdirektoren standen geschlossen hinter ihm.

Der Entscheid pro von Gunten führt im bereits arg strapazierten Verhältnis zwischen den Parteien zu einer Eskalation. Präsident Kessler hatte anlässlich seines ersten öffentlichen Auftritts im Dezember 2025 betont, dass er sich im Schweizer Eishockey einen Teamgeist wünsche, wie er in Fischers Nationalmannschaft gepflegt wird, stattdessen herrsche im Business ein «Jeder gegen Jeden». Dieser Eindruck wird sich nun akzentuieren. Zuletzt hatte man sich in Pressemitteilungen gegenseitig die Schuld an der Misere der Swiss League in die Schuhe geschoben.

Präsident Kessler und CEO Baumann – wie weiter?

Apropos Spannungen: Interessant wird jetzt sein, wie die weitere Zusammenarbeit zwischen Präsident Kessler und Geschäftsführer Baumann aussehen könnte. Baumann sitzt dank seiner Verbindungen im Verwaltungsrat ziemlich fest im Sattel, über seine Anstellung entscheidet nicht der Präsident, sondern der Verwaltungsrat. Der Berner Oberländer Kessler war einst bei den Jungfraubahnen im Verlauf von 38 Jahren vom Leiter der Verkaufsförderung zum Geschäftsführer und Visionär aufgestiegen – mit grösstmöglichem Erfolg. In den Büroräumen von Glattbrugg ZH sind ihm jetzt aber die Hände gebunden.

Von Gunten gerät unverschuldet zwischen die Fronten

Weibel-Nachfolger Patrick von Gunten ist vor allem als ehemaliger Nati- und NL-Spieler bekannt. Aktuell ist er im Organisationskomitee der Heimweltmeisterschaft 2026 als Leiter des Standorts Zürich im Einsatz. Dort leistet von Gunten vorzügliche Arbeit – im Streit zwischen den Verbandsfunktionären und der National League gerät er jetzt vollkommen unverschuldet zwischen die Fronten.

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