Darum gehts
- Pam Bondi verteidigt Fehler bei Epstein-Akten vor Kongressanhörung in Washington
- Versehentlich veröffentlichte Namen von Opfern wurden nachträglich geschwärzt
- Über ein Dutzend Dateien Mitte Dezember plötzlich gelöscht auf Betroffenenwunsch
Es war eine aufreibende Sitzung. US-Justizministerin Pam Bondi (60) hat ihren viel kritisierten Umgang mit den Epstein-Akten vor einem Kongressausschuss verteidigt, aber auch Fehler eingeräumt. «Versehentlich» seien zum Teil Namen von Opfern des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein (1953-2019) veröffentlicht worden, gab sie in einer hitzigen Anhörung im Repräsentantenhaus zu. Diese seien nach entsprechenden Hinweisen «umgehend» geschwärzt worden.
Mitte Dezember hatte ihr Ministerium damit begonnen, Ermittlungsakten aus dem Fall Epstein zu veröffentlichen. Kurz danach waren mehr als ein Dutzend Dateien überraschend wieder verschwunden. Bondis Stellvertreter Todd Blanche sagte damals, dass die plötzliche Löschung auf Bitten von Betroffenen erfolgt sei. Die entfernten Fotos zeigten potenzielle Opfer, die zuvor nicht als solche identifiziert worden seien, hiess es.
Demokraten kritisieren Versäumnis, Namen zu schwärzen
Der US-Multimillionär Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem viele junge Frauen und auch Minderjährige zum Opfer fielen.
Der demokratische Kongressabgeordnete Jamie Raskin kritisierte das Versäumnis, die Namen von Opfern zu schwärzen, während die Namen von Tätern und Komplizen unkenntlich gemacht worden seien. Einige der Opfer hätten sich öffentlich zum Missbrauch geäussert, viele jedoch nicht. «Viele hatten ihre Peinigung geheim gehalten, sogar vor Familie und Freunden» – das Justizministerium habe dennoch ihre Namen und Identitäten mit der Welt geteilt, kritisierte Raskin. Er warf Bondi Vertuschung vor.
«Sie betreiben eine gewaltige Epstein-Vertuschung»
Der US-Kongress habe ihr Ministerium aufgefordert, sechs Millionen Dokumente, Fotos und Videos aus den Akten rund um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu veröffentlichen, sagte Raskin bei einer Anhörung Bondis im Repräsentantenhaus. Veröffentlicht worden sei allerdings nur die Hälfte.
Bei den zurückgehaltenen Dokumenten handle es sich nicht nur um Duplikate, sagte er. «Sie betreiben eine gewaltige Epstein-Vertuschung direkt aus dem Justizministerium heraus», warf der Demokrat Bondi vor. Ihr Ministerium hatte Ende vergangenen Monats etliche weitere Ermittlungsakten zum Fall Epstein veröffentlicht. Damit sei die Sichtung und Überprüfung der Unterlagen beendet, das Ministerium sei seiner Verpflichtung nachgekommen, sagte der stellvertretende Justizminister Todd Blanche damals.