Kampf um wichtige Meerenge
Warum Trump nun die Strasse von Hormus blockieren will

Der Iran schüttelt mit der Blockade der Strasse von Hormus die Weltwirtschaft durch. Und kassiert Schutzgeld von passierenden Tankern – in Millionenhöhe. Übernehmen die USA die Kontrolle der Meerenge, verlieren die Mullahs ihren grössten Trumpf. Doch der Preis ist hoch.
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US-Präsident Donald Trump ist in der Zwickmühle.
Foto: imago/ZUMA Press

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Trump will die Strasse von Hormus mit der US-Marine blockieren
  • Der Iran kassiert in der Meerenge 2 Mio. Dollar pro passierendes Schiff
  • Das Land exportierte im März 1,85 Mio. Barrels täglich
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Donald Trump (79) macht wieder einmal eine Kehrtwende: Der US-Präsident kündigte auf Truth Social an, mit der US-Marine die Strasse von Hormus zu blockieren. Es ist seine unmittelbare Reaktion auf die gescheiterten Verhandlungen mit dem Iran. Noch vor wenigen Tagen liebäugelte Trump mit einem Pakt, um mit den iranischen Revolutionsgardisten gemeinsam Öltanker abzuzocken. Warum nun also diese 180-Grad-Wende?

Wegen der Strasse von Hormus steckt der US-Präsident in der Zwickmühle: Derzeit bestimmt einzig der Iran, ob und welche Tanker das wichtige Nadelöhr für Öl aus den Golfstaaten durchfahren dürfen. Die Meerenge ist der grosse Trumpf der Iraner. Und diesen spielen sie immer wieder aus. Seit Kriegsausbruch war die Strasse von Hormus weitgehend nicht passierbar – mit verheerenden Auswirkungen auf den Ölpreis. Dieser ist massiv gestiegen, was generell die Energie- und Rohstoffkosten weltweit hat ansteigen lassen. In den USA sind die Preise an den Tankstellen besonders stark gestiegen, was Trump in der Heimat unter Druck gesetzt hat. Forderungen seinerseits, die Strasse von Hormus freizugeben, haben die Iraner stets ignoriert.

Grosses Abkassieren mit der Strasse von Hormus

Die iranischen Revolutionsgarden fanden stattdessen ein lukratives Geschäftsmodell: In den letzten Tagen lotsten sie alle passierenden Schiffe durch die iranischen Gewässer rund um die Insel Larak ganz im Norden der Meerenge. Als Gegenleistung müssen die Reedereien kräftig in Teherans Kriegskassen einzahlen. Pro Schiff kassieren sie rund zwei Millionen Dollar – zahlbar in chinesischen Yuan oder mit Kryptowährungen, um westliche Sanktionen zu umgehen. 

Die Hormus-Zölle bringen dem Iran extrem viel Geld ein – er nimmt mit dem Ölhandel laut dem «Economist» schon täglich etwa doppelt so viel ein wie vor dem Krieg. Auch, weil die Mullahs das eigene Öl in grossen Mengen in Richtung Asien verkaufen. Im März exportierte der Iran im Schnitt 1,85 Millionen Barrels pro Tag, wie CNN mit Bezug auf Daten der Analysefirma Kpler berichtet. Die USA haben im Vormonat sogar die Sanktionen temporär gelockert. Und den Mullahs erlaubt, bereits verladenes Öl zu exportieren. Ein Beweis, wie verzweifelt die Trump-Regierung versucht hat, den Ölpreis zu stabilisieren. Stattdessen finanzieren die Revolutionsgarden mit den Zoll- und Ölmillionen ihre geschwächte Kriegsmaschinerie.

Trump wollte mit Mullahs gemeinsame Sache machen

Das Absurde an den fiesen Hormus-Zöllen des Irans: Erst vor wenigen Tagen dachte Trump offen über eine Zusammenarbeit mit den iranischen Zolleintreibern in Hormus nach. «Wir könnten uns vorstellen, das mit ihnen in einem Joint-Venture zu tun. (…) Das ist eine wunderschöne Sache», sagte er am Mittwochabend zu einem Reporter des TV-Senders ABC.

Jetzt ist der US-Präsident dem Powerplay der Iraner an der Strasse von Hormus überdrüssig. In Teheran gab man sich ob der gescheiterten Verhandlungen betont gelassen. «Wir haben es nicht eilig», hiess es aus Regierungskreisen über die Agentur Tasnim. Das dürfte Trump sauer aufstossen. Die Drohung einer US-Blockade ist sein Versuch, dem Kriegsgegner die wichtigste Waffe wegzunehmen. Sperren die USA die Meerenge, unterbinden sie eine wichtige Finanzierungsquelle des Irans und seiner Kriegswirtschaft. Die grosse Frage dabei: Ist Trump bereit, die gesalzene Ölrechnung im eigenen Land zu bezahlen?

«In einigen Punkten tatsächlich Einigung erzielt»
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Iran nach den Verhandlungen:«In einigen Punkten tatsächlich Einigung erzielt»
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