Darum gehts
- Schweizer Rohstoffhändler profitieren massiv vom Iran-Krieg und steigenden Energiepreisen
- Trafigura erzielte im Halbjahr 2026 über 4 Milliarden Dollar Nettogewinn
- Vitol verdiente 2 Milliarden Dollar im ersten Quartal 2026 in Genf
Der Krieg im Iran sorgt weltweit für Nervosität – und für Milliardenprofite in der Schweiz. Während die Strasse von Hormus, eine der wichtigsten Öl-Routen der Welt, praktisch blockiert ist und die Energiepreise steigen, klingeln bei den Genfer Rohstoffhändlern die Kassen. So schleuste etwa die Firma Lytton mit Sitz in Genf irakisches Öl in einem Supertanker durch die umkämpfte Strasse von Hormus – und fuhr damit einen Bruttogewinn von 60 Millionen Dollar ein.
Besonders stark profitiert der Rohstoffgigant Trafigura, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Das Unternehmen erzielte im ersten Halbjahr 2026 (es reicht vom Oktober 2025 bis März 2026) einen Nettogewinn von über 4 Milliarden Dollar – die drittbeste Halbjahresbilanz seiner Geschichte. Die Folge der guten Zahlen: Die Steuerzahlungen schossen von 250 Millionen Dollar auf fast 1 Milliarde Dollar in die Höhe.
Auch bei Gunvor und Vitol sprudeln die Gewinne
Davon profitiert auch die Schweiz – und zwar kräftig! Zwar hat Trafigura seinen formellen Hauptsitz in Singapur. Doch die wichtigste Niederlassung befindet sich in Genf. Dort wird ein grosser Teil des weltweiten Handelsgeschäfts gesteuert. Und das schenkt nun so richtig ein. Trafigura zählt zu den wichtigsten Steuerzahlern des Kantons.
Doch nicht nur Trafigura läufts wie geschmiert. Auch die Rohstoffhändler Gunvor und Vitol sollen vom Ölpreis-Chaos profitieren. Vitol, dessen weltweites Handelsgeschäft in Genf domiziliert ist, verdiente allein im ersten Quartal 2 Milliarden Dollar. Und Gunvor soll in drei Monaten so viel Gewinn erzielt haben wie im gesamten Vorjahr.
«Wir danken den Rohstoffhändlern»
Für Bund und Kantone kommt der Geldsegen zur rechten Zeit. Bereits in den vergangenen Jahren halfen die Rekordgewinne der Rohstoffbranche mit, milliardenschwere Löcher in den Staatskassen zu stopfen. Als Finanzministerin Karin Keller-Sutter (62) 2025 dank der Steuereinnahmen aus dem Kanton Genf ein deutlich besseres Bundesergebnis als erwartet präsentierte, wusste sie, wem sie Merci sagen musste: «Wir danken den Rohstoffhändlern», so die Bundesrätin.