Rabatte auf Süssigkeiten und Snacks
Mehr als jede zweite Aktion im Supermarkt ist ungesund

Schweizer Detailhändler schreiben besonders viele ungesunde Produkte herunter. Gemäss einer Auswertung von RTS sind 57 Prozent aller Aktionsartikel Süssigkeiten, Snacks oder verarbeitete Produkte. Der Konsumentenschutz übt Kritik.
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Bei Schweizer Detailhändlern gibts für wenig Geld vor allem Fett, Zucker und Salz.
Foto: GAETAN BALLY

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Detailhändler wie Migros und Coop bieten 57 Prozent ungesunde Aktionsprodukte an
  • Nur 13 Prozent der Aktionen betreffen Obst und Gemüse laut RTS-Analyse
  • RTS untersuchte 415 Produkte bei Coop, Migros, Lidl, Denner und Aldi
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Robin WegmüllerRedaktor Wirtschaft

Ob fix eingeplant oder spontan im Regal beim Wocheneinkauf entdeckt: Aktionen bei Detailhändlern entlasten das Portemonnaie vieler Schweizerinnen und Schweizer. In gewisser Weise entscheidet sich so auch, was etwa am Abend auf den Esstisch kommt.

Doch bei welchen Produkten setzen Migros, Coop und Co. die Preise herunter? Gemäss einer Auswertung des Westschweizer Radio und Fernsehens (RTS) kommen vor allem Schleckmäuler auf ihre Kosten. Demnach ist mehr als jeder zweite Aktionsartikel ein ungesundes Lebensmittel – also eine Süssigkeit, ein Snack oder ein verarbeitetes Produkt. Obst und Gemüse machen dagegen nur 13 Prozent aus. Insgesamt überprüfte RTS in der ersten Juni-Woche 415 preislich reduzierte Produkte in den Aktionsprospekten von Coop, Migros, Aldi, Lidl und Denner.

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Konsumentenschutz kritisiert

RTS hatte bereits im November 2025 die Aktionen der Schweizer Detailhändler unter die Lupe genommen. Damals gab es sechsmal mehr Aktionen für ungesunde Artikel als für Obst und Gemüse. Die Begründung der Firmen: die anstehende Weihnachtszeit. In der aktuellen Untersuchung liegt das Verhältnis mit eins zu vier immer noch stark im Ungleichgewicht.

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Beim Konsumentenschutz stösst diese Tatsache auf Kritik. «Der Detailhandel hat eine grosse Verantwortung bezüglich der Ernährung und Gesundheit der Bevölkerung», so die Stiftung auf Anfrage von Blick. «Mit dem Angebot, der Präsentation und insbesondere mit den Preisen steuert er massgeblich mit, wie sich die Schweizer Bevölkerung ernährt. Diese Verantwortung nehmen sie viel zu wenig wahr.» Gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit werde zwar ausgiebig für das Marketing bemüht, aber dann viel zu wenig konsequent in den Läden umgesetzt.

So erklären sich die Händler

Die Detailhändler selbst nennen gegenüber RTS unterschiedliche Gründe für die vielen ungesunden Aktionen. Coop meint, die Auswertung sei nicht repräsentativ. Zudem seien die Rabatte den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden angepasst. Die Migros sieht ihre These der saisonalen Schwankungen bestätigt.

Der Discounter Aldi sagt, dass man sich der Verantwortung für die Gesundheit bewusst sei. Produkte würden laufend nach ernährungswissenschaftlichen Kriterien überprüft. Denner schreibt gegenüber RTS, Obst und Gemüse würden sich weniger für Aktionen eignen, da die Preise von Woche zu Woche stark schwankten. Aktionen würden oft mehrere Monate im Voraus geplant und bestellt. Und Lidl argumentiert, dass Aktionsprodukte vor allem dazu dienen sollten, Vorräte anzulegen. Obst und Gemüse seien zudem bereits regulär zu erschwinglichen Preisen in den Regalen zu finden.

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