Zittert ZSC-Bayer um seinen Job?
«Es liegt nicht in meinen Händen»

Vor einem Jahr war er als Meistertrainer der gefeierte Mann. Nach dem Halbfinal-Aus gegen Davos wird Marco Bayer (53) trotz Vertrag bis 2027 nun infrage gestellt. Der ZSC-Trainer im Interview nach dem Saisonende.
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Nach dem Saison-Aus fühlt ZSC-Trainer Marco Bayer eine Leere.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • ZSC Lions scheitern im Halbfinale gegen HC Davos trotz grossem Einsatz
  • Trainer lobt Teamleistung, nennt Effizienz von Davos als entscheidenden Faktor
  • ZSC wurde Vierter in der Qualifikation, punktgleich mit dem Drittplatzierten
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Was geht in Ihnen nach dem Ausscheiden vor?
Ich bin enttäuscht und es tut weh. Ich wäre gerne im Final dabei gewesen.

Die ZSC Lions sind in Halbfinalspiel fünf in Davos zwar nochmals aufgestanden. Aber gereicht hat es trotzdem nicht.
Das ist so. Wir haben sehr viel investiert, einen guten Match gezeigt und uns die Chancen erarbeitet, aber am Schluss das Tor nicht erzielt. Abgesehen davon kann ich der Mannschaft aber keinen Vorwurf machen, sie hat nochmals alles reingeworfen.

Ist in letzter Konsequenz die schwierige Qualifikation schuld am Ausscheiden?
Nein. Die Serie gegen Davos war eng. Ich habe nach dem Spiel auch mit Josh Holden (Trainer von Davos; die Red.) darüber gesprochen und er sieht es gleich – es waren Nuancen, die entschieden haben. Davos hat einen Weg gefunden, die Spiele zu gewinnen, und war effizienter. Deshalb haben sie uns geschlagen.

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Trotzdem hat die Dynamik früherer Tage in dieser Saison gefehlt. Wo sehen Sie die Gründe?
Ich habe es schon vor den Playoffs verschiedentlich gesagt: Dadurch dass wir zwei Jahre lang alles gewonnen haben, war diese Saison extrem schwierig. Es war einfach, zu sagen, dass wir den dritten Titel in Folge wollen. Aber in einigen Spielen war dann doch eine gewisse Zufriedenheit vorhanden, was menschlich ist. Dazu kamen immer wieder Verletzungen von Schlüsselspielern, wir konnten oft nicht zweimal hintereinander mit dem gleichen Team aufs Eis gehen. Das half nicht. Unter diesen Umständen finde ich, dass wir insgesamt eine gute Qualifikation gespielt haben. Immerhin sind wir Vierter geworden, punktgleich mit dem Dritten. Und jetzt sind wir in den Playoffs gegen einen sehr guten Gegner gescheitert. Ich habe grossen Respekt vor der Leistung von Davos und gratuliere ihnen zum Finaleinzug. Aber ich habe auch Respekt vor der Leistung meiner Mannschaft.

Vor den Playoffs haben Sie auch gesagt, dass es fast unmöglich ist, dreimal hintereinander den Titel zu holen. Fühlen Sie sich jetzt bestätigt?
Es ist enorm schwierig. Schauen Sie doch mal in die NHL. Wo sind die Florida Panthers aktuell? Und wo war Servette, nachdem es Meister geworden war? Da kann ich meiner Mannschaft dann doch anrechnen, dass wir im Halbfinal standen und dort in den Spielen stets nah dran waren. Sie hat an sich geglaubt.

Aber hatte Davos letztlich nicht mehr Biss?
Davos ist auch schon lange nicht mehr Meister geworden. Sie haben eine gute Phase, spielen mit viel Selbstvertrauen, es läuft dann vieles zusammen.

Zum vierten Mal in Folge haben sich der Erste und der Zweite aus der Qualifikation für den Final qualifiziert. Ist es gut für das Schweizer Eishockey, wenn dadurch die Qualifikation aufgewertet wird?
Aus unserer Sicht ist es in diesem Jahr nicht gut. Aber dass es sich so entwickelt hat und sich in den Playoffs die Kräfteverhältnisse aus der Qualifikation widerspiegeln, ist für die Liga auf jeden Fall gut. Es macht die Qualifikation wertvoller. 

