Darum gehts
- Donald Trump entlässt drei Ministerinnen in sieben Wochen, ersetzt durch Männer
- Arbeitsministerin Chavez-DeRemer wegen Skandalen und Ermittlungen unter Druck
- Von ursprünglich fünf Ministerinnen verbleiben noch zwei im Amt
Führt US-Präsident Donald Trump (79) eine frauenfeindliche Regierung? Das werfen ihm zumindest seine politischen Gegner vor. Ursprünglich hatte Trump fünf seiner 15 Ministerämter mit Frauen besetzt. Jetzt sind von diesen fünf Ministerinnen noch genau zwei übrig.
Nach Heimatschutzministerin Kristi Noem (54) und Justizministerin Pam Bondi (60) verlässt nun auch Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer (58) die Trump-Regierung. Innerhalb von nur sieben Wochen ist es die dritte mutmassliche Entlassung einer Ministerin. Alle drei Positionen wurden von Trump – zumindest vorübergehend – durch Männer ersetzt.
Die drei Ministerinnen mussten ihren Posten aber nicht grundlos räumen. Sie alle sorgten für eine lange Reihe von Skandalen und Aufregern.
Kristi Noem
Als Erste musste Anfang März Heimatschutzministerin Kristi Noem den Hut nehmen. Als Verantwortliche für die US-Immigrationsbehörde ICE sorgte sie für eine lange Reihe an Kontroversen.
Offiziell soll Noem eine 220-Millionen-Dollar-Werbekampagne ihres Ministeriums zum Verhängnis geworden sein. «Ich war nicht begeistert davon. Ich habe weniger Geld ausgegeben, um Präsident zu werden», meinte Trump zu der Reklame.
Als Heimatschutzministerin sorgte Noem zudem für zahlreiche weitere, deutlich handfestere Skandale. So schob ihr Ministerium etwa fälschlicherweise einen Immigranten aus El Salvador in ein Hochsicherheitsgefängnis ab. Der Mann hatte weder in den USA noch in seinem Heimatland eine Straftat begangen.
Die ICE-Razzien im Bundesstaat Minnesota waren es dann aber, die Noem vermutlich das Amt kosteten. Bei zwei separaten Vorfällen in der Hauptstadt Minneapolis erschossen Agenten die beiden US-Bürger Alex Pretti (37) und Renee Nicole Good (37). Noem verteidigte die Beamten und warf den beiden Getöteten «inländischen Terrorismus» vor.
Pam Bondi
Gut einen Monat nach Noem traf es Justizministerin Pam Bondi. Trump gab ihre Entlassung via Truth Social bekannt und lobte in seinem Post ihre «hervorragende Arbeit», ohne einen konkreten Grund für ihren mutmasslichen Rausschmiss zu nennen.
Wie CNN allerdings berichtet, war Trump in vielerlei Hinsicht frustriert von Bondi und ihrer Arbeit. So war der US-Präsident wohl der Meinung, sie habe nicht ausreichend gegen seine politischen Gegner ermittelt oder diese strafrechtlich verfolgt. So wurde beispielsweise ihre Anklage gegen Ex-FBI-Direktor James Comey (65), einem prominenten Trump-Kritiker, für unrechtmässig erklärt und fallen gelassen.
Auch soll Trump sauer über Bondis Umgang mit den Epstein-Akten gewesen sein. Im Februar 2025 hatte sie etwa verkündet, eine Liste mit Epsteins Klienten liege «gerade auf meinem Schreibtisch zur Überprüfung». Kurze Zeit später erklärte ihr Ministerium allerdings, dass eine solche Liste gar nicht existiert.
Lori Chavez-DeRemer
Zu guter Letzt, zumindest bis jetzt, hat es nun Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer getroffen. Auch ihr Rücktritt wird von einer Reihe Aufreger begleitet. So wurde ihr beispielsweise eine sexuelle Beziehung zu einem Mitglied ihres eigenen Sicherheitsteams vorgeworfen.
Zudem besteht der Verdacht, dass sie Dienstreisen nur als Vorwand plante, um private Events wie einen Kampfanlass, ein Konzert oder Familientreffen zu besuchen. Aufgrund ihres persönlichen Fehlverhaltens soll laut Berichten gerade eine Untersuchung innerhalb des Arbeitsministeriums durchgeführt werden.