ZSC vor Schlüsselfrage
Den grössten Einfluss hat ein Trainerwechsel

Das deutliche Aus im Playoff-Halbfinal gegen Davos ist für die ZSC Lions nach den Erfolgen der letzten zwei Jahre kein Weltuntergang. Dennoch braucht es Veränderungen. Mit oder ohne Trainer Marco Bayer?
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Marcel AllemannReporter Eishockey

Vor der Eishalle in Davos warten singende ZSC-Fans auf ihre soeben ausgeschiedenen Spieler, um sie aufzumuntern. Drinnen gibt sich Lions-Sportchef Sven Leuenberger bei der Erklärung der deutlichen 1:4-Abfuhr gegen den HCD moderat, was zur Stimmung der Fans passt. «Es war eine ausgeglichene Serie, und ich habe nicht das Gefühl, dass wir die schlechtere Mannschaft waren. Wir waren nicht effizient genug», sagt er.

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Es sei weit davon entfernt, eine sportliche Katastrophe zu sein, meint Leuenberger in seiner Einordnung weiter. «Klar hört sich das 1:4 jetzt brutal an. Aber da müssen wir uns an der eigenen Nase nehmen. Defensiv waren wir zumeist solid, aber am Ende vom Tag haben wir zu wenig Tore geschossen.»

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Fehlendes Engagement ist Marco Bayer nicht vorzuwerfen – trotzdem stellt sich die Frage, ob er für den ZSC noch der Richtige ist.
Foto: keystone-sda.ch

Die Quittung für die durchzogene Quali erhalten

Es ist klar – wer in den letzten Jahren zwei Titel in Folge und die Champions League gewonnen hat, darf grundsätzlich auch mal in einem Halbfinal ausscheiden und muss deswegen nicht alles auf den Kopf stellen. Und trotzdem braucht es ein Umdenken und Korrekturen, denn die ZSC Lions waren diese Saison etwas gar leger unterwegs.

In den Playoffs gab es die Quittung dafür, dass schon während der Quali oft der letzte Biss und die letzte Überzeugung gefehlt hatten und man sich dadurch nicht besser positionieren konnte. «Da haben wir eine bessere Ausgangslage verspielt, das ist klar», sagt auch Leuenberger. Die Zürcher sind nicht das erste Team, das Opfer des eigenen Erfolges geworden ist. Aus der NHL lassen die Florida Panthers gerade herzlich grüssen.

Ein neuer Freigeist und Problemfall Grant

Spielraum für grosse Veränderung im Kader gibt es nicht. Mit Tim Berni und Simon Knak kommen zwei Nationalspieler, die für frisches Blut sorgen und den ZSC kurz- und mittelfristig mitprägen sollen. Das wird helfen. Mit Malte Strömwall gibt es einen neuen, durchaus spektakulären siebten Ausländer, der aber auch als Freigeist gilt.

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Ob das zu einem Umfeld passt, in dem nach dieser Saison eigentlich wieder mehr Disziplin angesagt wäre, wird sich weisen. Und ob es wirklich eine gute Idee war, dem gegen Davos aufreizend langsamen und dadurch auch noch lustlos wirkenden Derek Grant just vor den Playoffs nochmals einen neuen Vertrag zu geben, ist zu bezweifeln. Fakt ist: Der HCD hat von seinen Ausländern wesentlich mehr an Leistung bekommen als der ZSC. Es war ein Schlüssel in dieser Serie.

Kein Bekenntnis zu Bayer wie im Herbst

Den grössten Einfluss hätte zweifellos ein Trainerwechsel. Die ZSC Lions werden sich fragen müssen, ob Marco Bayer der richtige Mann für ihre Zukunft ist oder ob es wieder eine härtere, schonungslosere Linie wie unter Marc Crawford braucht. Bei den zwei Herbstkrisen stellte sich die Vereinsführung jeweils demonstrativ hinter Bayer, aber ob sie dies auch nach dem Halbfinal-Out nochmals tun wird, steht auf einem anderen Blatt Papier geschrieben.

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Auf die Frage, ob Bayer wegen des Halbfinal-Outs und der insgesamt durchzogenen Saison jetzt um seinen Job fürchten muss, liefert Leuenberger keine klare Antwort: «Was soll ich jetzt dazu sagen? Zuerst will ich mit allen Beteiligten sprechen und auch mit dem Trainerteam anschauen, was falsch und was gut lief.» Ein klares Bekenntnis wie noch im Herbst ist das nicht.

Es wird sich nun auch zeigen, wie der neue Präsident Lorenz Frey-Hilti bei solchen Fragen als oberste Instanz tickt. In den Playoffs fiel er durch mehr Nähe als sein Vorgänger und Vater Walter Frey auf, war auch bei den Auswärtsspielen vor Ort und nach den Spielen auf eine Stippvisite in der Kabine. Ist das gut oder schlecht für Bayer?

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