Darum gehts
- Der Iran-Krieg verändert den Tourismus: Wohlhabende meiden Dubai und fluten stattdessen Mallorca
- Sosopol in Bulgarien lockt mit tiefen Preisen: Bier ab 2 Euro
- Bulgarien boomt: 13,7 Millionen Touristen 2025, 2,7 Prozent Zuwachs
Der Iran-Krieg wirbelt den weltweiten Tourismus durcheinander: Seit dem Kriegsausbruch gibt es weniger Flugverbindungen von Europa und den Golfstaaten nach Asien. Und in Dubai, wo sich ansonsten gerne die Schönen und Reichen tummeln, ist das Feriengeschäft fast gänzlich eingebrochen. Deshalb weichen die Vermögenden nun auf andere Destinationen aus. Beispielsweise fluten sie nun Mallorca, lassen dort die Mietpreise für schöne Fincas durch die Decke gehen. Die Ferieninsel, eigentlich bekannt für Massentourismus, wird auch sonst immer teurer. Deshalb suchen Urluaberinnen und Urlauber mit kleinerem Budget zunehmend nach Alternativen – und sind in Bulgarien fündig geworden.
So haben britische Touristinnen und Touristen das Küstenstädtchen Sosopol für sich entdeckt, wie die «Daily Mail» berichtet. Der Ort mit gut 4000 Einwohnern versprüht dank der historischen Altstadt mit Mauer italienisches Flair. Direkt am Schwarzen Meer gelegen, aufgeteilt auf mehrere Halbinseln, besticht das Städtchen zudem mit schönen Sandstränden.
Bier ab 2 Euro, Essen für 10 Euro
Als Handelsstadt war Sosopol viele Jahrhunderte lang von internationaler Bedeutung. Nun lebt der Ort vom Tourismus, der seit den 1960er-Jahren ein wichtiges wirtschaftliches Standbein ist. Im Sommer verzeichnet Sosopol über 200'000 Gäste. Im Vergleich zu Hotspots in Italien ist das ein tiefer Wert. Den etwa gleich grossen Klippenort Positano an der Amalfiküste besuchen in der Hauptsaison von Ostern bis Oktober bis zu 12'000 Touristinnen und Touristen – pro Tag.
Was Sosopol zusätzlich attraktiv macht: Für Schweizerinnen und Schweizer ist der Ort dank tiefen Preisen ein richtiges Schnäppli. Ein Bier gibt es ab 2 Euro. Das Znachtessen im Restaurant kostet pro Person rund 10 Euro. Ein Doppelzimmer ist im Sommer ab 80 Euro die Nacht zu haben. Einziger Wermutstropfen: Sosopol ist von der Schweiz her nicht so einfach zu erreichen, es gibt keine Direktflüge in die Region. In die rund 30 Autominuten entfernte Stadt Burgas kommt man aber mit einem Zwischenstopp.
Auf der touristischen Landkarte gehört Bulgarien noch nicht zu den Topdestinationen. Das Land erlebt aber gerade einen Boom. 2025 verzeichnete es insgesamt 13,7 Millionen Gäste – 2,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im Dezember machte etwa ein anderes bulgarisches Städtchen auf sich aufmerksam. Damals wurde der Wintersportort Bansko zum billigsten Skigebiet Europas gekürt.
Andere Feriendestinationen bangen um ihren Tourismus
Im Gegensatz dazu befürchten einige etablierte Feriendestinationen einen schmerzhaften Tourismuseinbruch. In der Türkei sind die Übernachtungspreise explodiert, weil die Regierung im Sommer 2025 auf einen Schlag 20 Prozent der Hotels geschlossen hatte. Auf Zypern sind zuletzt Buchungen wegen der Nähe zu Israel massiv eingebrochen. Als Reaktion hat die Regierung ein Massnahmenpaket von 200 Millionen Euro beschlossen. Und auch Thailand kämpft um seine Gäste, die Tourismusbehörde hat sogar einen «War-Room» ins Leben gerufen, um die Tourismusströme zu beobachten.