Darum gehts
- Baurekursgericht Zürich entzog McDonald's Baubewilligung für Limmatquai-Filiale Mitte April
- Fast-Food-Kette legt Beschwerde gegen das Gerichtsurteil ein
- 15 Rekurrenten bemängeln die Höhe der geplanten Kamine
McDonald's gibt sich kämpferisch: Mitte April entzog das Baurekursgericht des Kantons Zürich der US-Burgerkette die Baubewilligung für ihre geplante Filiale am Zürcher Limmatquai 48. Jetzt legt das Unternehmen Beschwerde gegen das Urteil ein, wie dieses mitteilt. «McDonald’s kann den Entscheid des Baurekursgerichts nicht nachvollziehen, zieht ihn an das Verwaltungsgericht weiter und hält an der Rückkehr ins Dörfli fest», heisst es darin.
Der Grund für den Knatsch: Anwohnerinnen und Gewerbler wehren sich gegen das geplante Fast-Food-Lokal vor der Haustüre. Sie stören sich an den langen Öffnungszeiten und am Geruch aus der Burger-Küche. Deshalb gingen 15 Rekurrenten juristisch gegen die Baubewilligung vor. Die meisten von ihnen sind Eigentümer oder Mieter von benachbarten Liegenschaften.
Streit um die Kamine
Beim Rechtsstreit geht es unter anderem um die Kamine des geplanten McDonald's – der grössere ist über 10 Meter hoch. Die sogenannten Fortluftkamine seien viel zu hoch und würden sich optisch nicht in die Dachlandschaft der benachbarten Altstadthäuser einfügen, begründeten die Gegner. Und bekamen Rückendeckung vom Gericht. Die Kamine wirkten «störend», heisst es im Urteil, das Blick vorliegt. Und weiter: «Bauvorhaben haben auch von nicht öffentlichen Standorten aus betrachtet den gestalterischen Anforderungen zu entsprechen.»
Bei McDonald's ist man erstaunt über diesen Entscheid. Denn: «Wir haben Aussehen, Höhe und Platzierung der Kamine vorgängig mit der Denkmalpflege sowie dem Umwelt- und Gesundheitsschutz der Stadt Zürich abgestimmt und deren Empfehlungen und Vorgaben in der Planung umgesetzt», so Florian Goepfert, Leiter Immobilien von McDonald’s Schweiz. Der bei den Kaminen angewandte Gestaltungsmassstab des Baurekursgerichts sei «überhöht» und verunmögliche faktisch eine den heutigen Anforderungen entsprechende Gastronomienutzung am geplanten Standort.
McDonald's-Manager Goepfert betont, dass es auch Befürworter der Filiale am Limmatquai gebe: «Wir wollen im Dörfli wieder für unsere Gäste da sein – und haben auch viele positive Rückmeldungen zu unserem Restaurantprojekt erhalten.» Doch die kritischen Stimmen werden nicht so schnell verhallen – auch weil sich die Anwohner am möglichen neuen Nachbarn stören: «Wir befürchten sehr viel Lärm, Littering, Dreck, Abfall und Urin», sagte Simon Staub (56), Inhaber eines Studios für Art & Creative, im Sommer 2025 zu Blick.