Fribourg auf Finalkurs
Bei Gottéron ziehen die Schweizer den Karren

In den letzten Jahren sorgte vor allem das Schweden-Duo Sörensen/Wallmark für die Musik bei Fribourg. Doch jetzt schiessen bei den Drachen die Schweizer 69,7 Prozent der Tore.
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Die Fribourg-Spieler Jamiro Reber (v.l.), Jacob de la Rose, Torschütze Jeremi Gerber und Benoît Jecker jubeln nach dem Tor zum 3:1 in Genf.
Foto: Laurent Daspres/freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Gottéron beeindruckt in Playoffs mit starker Leistung trotz Ausfällen von Nati-Stars
  • 69,7 Prozent der Tore in den Playoffs wurden von Schweizern erzielt
  • Christoph Bertschy führt mit 9 Punkten die Playoff-Skorerliste an
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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Obwohl mit Sandro Schmid und Andrea Glauser zwei Nati-Stars verletzt fehlen, sind es die Schweizer, die bei Gottéron gross auftrumpfen. In der Offensive, aber auch hinten.

Bertschy und Biasca vernaschen Servette-Abwehr
4:01
Genf – Fribourg 3:4:Bertschy und Biasca vernaschen Servette-Abwehr

Besonders gut messbar ist dies bei der Torproduktion. Da wurden in den Playoffs 69,7 Prozent der Gottéron-Treffer durch Schweizer erzielt, nachdem bereits in der Quali 59,76 Prozent made in Switzerland waren und nur die ZSC Lions einen höheren Anteil an Schweizer Toren hatten (60,69 Prozent).

Das war in der Vergangenheit noch anders. In den letzten Jahren hing viel von der Paradelinie mit den Schweden Lucas Wallmark und Marcus Sörensen ab. Da schossen die Ausländer jeweils noch über die Hälfte der Tore. Erst letztes Jahr in den Playoffs nicht mehr, als die Schweden Wallmark und Jacob de la Rose verletzt ausfielen.

Hilfe von der zweiten Garde

Feuer gefangen hat nicht zuletzt Christoph Bertschy. In der Serie gegen Servette hat er bereits fünfmal eingenetzt und dazu noch zwei Tore vorbereitet, womit er der beste Skorer unter allen Halbfinalisten ist. Mit seiner Doublette am Freitag ist er mit neun Punkten auch an die Spitze der Playoff-Skorerliste geklettert. Seit Attilio Biasca von seiner Verletzung zurückgekehrt ist, fliegt die BBB-Linie mit dem ebenfalls starken Finnen Henrik Borgström in der Mitte.

«Das war nicht unser bestes Spiel»
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Fribourg-Gerber nach Sieg:«Das war nicht unser bestes Spiel»

Doch auch die Spieler aus der zweiten Garde trumpfen auf. Allen voran Jamiro Reber und Jeremi Gerber. Der 19-jährige Sohn von Ex-Verteidiger Jörg Reber war im Januar vorzeitig aus Schweden zurückgekehrt, wo er letzte Saison acht Tore für HV71 Jönköping geschossen hatte. Er zeigt sein Talent sowie seine spielerischen und läuferischen Qualitäten.

1:3-Rückstand wurde schon 14-mal gedreht
  • Halbfinal 2025: Lausanne – Fribourg 4:3 nach 1:3
  • Viertelfinal 2013: Bern – Servette 4:3 nach 1:3
  • Viertelfinal 2013: ZSC Lions – Davos 4:3 nach 1:3
  • Final 2012: Bern – ZSC Lions 3:4 nach 3:1
  • Viertelfinal 2010: Servette – Fribourg 4:3 nach 1:3
  • Halbfinal 2009: Davos – Fribourg 4:3 nach 1:3
  • Viertelfinal 2007: Davos – ZSC Lions 4:3 nach 1:3
  • Halbfinal 2004: Lugano – ZSC Lions 4:3 nach 1:3
  • Final 2001: Lugano – ZSC Lions 3:4 nach 3:1

