Darum gehts
Den siebenfachen Meistergoalie Leonardo Genoni (38, Zug) hat er aus dem Titelrennen geworfen, Zürichs Doppel-Meisterheld Simon Hrubec (34, Tsch) ebenso. Jetzt wartet auf der anderen Seite Fribourgs Reto Berra (39) als finale Prüfung auf HCD-Torhüter Sandro Aeschlimann (31). Es ist für ihn der erste Playoff-Final seiner Karriere, den er als klare Nummer 1 bestreitet – 2018 ist er beim EVZ hinter Genoni bloss Ersatz und steht noch ganz am Anfang.
Denn der Emmentaler tritt erst mit 23 erstmals in der National League auf. «In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass ich irgendwann für meine harte Arbeit belohnt werde», so Aeschlimann. «Bei mir dauerte es einfach etwas länger». Nun macht ihn die Summe seiner Erfahrungen aus, das habe ihm auch durch den Viertel- und Halbfinal geholfen. Dass er erst mit 31 den ersten Playoff-Final spielt, ist vielleicht genau richtig, weil er jetzt zu einem Final-Goalie gereift ist.
Seine Halbfinal-Fangquote gegen den ZSC von 95,6 Prozent ist beeindruckend, widerspiegelt laut Aeschlimann «jedoch nur die Leistung des ganzen Teams». Wie sein Goalietrainer Markus Ketterer (58, Fi) letztens im Blick ebenso betont, funktioniert das Zusammenspiel zwischen ihm und seinen Vorderleuten perfekt.
«Ich kann gut ausblenden, wenn man mich zu nerven versucht»
Nervös vor seiner Final-Premiere ist Aeschlimann nicht. «Ich fühle mich gleich wie vor dem Viertel- und dem Halbfinal: Ich bin völlig frei im Kopf.» Darin liegt vielleicht sein Leistungsgeheimnis. Er lässt sich auch von der ruppigeren Gangart in seinem Slot oder von Gegnern, die ihm stärker auf die Pelle rücken und ihn öfters bei einem Bremsmanöver mit Eisabrieb eindecken, nicht ablenken. «Ich kann gut ausblenden, wenn man mich zu nerven versucht. Das gehört zu den Playoff-Emotionen.»
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Aeschlimann ist gespannt darauf, wie sich seine Emotionen nach dem Final anfühlen werden, «denn noch ist ja nichts gewonnen». Als letzter Gegner im Weg zum 32. Meistertitel des HCD steht Gottéron und mit ihm Routinier Berra. Laut dem Davoser Keeper mit ein Grund, weshalb Fribourg so souverän in den Final eingezogen ist. «Reto ist ein unglaublicher Goalie.» Zu viele Gedanken zu den Final-Gegnern mache er sich aber nicht, «ich muss einfach besser sein als mein Gegenüber». Der zweimalige Spengler-Cup-Sieger erwartet eine interessante und spannende Serie. «Ich freue mich extrem und bin aufgeladen. Es ist eine machbare Aufgabe.»

