Papier, Plastik, unverpackt?
Bald ist Schluss mit der nervigen Säckli-Frage an der Waage

Der Einkauf in der Gemüse- und Früchteabteilung wird wieder unkomplizierter. Die umstrittene Pflicht, beim Wägen die Art der Verpackung anzugeben, wird abgeschafft. Nach einem Vorstoss von FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger muss der Bund nun zurückkrebsen.
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Wer Bananen einkauft, muss heute angeben, ob und wie er sie verpackt hat.
Foto: Blick

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ab 2027 entfällt die Pflicht zur Auswahl der Verpackung beim Wägen
  • Kritik: Die Regelung führte zu Frustration, ohne Preisvorteile zu bieten
  • Die Migros bleibt beim System – Coop kehrt zur alten Praxis zurück.

Wer im Laden drei Bananen oder einen Sack mit vier Tomaten kauft, sollte den Kopf bei der Sache haben. Denn er muss beim Wägen angeben, ob die Artikel unverpackt, im Raschelsäckli, im Papiersack oder in einem Multi-Bag aus Stoff verpackt sind. Dieser zusätzliche Schritt an der Waage ist seit Anfang 2025 nötig – und er nervt viele Schweizerinnen und Schweizer!

Jetzt wird die umstrittene Pflicht zur Auswahl der Verpackung beim Wägen von Früchten und Gemüse wieder abgeschafft, wie die «Aargauer Zeitung» zuerst berichtet hat. Nachdem National- und Ständerat einen entsprechenden Vorstoss der Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger (58) gutgeheissen haben, muss der Bundesrat die Regelung rückgängig machen. Schneeberger hat den lästigen Zwischenschritt an der Waage gebodigt.

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«Führt zu unnötiger Frustration»

Schneeberger forderte in ihrem Vorstoss, dass Früchte und Gemüse wieder «unbürokratisch» eingekauft werden können. Der Nutzen der Änderung sei nicht ersichtlich, schreibt sie in ihrer Begründung. Für die Läden bedeute es mehr Aufwand, für die Kundschaft verkompliziere sich der Kauf, «ohne dass sie aufgrund der vernachlässigbar kleinen Gewichtsdifferenz von einer effektiven Preisvergünstigung profitieren kann», so Schneeberger. «Besonders bei älteren Konsumentinnen und Konsumenten führt dies zu unnötiger Frustration.»

Auch Bundesrat Beat Jans (61) stimmte zu. «Es geht um etwas, das uns alle betrifft: um den Einkauf von Früchten und Gemüsen.» Normalerweise müssen Kundinnen und Kunden nur die Menge der Ware bezahlen, ohne Verpackungsmaterial. Jetzt soll wieder eine Ausnahme für Früchte und Gemüse gelten. «Gleichzeitig soll der Detailhandel die Möglichkeit haben, die heutige Lösung mit dem Abzug des Gewichts der Säcke weiterzuführen, so können erneute Umstellungskosten vermieden werden.»

Coop stellt wieder um

Ab 2027 dürfen die Detailhändler also selbst entscheiden, ob sie das Gewicht von leichten Säckli bis zwei Gramm berücksichtigen oder nicht. Die Migros will am heutigen System festhalten. «Die heutigen Abläufe sind etabliert und haben sich im Betrieb sowie im Umgang mit der Kundschaft bewährt», teilt der orange Riese gegenüber der «Aargauer Zeitung» mit. Bei der Migros können Kundinnen und Kunden die Säckli-Taste zwar nutzen, müssen es aber nicht. Wer nichts auswählt, erhält automatisch den korrekten Preis.

Anders bei Coop: Der Detailhändler kündigt an, wieder auf das frühere System umzusteigen. Für die Kundschaft sei das einfacher.

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