Darum gehts
- Iran und USA einigen sich in der Nacht auf Montag auf Friedensabkommen
- Strasse von Hormus soll innerhalb 30 Tagen unter iranischen Bedingungen öffnen
- Ölpreis sinkt weltweit nach Bekanntwerden des Abkommens um mehrere Prozent
Der Krieg im Iran scheint vorbei zu sein. In der Nacht auf Montag einigten sich die Islamische Republik und die Vereinigten Staaten auf ein Friedensabkommen. Der Deal sei bereits digital unterschrieben worden, erklärte der Präsident des Hauptvermittlers Pakistan auf der Plattform X. Eine offizielle Unterzeichnungszeremonie soll am Freitag in der Schweiz stattfinden.
Obwohl der Frieden nun in trockenen Tüchern zu sein scheint, ist der tatsächliche Inhalt des US-Iran-Deals noch grösstenteils unbekannt. Der offizielle Text des Abkommens wurde noch nicht veröffentlicht. Einige Punkte sind allerdings bereits durchgesickert.
Die Strasse von Hormus
US-Präsident Donald Trump (80) verkündete bereits in der Nacht auf Montag unmissverständlich die baldige Öffnung der Strasse von Hormus. «Gleichzeitig autorisiere ich die sofortige Aufhebung der Seeblockade der Vereinigten Staaten. Schiffe der Welt, startet eure Motoren! Lasst das Öl fliessen», schrieb der Präsident auf seiner Plattform Truth Social.
Die wichtige Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird, ist wohl in irgendeiner Weise Teil des Friedensdeals. In welcher Form die Strasse von Hormus aber tatsächlich im Abkommen vorkommt, ist noch unklar. Iranische Medien berichteten laut dem «Guardian», dass die vereinbarte Absichtserklärung die Wiedereröffnung der Strasse innerhalb von 30 Tagen unter «iranischen Vorkehrungen» vorsieht.
Trotz der bleibenden Unsicherheiten bezüglich der Strasse von Hormus sank der weltweite Ölpreis in den Stunden nach Bekanntwerden des US-Iran-Deals.
Das iranische Atomprogramm
Die nukleare Zukunft der Islamischen Republik war immer ein wesentlicher Streitpunkt der beiden Kriegsparteien. Laut mehreren Medienberichten wurde dieser Punkt nun scheinbar restlos aus dem Friedensabkommen gestrichen. Die Zerstörung des Atomprogramms war laut Trump ursprünglich der Hauptgrund für die Angriffe im Iran gewesen.
Der US-Präsident bekräftigte am Sonntag zwar noch sein Versprechen, dass «der Iran niemals Atomwaffen besitzen wird». Hochrangige pakistanische Beamte erklärten jedoch gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press, dass die Atomverhandlungen in den kommenden 60 Tagen nach Unterzeichnung des Friedensabkommens fortgesetzt würden. Der Iran bekräftige im aktuellen Deal lediglich seine bisherige Verpflichtung, keine Atomwaffen zu entwickeln.
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Die Atomgespräche würden laut iranischen Abgeordneten ausserdem erst dann fortgesetzt werden, wenn die USA Milliarden an eingefrorenen Geldern an den Iran freigeben. Diese Forderung hat ein US-Beamter gegenüber CNN jedoch bereits zurückgewiesen.
Die Kämpfe im Libanon
Trotz andauernder Waffenruhe im Iran hörten die Kämpfe im Libanon zwischen Israel und der Terrormiliz Hisbollah nie auf. Noch unklar ist, inwiefern Israel in das Friedensabkommen miteinbezogen wird.
Stimmen aus dem Iran besagen, dass Frieden im Libanon ein wichtiger Teil des Deals sein wird. «Auf allen Fronten, einschliesslich des Libanon, wurde ein dauerhaftes und sofortiges Ende des Kriegs erklärt», versicherte der iranische Vize-Aussenminister Kazem Gharibabadi.
Weder Donald Trump noch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu haben sich bisher zur Rolle des Libanon im Friedensdeal geäussert. Israel wurde nicht in die Verhandlungen zwischen der Islamischen Republik und den Vereinigten Staaten miteinbezogen. Trump hat die jüngsten Angriffe Israels im Libanon ausserdem scharf kritisiert.