Wende nach 0:3

  • Final 2022: Zug – ZSC Lions 4:3 nach 0:3
  • Viertelfinal 2022: SCRJ Lakers – Davos 3:4 nach 3:0
  • Viertelfinal 2008: Zug – Davos 3:4 nach 3:0
  • Viertelfinal 2007: Zug – Rapperswil-Jona 4:3 nach 0:3
    Viertelfinal 2006: Lugano – Ambri 4:3 nach 0:3
2025 nahm Lausanne (im Bild Damien Riat, der Marcus Sörensen überspringt) die Halbfinal-Hürde Fribourg trotz 1:3-Rückstand in der Serie.
keystone-sda.ch
  • Halbfinal 2025: Lausanne – Fribourg 4:3 nach 1:3
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  • Final 2001: Lugano – ZSC Lions 3:4 nach 3:1

Wende nach 0:3

  • Final 2022: Zug – ZSC Lions 4:3 nach 0:3
  • Viertelfinal 2022: SCRJ Lakers – Davos 3:4 nach 3:0
  • Viertelfinal 2008: Zug – Davos 3:4 nach 3:0
  • Viertelfinal 2007: Zug – Rapperswil-Jona 4:3 nach 0:3
    Viertelfinal 2006: Lugano – Ambri 4:3 nach 0:3

Überraschender sind aber die Auftritte von Gerber. Nach einem vielversprechenden Start als Teenager beim SCB wechselte er nach Lugano und kam vor zwei Jahren zu Gottéron. Akzente konnte der ehemalige U20-Nati-Spieler nach seinem Abgang in Bern kaum mehr setzen und sein Vertrag in Freiburg läuft in einigen Wochen aus. Doch in den Playoffs spielt der 26-Jährige wie verwandelt. Am Freitag wurde er doppelt belohnt. Erst rückten er und Reber von der vierten in den dritten Sturm zu de la Rose auf und dann traf Gerber – auf Pass von Reber.

Seiler und Jecker springen in die Bresche

Schon zwölf Schweizer haben in diesen Playoffs getroffen: Bertschy (5), Biasca, Yannick Rathgeb (beide 3), Gerber, Maximilian Streule, Nathan Marchon (alle 2), Reber, Benoît Jecker, Kevin Nicolet, Samuel Walser, Jan Dorthe und Julien Sprunger (alle 1). 

In der Defensive sind es Schweizer Hinterbänkler, die das Bezahlen der Rechnung übernommen haben. Der kampfstarke, robuste Ostschweizer Simon Seiler (29), der die Playoffs als siebter Verteidiger begann, spielt nun aufgrund des Ausfalls von Glauser gegen 20 Minuten pro Spiel und ist aufgrund der Sperre gegen den Schweden Patrik Nemeth, der am Sonntag wieder spielberechtigt ist, zum wichtigsten Mann im Boxplay avanciert.

So stark wie noch nie spielt derweil Benoît Jecker (31). Der Einheimische schoss nicht nur das Overtime-Tor im siebten Spiel gegen die Lakers, sondern verteidigt enorm solide. Auch wenn man die Plus/Minus-Statistik nicht überschätzen darf, ist seine +14-Bilanz doch beeindruckend. Die ersten Verfolger in dieser Kategorie, sein finnischer Verteidiger-Kollege Juuso Arola und der schwedische HCD-Stürmer Simon Ryfors, kommen lediglich auf +8.

Hinter der Abwehr steht mit Reto Berra (39) einer, bei dem es, bei allem Respekt gegenüber seinem zukünftigen Klub Kloten, die letzte Chance sein dürfte, seinen zweiten Meistertitel zu holen. Und genau so spielt der Zürcher Unterländer. Meister wurde er vor 17 Jahren mit Davos, im Tandem mit Leonardo Genoni.

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