Es ist eine Statistik, die man kaum glauben kann, weil sie derart krass ist. In seinen sieben Saisonspielen gegen Lugano (drei in der Quali, vier in den Playoffs) produzierte Denis Malgin (29) unfassbare 15 Skorerpunkte (5 Tore, 10 Assists). Gegen Davos in bislang sechs Saisonspielen (zwei in der Quali, vier in den Playoffs) dagegen noch keinen einzigen.
Alle staunten, wie stark er in den Playoff-Viertelfinals gegen Lugano nach einer einmonatigen Verletzungspause zurückkehrte und die Tessiner mit seinen Zaubereien an den Rand des Wahnsinns brachte. Von null auf hundert startete Malgin durch – als wäre es ein Kinderspiel. Man staunt jetzt aber genauso, dass ihm gegen Davos nichts mehr gelingt. Als hätte ihm jemand den Zaubertrank entzogen. Zusammen mit den Quali-Spielen, in denen Malgin ebenfalls nicht produzieren konnte, ergibt dies die Schlussfolgerung: Malgin leidet an einem HCD-Komplex.
«Ich will auch gegen Davos 15 Punkte machen»
Auf die Frage nach einer Erklärung für die krasse Vergleichsstatistik sagt Malgin scherzhaft: «Da musst du den Blick fragen.» Mit etwas mehr Ernsthaftigkeit meint er anschliessend: «Eine wirkliche Erklärung habe ich dafür nicht. Es ist ja nicht so, dass ich keine Chancen habe, ich will sie ja reinhauen und auch gegen Davos 15 Punkte machen.» Dass es Gegner gebe, die ihm liegen und andere überhaupt nicht, stellt der Nati-Stürmer in Abrede.
Er versuche sein Bestes und gebe sicher nicht auf. «Es ist gerade nicht einfach, aber ich bin nicht bereit, den Kopf hängenzulassen. Manchmal gehen sie rein und manchmal nicht. Ich bin auch keine Maschine, die einen Knopf drücken kann und dann kommen die Tore», so Malgin. Dass er dem Team in dieser Situation nicht mehr helfen könne, frustriere ihn schon, aber er habe in den letzten Jahren auch viel dazu gelernt: «Ich bin älter geworden und versuche, die Emotionen nicht mehr so zu zeigen, positiv zu bleiben und es beim nächsten Einsatz einfacher besser zu machen.»
Liesse Andrighetto-Rückkehr Flügel wachsen?
Glasklar ist, dass Malgin sein kongenialer Linienpartner Sven Andrighetto, der in der ersten ZSC-Sturmlinie üblicherweise die Fäden zieht und viele Räume für ihn schafft, fehlt. Dieser verletzte sich im dritten Viertelfinalspiel gegen Lugano nach einem Crash mit Rudolfs Balcers. Was in der Endphase der Lugano-Serie noch kein Problem war, da Malgin trotzdem weiterskorte, aber gegen Davos zu einem geworden ist. Malgin sagt dazu: «Klar fehlt ein solcher Spieler wie er extrem, aber wir haben auch ohne ihn noch immer eine sehr gute Mannschaft.»
Andrighetto soll dem Vernehmen nach sehr nah an einem Comeback sein. Am Freitag stand erst am Vormittag fest, dass es für Spiel vier noch nicht reicht, wirklich überraschen würde es daher nicht, wenn er im Spiel der letzten Chance am Sonntag in Davos plötzlich auf dem Eis stehen würde. Vielleicht würden allein schon durch seine Präsenz der ganzen Mannschaft nochmals Flügel wachsen – und erst recht Malgin. Dieser sagt: «Jetzt fahren wir nach Davos, versuchen, ein solides Spiel zu machen, und dann schauen wir weiter. Das Ziel ist es, dort zu gewinnen und dann mit der Serie wieder nach Zürich zurückzukommen.»


