Darum gehts
- Trotz Playoff-Aus im Halbfinal werden ZSC-Spieler von Fans gefeiert
- HCD-Lemieux nutzt Zürcher Chaos in der Overtime
- Ist die Heim-WM für Andrighetto in Gefahr?
ZSC-Fans feiern ihre Spieler
Allgemein gilt das Zürcher Publikum als kritisch. Und so staunte man nicht schlecht, als die nach Davos mitgereisten ZSC-Fans vor dem Spielerausgang des Gästeteams warteten und ihre soeben aus den Playoff-Halbfinals ausgeschiedenen Spieler feierten und aufmunterten. Die Fans scheinen nicht vergessen zu haben, wie viel Freude ihnen die Mannschaft in den letzten beiden Jahren mit zwei Meistertiteln und dem Champions-League-Triumph bereitete.
Stransky bringt Opfer
Zum Abschluss seiner Schaffenszeit in Davos zieht HCD-Captain Matej Stransky mit seinem Team erstmals in den Playoff-Final ein. Auch am 2:1-Sieg nach Verlängerung am Sonntag hatte der Tscheche mit seinem Treffer zum 1:1, der knapp die Linie überquert hatte, wesentlichen Anteil. Allerdings musste der in seine Heimat zu Pardubice zurückkehrende Stransky in der Halbfinal-Serie gegen die ZSC Lions auch Opfer bringen. In Spiel drei verlor er durch einen hohen Stock von Denis Malgin drei Zähne.
Webers unglücklicher Wechsel
Was ist beim ZSC schiefgelaufen, als Brendan Lemieux in der 62. Minute mit einem Energieanfall und Sololauf die Serie durch seinen Treffer zum 2:1 entschied? Am Ursprung stand, dass sich ZSC-Verteidiger Yannick Weber zuvor in einen Zürcher Angriff einschaltete, dann aber hinfiel, sich hochrappeln musste und anschliessend zum Wechsel zur Bande fuhr. Diese kurze Unordnung und Lücke nutzte Lemieux zu seinem unwiderstehlichen Antritt. Patrick Geering, der für Weber aufs Eis kam, war dann zu spät, um noch eingreifen zu können. Juho Lammikko und Dario Trutmann, die den Kanadier noch zu stören versuchten, konnten ihn ebenfalls nicht mehr aufhalten.
WM für Andrighetto in Gefahr?
Die Hoffnungen auf eine rechtzeitige Rückkehr ihres Leitwolfs Sven Andrighetto zerschlugen sich bei den ZSC Lions vor dem Spiel der letzten Chance. In den Playoff-Viertelfinals gegen Lugano hatte der Stürmerstar bei einem Crash mit Teamkollege Rudolfs Balcers eine Gehirnerschütterung erlitten. Andrighetto befand sich zwar im Return-to-Play-Protokoll zuletzt auf gutem Weg zum Comeback, erlebte dann aber wieder Rückschritte. Ist sogar seine Teilnahme an der Heim-WM in einem Monat in Gefahr? «Ich wünsche ihm natürlich, dass er da spielen kann. Aber bei Gehirnerschütterungen muss man einfach aufpassen und weiss nie, wie es herauskommt», sagt ZSC-Sportchef Sven Leuenberger.
Superheld Aeschlimann
In den Viertelfinals hat er den siebenfachen Meister Leonardo Genoni (Zug) eliminiert, in den Halbfinals musste der aktuelle zweifache Meistergoalie Simon Hrubec (ZSC) dran glauben. HCD-Keeper Sandro Aeschlimann zeigt sich in diesen Playoffs so stark wie nie und hat grossen Anteil am Finaleinzug. Dort erwartet ihn nochmals ein Duell gegen einen grossen Goalie – Fribourgs Reto Berra, der 2009 gemeinsam mit Genoni in Davos Meister wurde und später in der NHL gespielt hat.
Abschiede bei den ZSC Lions
Beim abtretenden Titelverteidiger bestritten einige Spieler am Sonntag in Davos ihr letztes Spiel für die ZSC Lions: Denis Hollenstein (Zukunft offen), Dario Trutmann (Zukunft offen), Harrison Schreiber (soll zu Davos wechseln), Johan Sundström (Zukunft offen) und vermutlich auch Vinzenz Rohrer (Vertrag mit Montreal). Bei ihm ist noch unklar, ob er die aktuelle Saison in der AHL bei Laval fortsetzt oder ins WM-Vorbereitungscamp von Österreich einrückt.

