«Ich hätte zehn Kinder bekommen»
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Hunziker im Ballenberg:«Ich hätte zehn Kinder bekommen»

Michelle Hunziker und Yann Sommer erkunden das Berner Oberland
«Dankbar, dass ich in der Schweiz aufgewachsen bin»

Was macht die Schweiz aus? Mit dem Hot Tug über den Brienzersee tuckern oder auf dem Ballenberg die Schweiz von damals erleben? Michelle Hunziker und Yann Sommer begeben sich auf Erkundungstour.
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Der Hot Tug ist ein Boot mit Elektromotor und beheizbarem Pool. Yann und Michelle haben ihren Spass.
Foto: Fabienne Bühler

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Yann Sommer und Michelle Hunziker drehen Werbespot im Berner Oberland
  • Promi-Paar geniesst Hot Tug und historische Kulisse im Ballenberg
  • Brienzersee-Wasser: 18 Grad, viele Touristen, historische Erlebnisse für Filmcrew
Text von Zeno van Essel, Fotos von Fabienne Bühler
Schweizer Illustrierte

Yann Sommer (37) schiebt noch ein «Schitli» in den Ofen des Hot Tug. Das Wasser im schwimmenden Whirlpool auf dem Brienzersee soll angenehm warm sein für die prominente Badenixe, die ihn begleitet: Michelle Hunziker (49) lehnt lässig über die Bordwand und geniesst das Panorama des Berner Oberlands. «Äs isch super!», schwärmt sie – und das, obwohl sie anfangs noch skeptisch war.

«So etwas würde ich privat nie tun», meinte sie beim Anblick der neusten Touristenattraktion für Böötli-Fans auf dem Steg. Doch als sie mit dem legendären Schweizer Fussballgoalie friedlich über das smaragdgrüne Wasser tuckert, schlägt ihre Meinung schnell um. Zum Schluss wagen die beiden sogar noch einen Sprung ins knapp 18 Grad kalte Seewasser.

Grosse Entourage für Filmdreh

Der Hot Tug steht für die moderne, trendige Adventure-Schweiz, mit der die Region um Brienz und Interlaken heute Gäste aus aller Welt anlockt. Weiter talaufwärts erwartet Yann und Michelle das pure Gegenteil: die Schweiz in ihren Ursprüngen. Im Freilichtmuseum Ballenberg stehen historische Bauernhäuser, Ställe, Werkstätten und Pferdekutschen. Mittendrin das prächtige Ostermundigen-Haus von 1797 mit seinem grossen Garten. Hier ist alles für den Filmdreh vorbereitet.

Denn Michelle und Yann sind nicht nur zum Vergnügen ins Berner Oberland gereist. Als Botschafter von Schweiz Tourismus Italien wirken sie an einem Werbespot mit, der dem italienischen Publikum die Schönheit der Schweiz näherbringen soll. Neben der Filmcrew sind italienische Influencer sowie Michelles Managerin, Stylistin und Social-Media-Team vor Ort. Yann reist mit seinem Manager und seinem Trainer an. «Jetzt geniesse ich die Sommerpause, und meine Zukunft ist noch offen», sagt er. «Aber mit einigen gezielten Trainingseinheiten halte ich mich fit.»

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

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«Idyllisch und einzigartig»

Michelle verliebt sich auf Anhieb in das majestätische Berner Bauernhaus. «So ein Haus mit so einem Garten wünsche ich mir schon lange», sagt sie. Es erinnert sie an ihre gute Freundin Ursula Andress, die wie sie aus Ostermundigen stammt und mit der sie regelmässig auf Bärndütsch telefoniert. «Ursi erzählt mir oft von ihrer Kindheit in der Gärtnerei ihrer Grosseltern, bei denen sie aufgewachsen ist – wie idyllisch und einzigartig das damals war.» Auch Yann gerät ins Schwärmen, als er ein kleines Riegelbau-Stöckli auf einem Hügel entdeckt. «So ein Häuschen irgendwo im Nirgendwo – das ist mein Traum.»

