Zürcher Monster-Serie reisst
Davos beendet Zürcher Monster-Serie

In beiden Halbfinal-Serien gibts das Break. Davos bezwingt die ZSC Lions, Fribourg schlägt auswärts Genf. Damit haben die beiden Teams am Sonntag die Chance, den Finaleinzug perfekt zu machen.
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ZSC Lions – Davos 2:5

19 Playoff-Heimspiele in Folge hatten die ZSC Lions gewonnen, doch zum 20. Jubiläumserfolg kommt es nicht, der HC Davos zieht einen Schlussstrich unter die monströse Serie des Doppelmeisters. Damit haben die Bündner die Zürcher im Schwitzkasten, können diese bereits am Sonntagabend aus dem Titelrennen schmeissen und ihrerseits erstmals seit 2015 wieder in einen Playoff-Final einziehen.

Nun wird man definitiv erfahren, über wieviel Widerstandskraft die erfolgsverwöhnten ZSC Lions in diesen Playoffs verfügen. Zunächst geht es für sie darum, mit einem Gegenbreak diese Halbfinalserie nochmals nach Zürich zurückzuholen. Ob sie aber in der Lage sind, den Quali-Sieger dreimal in Folge zu bezwingen, darf angezweifelt werden, da dieser auch in den Playoffs enorm stilsicher auftritt. Es ist eine echte Meisterprüfung für die ZSC Lions.

Diese legen im vierten Halbfinal-Tanz zunächst los wie die Feuerwehr. Nach wenigen Sekunden trifft Vinzenz Rohrer bereits die Latte, Dean Kukan sorgt in der 7. Minute mit einem herrlichen Backhand-Schuss für die Führung. Rückkehrer Jesper Fröden müsste auf 2:0 erhöhen, scheitert aber am starken Sandro Aeschlimann. Der HCD kommt in der Startphase mächtig unter die Räder und kann von Glück reden, dass ihm nicht zwei, drei Gegentore eingeschenkt werden.

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5:2-Sieg in Zürich: Davos schafft in der Halbfinal-Serie das Break.
Foto: keystone-sda.ch

Die Bündner haben da allerdings auch einen Schock zu verdauen, bei einem Zusammenstoss mit Teamkollege Simon Knak wird Nati-Verteidiger Michael Fora am linken Knie getroffen und kann fortan nicht mehr mittun. Doch die Davoser stecken den Kopf nicht in den Sand, lassen das heftige ZSC-Gewitter über sich ergehen, schütteln sich, finden im Mitteldrittel Mittel und Wege die Zürcher in Verlegenheit zu bringen, indem sie diese zu Eigenfehlern zwingen. Vor dem 1:1 von Tino Kessler schnitzert Harrison Schreiber, beim 1:2 finden sich Dario Truttman und Frödén nicht und Brendan Lemieux wuselt vor dem ZSC-Tor so lange, bis sie Goalie Simon Hrubec selbst im Tor versorgt.

Giftpfeil Lemieux wird von HCD-Trainer Josh Holden erstmals in dieser Serie auch auswärts in Zürich von der Leine gelassen. Mit seiner Beharrlichkeit und seiner Wasserverdrängung ist er ein entscheidendes Element. Die ZSC Lions wissen nicht, wie ihnen geschieht. Obwohl sie zuvor über weite Strecken besser waren, sehen sie sich mit einem Rückstand konfrontiert. Dann schafft Rohrer das Kunststück, nochmals die Latte zu treffen und für das Schlussdrittel fällt Frödén neuerlich aus. Die Zürcher rennen zwar verzweifelt an, aber auch ziemlich kopflos, ihr Aktienkurs sinkt massiv. Erst recht als die Zürcher nach dem nächsten Eigenfehler das 1:3 durch Calle Andersson kassieren und auf das Anschlusstor von Juho Lammikko sogleich das 2:4 von Rasmus Asplund kassiert. Die definitive Entscheidung.

Fans: 12'000 (ausverkauft)
Tore: 7. Kukan (Lammikko, Hollenstein) 1:0. 24. Kessler (Knak) 1:1. 32. Lemieux (Dahlbeck) 1:2. 51. Andersson (Kessler, Frehner) 1:3. 55. Lammikko (Geering) 2:3. 56. Asplund (Dahlbeck) 2:4. 59. Kessler (Barandun) 2:5 (ins leere Tor).

Servette – Fribourg 3:4

Wohl noch selten hat man auf diesem Niveau ein Spiel gesehen, das mit so vielen individuellen Fehlern beginnt. Liegts am Eis? Oder ist der Puck verhext? Bereits nach wenigen Sekunden kommt die Fribourger BBB-Linie zu Chancen durch Borgström und Biasca. Danach offeriert Sörensen dem Genfer Vesey mit einem Puckverlust in der eigenen Zone eine Chance.

Das nächste Geschenk kommt von Servette-Seite. Doch Biasca, der in diesen Playoffs schon dreimal das erste Tor seines Teams schoss und so zum Dosenöffner wurde, scheitert nach Saarijärvis Bock alleine gegen Charlin. Es geht weiter mit Pleiten, Pech und Pannen: Die Servettiens Puljujärvi und Verboon fahren sich gegenseitig über den Haufen. Dann läuft der Genfer Captain Rod alleine auf Berra zu, nachdem Arola der Stock gebrochen ist. Und auf der anderen Seite kann De la Rose einen Berni-Patzer nicht ausnutzen.

Das erste Tor fällt erst, als Rod nach einem Stockschlag von Rathgeb zu Boden sinkt und die Refs sich nach einer Video-Review für eine 2-Minuten-Strafe gegen den Gottéron-Verteidiger entscheiden. Doch es passt zu diesem Drittel, dass es nicht zu einem Powerplay-Tor, sondern zu einem Shorthander kommt. Nach einem Praplan-Fehlpass schickt Walser Bertschy auf die Reise und der Nati-Stürmer bezwingt Charlin. Und auch der Ausgleich fällt per Shorthander! De la Rose lässt sich den Puck von Puljujärvi abluchsen und der Finne stürmt davon und bezwingt Berra mit etwas Glück.

Fribourg geht aber erneut in Führung. Gerber vollendet einen Reber-Pass. Und dann setzt Bertschy seine Show gegen Servette fort. Er leitet den Gegenstoss über Biasca ein, rückt nach, tanzt vors Tor und umspielt Charlin. Klasse! Es ist der fünfte Treffer der Serie des Fribourgers, der in Abwesenheit des verletzten Sprunger das C auf der Brust trägt.
Es kommt noch schlimmer für die Genfer, Im Anschluss an eine Schwalben-Strafe gegen Charlin, der von Dorthe angefahren wird, aber zu viel daraus macht, erhöht Walser auf 4:1.

Im dritten Abschnitt kommt Meister-Keeper Mayer für den Nati-Goalie. Gibts wieder eine Wende wie im Spiel 6 gegen Lausanne (4:3 nach 0:3)? Praplan verkürzt im Powerplay und Ignatavicius stellt auf 3:4. Und Jooris hat den Ausgleich auf dem Stock. Doch Fribourg holt sich den ersten Auswärtssieg der Serie und drei Final-Pucks.

Tore: 20. Bertschy (Walser/SH) 0:1. 23. Puljujärvi 1:1. 30. Gerber (Reber) 1:2. 35. Bertschy (Biasca) 1:3. 39. Walser (Borgström, Reber) 1:4. 43. Praplan (Le Coultre/PP) 2:4. 53. Ignatavicius (Le Coultre) 3:4.

Fans: 7135 (ausverkauft)

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