Preis-Zoff eskaliert
Migros schimpft über frechen Aldi-Preisvergleich – und droht

Aldi verspricht in Inseraten und auf Plakaten tiefere Preise von bis zu 32 Prozent gegenüber den zwei grossen Schweizer Detailhändlern. Migros schlägt zurück, spricht von falschen Behauptungen – und macht Druck. Coop schweigt.
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Ziemlich frech: Aldi macht auf Werbeinseraten den Preisvergleich mit der Migros ...
Foto: Aldi Suisse

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Aldi wirbt mit Preisvergleichen gegen Migros und Coop, sorgt für Ärger
  • Migros nennt die Werbung irreführend und verlangt deren Rückzug
  • Aldi verspricht bis zu 32 Prozent Ersparnis für Kundinnen und Kunden
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Aldi erlaubt sich einen Seitenhieb gegen die Konkurrenz: Unter dem Motto «Mehr sparen, weniger zahlen» hat der Discounter eine neue Werbekampagne lanciert – auf Plakaten und mit ganzseitigen Anzeigen in verschiedenen Schweizer Zeitungen, darunter solche aus dem Ringier-Verlag wie Blick und SonntagsBlick. Darauf sind zwei Kassenbons abgebildet – einer von Aldi und einer unverkennbar von Migros oder von Coop. Die Botschaft: Aldi ist viel billiger, Kundinnen und Kunden sparen bei einem Einkauf bei ihnen bis zu 32 Prozent.

Der orange Riese findet das gar nicht lustig. Die Migros hat sich bei Aldi über die Werbung beschwert, wie der «Tages-Anzeiger» zuerst berichtet hat. Man will den Preisvergleich nicht auf sich sitzenlassen. «Unsere Analysen haben gezeigt, dass die Vergleiche irreführend und teilweise falsch sind», teilt die Detailhändlerin auf Anfrage gegenüber Blick mit. Deswegen habe man den Discounter aufgefordert, die Werbeaussagen zurückzuziehen. «Die weiteren Schritte hängen davon ab, wie Aldi auf unsere Forderungen reagiert», so der orange Riese.

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Aldi prüft die Migros-Beschwerde

Aldi wieder weist die Behauptung zurück, dass die Artikel nicht vergleichbar seien. «Dafür verfügen wir über interne Kontrollinstanzen, die dies entsprechend überprüfen», sagt die Medienstelle gegenüber Blick. Was die Forderungen der Migros angeht, hält sich Aldi zurück: «Die Aufforderung unseres Mitbewerbers haben wir zur Kenntnis genommen und prüfen diese aktuell. Je nach Handlungsbedarf werden wir entsprechend darauf reagieren.»

Zielscheibe der Werbung ist aber nicht nur Migros, sondern auch Coop. Insgesamt greift Aldi in drei Kampagnen die Schweizer Konkurrenz an. Dafür verglich der Discounter drei typische Warenkörbe: einen Familieneinkauf, einen Warenkorb mit Bio-Produkten und einen mit Produkten aus der Schweiz. Nach Aldis Berechnungen sparen Kundinnen und Kunden gegenüber Coop zwischen 27 und 32 Prozent. Ob Coop auch gegen die Werbung vorgehen will? «Wir kommentieren grundsätzlich keine Aktionen Dritter», sagt ein Coop-Sprecher zu Blick.

Preiskampf verärgert Bauern und Bäcker

Aldi greift die Konkurrenten immer wieder über den Preis an. Im Oktober 2025 lancierte der Discounter ein Pfünderli für nur 99 Rappen. Da zogen auch Lidl, Denner, Migros und Coop zügig nach. Bei den hiesigen Bäckern sorgte das für extremen Frust: «Durch die Dumpingpreise der Grossverteiler lässt sich der wahre Wert unserer Arbeit kaum durchsetzen», klagte Martin Mayer, Besitzer der Bäckerei Vuaillat aus Uster ZH damals gegenüber Blick.

Auch bei Frischfleisch hat Aldi wiederholt die Preise gesenkt. Da ging der Schweizer Bauernverband auf die Barrikade. Gleichzeitig haben die Preissenkungen dazu geführt, dass sich der Preiskampf im Detailhandel intensiviert hat. Es wird mit harten Bandagen gekämpft. Die neue Aldi-Werbekampagne ist Ausdruck davon.

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