Die Begegnung mit der historischen Schweiz bewegt beide. «Es gibt mir ein Gefühl von Heimat», sagt Yann. «Zu sehen, wie früher Brot gebacken wurde und wie einfach das Leben war, tut gut.» Michelle nickt. «Es berührt mich emotional. Hier wird einem bewusst, wie wurzellos wir Menschen heute teilweise geworden sind.»

Was wäre wohl aus ihnen geworden, hätten sie vor 250 Jahren gelebt? «Ich wäre auf jeden Fall Bauer gewesen», sagt Yann. «Jeden Abend hätte ich mit der Sense die Wiese gemäht und das Gras den Kühen gebracht. Und zu Hause hätte ich mit meiner Frau und den Kindern den Znacht vorbereitet. Megaschön – wie im Roman!» Michelle lacht. «Ich hätte auch auf dem Land gelebt, wahrscheinlich zehn Kinder bekommen, die Kühe gemolken – das kann ich übrigens heute noch! – und jeden Sonntag einen Kuchen gebacken.»

Fussball-WM und Erinnerungen

Michelle und Yann – ein «Werbe-Traumpaar» wie aus dem Bilderbuch. Die Szenen für den Werbespot erinnern an die ikonischen Gemälde von Albert Anker: im hohen Gras liegend unter einem Apfelbaum, beim Frühstück vor dem Ostermundigen-Haus oder beim Geissenfüttern. «Wie Heidi und Peter», ruft Michelle lachend.

Für Bäcker Beat Lüthi aus Altbüron LU, der auf dem Ballenberg auf traditionelle Weise Brot bäckt, ist es ein ganz besonderer Moment, als plötzlich Yann Sommer neben ihm in der Backstube mit anpackt. «Als du 2021 bei der Europameisterschaft den Penalty von Mbappé gehalten hast, das vergesse ich nie», sagt er. Yann lacht, bestäubt den Teig mit Mehl und posiert fürs Selfie.

Natürlich ist auch die aktuelle Fussball-WM Thema. «Ich vermisse die Jungs und das Camp», sagt der ehemalige Nati-Goalie. «Ich habe noch viel Kontakt und freue mich, die Spiele jetzt am Fernsehen zu verfolgen.» Wer wird Weltmeister? «Die Schweiz, hoffe ich», schiesst es aus ihm heraus.

«Dankbar, dass ich in der Schweiz aufgewachsen bin»

Bei Michelle wecken der Ballenberg und der Berner Dialekt Erinnerungen an ihre Kindheit in Ostermundigen, an das Mädchen mit den kurzen Haaren – «mein Vater hat sie mir bis zwölf immer gestutzt» –, das lieber mit den Buben spielte, Kaulquappen fing und allein mit dem Velo zur Schule fuhr: «Ich bin sehr dankbar, dass ich in der Schweiz aufgewachsen bin – nahe der Natur und mit einem Gefühl dafür, sie zu bewahren.» Wie viel von der kleinen Michelle von damals ihr heute – als Grossmutter – geblieben ist? «Ganz viel», sagt sie. «Ich bin dabei, vieles wieder hervorzugraben von dem Mädchen, das ich lange unterdrückt habe.»

Es verbindet sie mit ihren Kindern, ihrem Enkel Cesare. «Als Nonna darf ich ihn richtig verwöhnen – ganz ohne Schuldgefühle», sagt sie lachend. «Es gibt Dinge, die nur uns gehören. Unsere kleine Welt, unsere Geheimnisse. Das ist etwas ganz Besonderes.» Michelles Motto lautet: Die Basis des Lebens ist die Liebe und die Familie. Und das nächste grosse Familienfest steht auch schon bevor: Am 4. Juli heiratet ihre Tochter Aurora. «I wärde dä ganz Tag gränne», sagt Michelle und lacht. «Vor Glück!»

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