Hat als ZSC-Trainer das Double gewonnen: Marco Bayer.
keystone-sda.ch
Marco Bayer persönlich

Der Zürcher Marco Bayer (53) gehörte in jungen Jahren zu den grössten Schweizer Verteidigertalenten. Er war Junioren-Nationalspieler und wechselte bereits als 16-Jähriger von seinem Stammklub Dübendorf zu Davos. Via Chur und dem ZSC landete er 1994 bei Kloten, wo er zweimal Meister wurde. Weitere Stationen waren Zug, Ambri, Rappi und Langnau. 2009 beendete der ältere Bruder von Ex-Goalie Claudio Bayer seine Karriere. Insgesamt lief er auch 31 Mal für die Nati auf und bestritt zwei WM-Turniere. Anschliessend stieg er ins Trainerbusiness ein. Als Assistent in Langnau und Rappi, bei den Junioren in Kloten und Bern. Dort wurde er als interimistischer Assistenztrainer 2016 an der Seite von Nothelfer Lars Leuenberger Meister. Später war er auch zwei Jahre Sportchef bei den SCL Tigers. In den letzten viereinhalb Jahren arbeitete Bayer primär mit jungen Spielern, als Headcoach der U20-Nati und zuletzt der GCK Lions. Am 30. Dezember trat der Dübendorfer als interne Lösung die Nachfolge des zurückgetretenen Marc Crawford als Cheftrainer der ZSC Lions an, gewann anschliessend mit seinem Team im Februar die Champions League und führte es in den Playoffs souverän zum Meistertitel. Doch in der neuen Saison geriet er schon im Herbst wegen einer Niederlagenserie unter Beschuss und nach dem Halbfinal-Aus ist seine Zukunft als ZSC-Trainer infrage gestellt. Bayer ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern.

Hat als ZSC-Trainer das Double gewonnen: Marco Bayer.
keystone-sda.ch

Der Zürcher Marco Bayer (53) gehörte in jungen Jahren zu den grössten Schweizer Verteidigertalenten. Er war Junioren-Nationalspieler und wechselte bereits als 16-Jähriger von seinem Stammklub Dübendorf zu Davos. Via Chur und dem ZSC landete er 1994 bei Kloten, wo er zweimal Meister wurde. Weitere Stationen waren Zug, Ambri, Rappi und Langnau. 2009 beendete der ältere Bruder von Ex-Goalie Claudio Bayer seine Karriere. Insgesamt lief er auch 31 Mal für die Nati auf und bestritt zwei WM-Turniere. Anschliessend stieg er ins Trainerbusiness ein. Als Assistent in Langnau und Rappi, bei den Junioren in Kloten und Bern. Dort wurde er als interimistischer Assistenztrainer 2016 an der Seite von Nothelfer Lars Leuenberger Meister. Später war er auch zwei Jahre Sportchef bei den SCL Tigers. In den letzten viereinhalb Jahren arbeitete Bayer primär mit jungen Spielern, als Headcoach der U20-Nati und zuletzt der GCK Lions. Am 30. Dezember trat der Dübendorfer als interne Lösung die Nachfolge des zurückgetretenen Marc Crawford als Cheftrainer der ZSC Lions an, gewann anschliessend mit seinem Team im Februar die Champions League und führte es in den Playoffs souverän zum Meistertitel. Doch in der neuen Saison geriet er schon im Herbst wegen einer Niederlagenserie unter Beschuss und nach dem Halbfinal-Aus ist seine Zukunft als ZSC-Trainer infrage gestellt. Bayer ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern.

Wie ordnen Sie es ein, wenn die ZSC Lions im Halbfinal ausscheiden? Ist es eine sportliche Katastrophe?
Die Ansprüche sind höher. Und das immer. Der ZSC will um den Meistertitel spielen. Aber man darf nicht vergessen, woher wir kommen. Und es ist auch wichtig, dass wir dies in die Analyse hineinpacken.

Wie geht es jetzt weiter?
Im Moment bin ich leer und muss mich so kurz nach dem Ausscheiden zuerst mal sammeln. Danach werden wir alles analysieren und aufarbeiten. Daraus werden wir sicherlich gewisse Schlüsse ziehen und nächste Saison wieder angreifen. Wir sind Zürich und dafür sind wir da. Wir haben hohe Ansprüche und werden wieder zurückkommen.

Die verpasste Chance ist für den ZSC eine neue Chance
2:11
Heisse Bayer-Frage bei Lions:Die verpasste Chance ist für den ZSC eine neue Chance

Muss man beim ZSC Angst um seinen Job haben, wenn man den Final nicht erreicht?
Das liegt nicht in meinen Händen. Das ist nicht meine Entscheidung.

Demnach bereiten Sie jetzt ganz normal die nächste Saison vor?
Davon gehe ich aus. Ich mache meinen Job, nicht mehr und nicht weniger.

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