Darum gehts
- McDonald's will in der Schweiz weiter expandieren – drei Standorte wurden dieses Jahr eröffnet und vier sind im Bau
- Vielerorts regt sich Widerstand: Einsprachen, Petitionen und sogar Demonstrationen bremsen neue Filialpläne aus
- Während Dübendorf bereits grünes Licht erhalten hat, stocken McDonald's-Projekte in Windisch und Uznach
Schweizerinnen und Schweizer mögen McDonald's. Rund 275'000 Gäste kehren hierzulande beim Burgerbrater aus den USA ein – pro Tag. Diese verteilen sich über mehr als 190 Restaurants. Damit hat die Fast-Food-Kette das dichteste Filialnetz des Landes. Und ihr Expansionshunger ist noch nicht gestillt: Vier bis sieben neue Filialen will McDonald's pro Jahr eröffnen. McDonald’s hat in diesem Jahr bereits drei Restaurants eröffnet, vier weitere befinden sich im Bau.
Ein weiteres kommt bald in Wattwil SG zu stehen. Der Kanton hat die Baubewilligung erteilt, wie das «St. Galler Tagblatt» schreibt. Das Projekt hatte sich jahrelang verzögert. Der Grund: Das Grundstück ist mit Altlasten belastet. Auf dem Areal wurden während 166 Jahren Stoffe gefärbt und veredelt. Im Untergrund befinden sich heute schadstoffbelastete Materialien, die vor Baubeginn fachgerecht entfernt und entsorgt werden müssen. Es geht um sogenanntes Typ-E-Material, also schadstoffbelastete Abfälle, die chemisch reagieren können.
Laut Kanton hat McDonald's sämtliche Auflagen erfüllt. Eine Altlasten-Fachperson begleitet die Bauarbeiten, nach Abschluss müssen alle Entsorgungsnachweise eingereicht werden. Die Behörden gehen davon aus, dass durch die Überbauung keine Schadstoffe ausgewaschen werden. Im Gegenteil: Weil das Gelände künftig versiegelt wird, soll sogar weniger Regenwasser in den belasteten Boden gelangen.
Geplant sind 135 Sitzplätze im Innenbereich, 60 Plätze auf der Terrasse, ein Drive-thru, ein Kinderspielbereich sowie 30 Parkplätze – darunter auch Ladestationen für Elektroautos – und 25 Velostellplätze. McDonald's verspricht zudem rund 40 neue Arbeitsplätze.
Immer wieder kommt es zu Einsprachen und Verzögerungen, wenn McDonald's ein neues Restaurant eröffnen will. Es ist schon fast ein ungeschriebenes Gesetz: Wo McDonald's kommt, ist Widerstand programmiert. Derzeit ist das in zahlreichen Schweizer Dörfern und Städten der Fall. Zuletzt kassierte McDonald's gleich mehrere Rückschläge. Blick hat die Übersicht über den Stand der umstrittenen Projekte.
Windisch AG: Beschwerde gegen Entscheid von Gemeinderat
Nirgends war der Aufschrei grösser als in der Gemeinde Windisch AG. Das geplante Restaurant macht besorgten Eltern Bauchweh. Weil der Schulweg über die geplante McDrive-Einfahrt führt, gingen sie auf die Barrikaden – und organisierten sogar eine Demo.
Am 12. Juni dann lehnte der Gemeinderat das Baugesuch ab. Die Burgerkette hat Beschwerde eingereicht, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. Gegenüber Blick erklärt das Unternehmen: «McDonald's ist überzeugt, dass das Bauvorhaben bewilligungsfähig ist, zieht den Entscheid an den Regierungsrat weiter und hält am Restaurantprojekt fest.»
Uznach SG: Nochmals über die Bücher
Auch Uzner und Uznerinnen haben an den Plänen von McDonald's keine Freude. In der 7000-Seelen-Gemeinde soll ein Lokal inklusive Drive-in entstehen. Gegen das Baugesuch sind vier Einsprachen eingegangen, eine von der Migros, wie die «Linth Zeitung» berichtet. Die Filiale des orangen Riesen würde direkt neben dem neuen Lokal liegen. Die Uzner Baukommission hat das Gesuch zurückgewiesen. Es seien Anpassungen nötig, sagt Bauchef Patrick Züger gegenüber dem Lokalmedium. Zudem sind drei der vier Einsprachen weiterhin hängig.
