Darum gehts
- Lytton SA aus Genf organisiert riskanten Öltanker-Transit durch Strasse von Hormus
- Genfer Firma kaufte irakisches Öl mit 18 Dollar Rabatt pro Barrel
- Bis zu 60 Millionen Dollar Bruttogewinn für den Schweizer Händler
Mega-Geschäft für einen wenig bekannten Schweizer Rohstoffhändler: Die Firma Lytton SA mit Sitz in Genf und guten Verbindungen in den Irak spielte offenbar eine Schlüsselrolle beim Transit eines Öltankers durch die gefährliche Strasse von Hormus, wie Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet.
Demnach übernahm das 2024 gegründete Genfer Unternehmen die Verantwortung für die riskante Fahrt der Agios Fanourios I, die fast 2 Millionen Fässer irakisches Rohöl nach Vietnam transportierte. Der Supertanker wurde zuerst vom Iran und später von den USA angehalten, bevor er nach einem Eingriff der vietnamesischen Staatsölgesellschaft Petrovietnam durchgelassen wurde. Laut dem Bericht kaufte Lytton das Öl im irakischen Hafen von Basra mit einem Rabatt von 18 Dollar pro Barrel. Der Bruttogewinn für die Genfer: bis zu 60 Millionen US-Dollar.
Handelsmargen sind stark angestiegen
Der Fall zeigt, wie stark das Seilziehen zwischen den USA und dem Iran um die Strasse von Hormus den Ölhandel im Nahen Osten durcheinanderwirbelt. Öltanker können die Meerenge nicht mehr auf dem herkömmlichen Weg passieren. Für kleine Händler wie Lytton eröffnet das enorme Profitchancen, wenn sie das Risiko übernehmen, eine Öllieferung im Wert von Hunderten Millionen Dollar durch die gefährliche Wasserstrasse zu navigieren.
Das Hormus-Chaos hat dazu geführt, dass die Handelsmargen für Öltransporte durch die Meerpassage geradezu explodiert sind – auf 20 bis 30 Dollar pro Barrel. Zum Vergleich: Vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs lagen die Margen bei wenigen Cents. So kommen die hohen Millionengewinne für die risikobereiten Händler zustande.
Gleichzeitig hat der Iran an der Strasse von Hormus ein lukratives Geschäftsmodell für sich entdeckt: Die Mullahs lotsen die Schiffe durch die iranischen Gewässer. Als Gegenleistung müssen die Reedereien kräftig in Teherans Kriegskassen einzahlen. Pro Schiff kassieren die Iraner rund 2 Millionen Dollar – zahlbar in chinesischen Yuan oder mit Kryptowährungen, um westliche Sanktionen zu umgehen. Trump will dieses Geschäft mit der US-Blockade eindämmen – und gleichzeitig einen Deal für ein Kriegsende finden. Diesbezüglich ist die Lage derzeit sehr unübersichtlich. Solange keine Einigung zwischen den USA und dem Iran besteht, machen kleine Rohstoffhändler ihr Geschäft des Jahrhunderts.