Darum gehts
- Donald Trump bestätigt Entlassung von Justizministerin Pam Bondi auf Truth Social
- Hauptvorwurf: mangelnde Härte gegen Gegner und Fehler bei Epstein-Ermittlungen
- Mordrate unter Bondi auf tiefstem Stand seit 1900 gesunken
«Generalstaatsanwältin Pam Bondi (60) ist eine wunderbare Person und sie leistet gute Arbeit», sagte US-Präsident Donald Trump (79) noch am Mittwoch zu CNN. In Wahrheit hatte er die Justizministerin aber schon gefeuert. Unter anderem die «New York Times» berichtete über die Gerüchte.
Am Donnerstagabend meldet sich Trump auf seiner Plattform Truth Social zu Wort. Und er bestätigt, dass die 60-Jährige nicht mehr Justizministerin ist. «Wir schätzen Pam sehr, und sie wird in Kürze eine wichtige und dringend benötigte neue Position in der Privatwirtschaft übernehmen.»
Und weiter heisst es: «Pam Bondi ist eine grossartige amerikanische Patriotin und eine treue Freundin, die mir im vergangenen Jahr als Justizministerin treu gedient hat. Pam hat hervorragende Arbeit geleistet und eine massive Verbrechensbekämpfung in unserem Land geleitet, wodurch die Mordrate auf den niedrigsten Stand seit 1900 gesunken ist.»
Laut der «New York Times» ist Trump unzufrieden mit ihrer Amtsführung geween, unter anderem wegen ihrer vermeintlich zu wenig aggressiven Vorgehensweise gegen seine politischen Gegner sowie ihrer Bearbeitung der Ermittlungsakten von Jeffrey Epstein (1953-2019). Tatsächlich hatte Pam Bondi (60) im Februar vor einem Kongressausschuss Fehler eingeräumt. Und darum sollte Bondi weg.
Kommissarisch wird Todd Blanche (51) übernehmen. Er war bis dato der stellvertretende Justizminister. Als Nachfolger für Bondi wird Lee Zeldin (46), Leiter der Umweltschutzbehörde (Environmental Protection Agency), gehandelt.
Seit seinem zweiten Amtsantritt im Januar 2025 hat Trump wiederholt seine angeblichen politischen Gegner öffentlich angeprangert und Bondi aufgefordert, rechtliche Schritte gegen sie einzuleiten. Unter den Zielpersonen der Bundesankläger befinden sich unter anderem der ehemalige FBI-Direktor James Comey (65), die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James (67), Notenbank-Gouverneurin Lisa Cook (62) und der frühere nationale Sicherheitsberater John Bolton (77).
Spannungen nach Rücktritt von Joe Kent
Gleichzeitig soll auch Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard (44) den Posten räumen. Laut einem Bericht des britischen «Guardian», der sich auf zwei mit den Gesprächen vertraute Personen beruft, soll der US-Präsident die Möglichkeit diskutiert haben, Gabbard zu ersetzen. Grund dafür sei seine Frustration über ihre Weigerung, einen ehemaligen Stellvertreter scharf zu kritisieren, der Trumps Argumentation für den Krieg gegen den Iran infrage stellte.
Die Spannungen zwischen Trump und Gabbard eskalierten nach einer Anhörung im Kongress im März 2026. Dort hatte Gabbard sich geweigert, Joe Kent (45) zu verurteilen.
Kent, ein früherer Berater von Gabbard, hatte kurz zuvor seinen Rücktritt eingereicht, nachdem er öffentlich geäussert hatte, dass der Iran keine unmittelbare Bedrohung für die USA darstelle. Diese Haltung widersprach Trumps Argumenten für militärische Angriffe auf den Iran und verärgerte den Präsidenten zutiefst, wie Insider berichteten.
Schwierige Aufgabe für Gabbard
Trotz dieser Differenzen äusserte Trump am Sonntag an Bord der Air Force One gemischte Gefühle zu Gabbard: «Ja, sicher», sagte er auf die Frage, ob er weiterhin Vertrauen in sie habe. «Ich meine, sie denkt etwas anders als ich, aber das heisst nicht, dass sie nicht für das Amt geeignet ist.»
Gabbard steht seit ihrem Amtsantritt 2025 vor einer schwierigen Aufgabe: Als Direktorin der nationalen Nachrichtendienste muss sie rivalisierende US-Geheimdienste koordinieren – eine Rolle, die oft zu Konflikten führt. Ihre kritische Haltung gegenüber militärischen Interventionen im Ausland, die sie schon 2019 vor dem Kongress geäussert hatte, sorgt immer wieder für Spannungen. Ihre jüngsten Aussagen über den Iran, die laut einem Insider zuvor mit der CIA abgestimmt wurden, unterstreichen ihre Position. Gabbard war in den letzten Wochen nahezu täglich im Weissen Haus, um die Iran-Strategie zu unterstützen.