McDonald's bleibt trotz der vielen Einsprachen gelassen. «Diese gehören in der Schweiz zu Bauprojekten dazu – das respektieren wir», sagt ein Sprecher gegenüber Blick. Derzeit würden sich schweizweit neun Baugesuche im Bewilligungsverfahren befinden – ein paar stünden kurz vor Baubeginn. «Das entspricht dem bewährten Verhältnis der vergangenen Jahre», so der Sprecher. Seit Anfang Jahr habe die Burgerkette drei neue Restaurants in Betrieb genommen, vier weitere befinden sich derzeit im Bau. Wo es Vorbehalte gebe, suche man gemeinsam mit den Lizenznehmern und den Behörden nach Lösungen. Ziel bleibe aber weiterhin, pro Jahr bis zu sieben neue Restaurants zu eröffnen.
McDonald's bleibt trotz der vielen Einsprachen gelassen. «Diese gehören in der Schweiz zu Bauprojekten dazu – das respektieren wir», sagt ein Sprecher gegenüber Blick. Derzeit würden sich schweizweit neun Baugesuche im Bewilligungsverfahren befinden – ein paar stünden kurz vor Baubeginn. «Das entspricht dem bewährten Verhältnis der vergangenen Jahre», so der Sprecher. Seit Anfang Jahr habe die Burgerkette drei neue Restaurants in Betrieb genommen, vier weitere befinden sich derzeit im Bau. Wo es Vorbehalte gebe, suche man gemeinsam mit den Lizenznehmern und den Behörden nach Lösungen. Ziel bleibe aber weiterhin, pro Jahr bis zu sieben neue Restaurants zu eröffnen.
Dübendorf ZH: Gemeinde gibt grünes Licht
Stark ist der Gegenwind auch für die geplante Filiale am Bahnhof Stettbach in Dübendorf ZH. Weil das Umbaugesuch von McDonald's teilweise das Grundstück des bestehenden Restaurants Waldkantine trifft, haben Anwohner eine Petition gegen das Vorhaben lanciert. Ende März haben die Verantwortlichen das Papier Stadtpräsident André Ingold (58, SVP) überreicht.
Jetzt zeigt sich: Die Bemühungen haben den Stadtrat nicht zum Umdenken bewegt. «Die Baubewilligung wurde erteilt», teilt Stadtschreiber Mathias Vogt auf Anfrage von Blick mit. Am 15. Juli werde diese der Bauherrschaft zugestellt. Ab dann beginnt auch die 30-tägige Frist für Rekurse.
Limmatquai Zürich: McDonald's will in die Altstadt
Auch hier gibt sich die Burgerkette kämpferisch: Mitte April entzog das Baurekursgericht des Kantons McDonald's die Baubewilligung für die geplante Filiale am Zürcher Limmatquai 48. Der Fast-Food-Riese fechtet den Entscheid der Behörden an und zieht ihn ans Verwaltungsgericht weiter. Er gibt sich kämpferisch: «McDonald's hält an der Rückkehr ins Dörfli fest.»
Willisau LU: Protest bleibt aus
Dass es auch ohne Widerstand geht, zeigt ein Blick nach Willisau LU: Dort lag das Baugesuch für ein neues Restaurant mit 130 Innenplätzen, grosser Terrasse und Spieleland bis Ende Juni öffentlich auf – Einsprachen gabs keine. Das grüne Licht vom Stadtrat steht noch aus: «Das Gesuch befindet sich im Moment bei der zuständigen Abteilung in der Prüfung», sagt Gemeindesprecher Guido Solari zu Blick.
Frick AG: Fünf Einsprachen bremsen Projekt
Auch das aargauische Fricktal hat die Restaurant-Kette derzeit im Visier. Für die neue Filiale im Fricktalcenter mussten mehrere langjährige Mieter ihre Kündigung hinnehmen. Das Baugesuch liegt weiterhin bei der Gemeinde. Die baurechtliche Prüfung sei noch nicht abgeschlossen, sagt eine Sprecherin gegenüber Blick. Fünf Einsprachen gingen während der Auflage ein.