Weil Touristen wegbleiben
Beliebte Mittelmeer-Insel bangt wegen Iran-Krieg um ihr Geschäftsmodell

Der Krieg im Iran trifft Zypern hart. Wegen der geografischen Nähe zum Nahen Osten bleiben Touristinnen und Touristen weg. Buchungen sind massiv eingebrochen, die Regierung hat ein Massnahmenpaket von 200 Millionen Euro beschlossen.
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Die Tourismusbranche auf Zypern gerät wegen des Iran-Kriegs zunehmend unter Druck.
Foto: imago images/Eibner Europa

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Tourismus auf Zypern leidet wegen Nahost-Krieg
  • Die Buchungen für März und April sind um 40 Prozent eingebrochen
  • Zypriotische Regierung plant deshalb ein Hilfspaket im Wert von 200 Millionen Euro
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Ostern steht vor der Tür – und damit das herbeigesehnte verlängerte Wochenende. Der perfekte Zeitpunkt für einen Kurztrip ins Ausland – eigentlich. Der Krieg, der seit über einem Monat im Nahen Osten tobt, macht ausländische Ferienreisen komplizierter als sonst. Die Verunsicherung bei vielen Reisenden ist gross – vielleicht wartet man mit der Buchung besser ab, statt kurzfristig absagen zu müssen oder irgendwo zu stranden. 

Besonders hart trifft diese Zurückhaltung die beliebte Ferieninsel Zypern. Denn sie liegt den Krisenherden im Nahen Osten geografisch näher als jeder andere EU-Staat: Der Libanon und Israel sind nur 150 bis 250 Kilometer entfernt. Damit liegen sie näher an der Mittelmeerinsel als Zürich an Genf. 

Hinzu kommt, dass eine iranische Drohne Ende März einen britischen Militärstützpunkt im Süden Zyperns angriff. Keine gute Werbung für reisehungrige Touristen, die über Ostern in die Wärme wollen. Für die zypriotische Tourismusbranche – aber auch für die Wirtschaft des ganzen Landes – ist das verheerend. Denn der Tourismus ist mit einem Anteil von rund 15 Prozent am Bruttoinlandprodukt eine der wichtigsten Einnahmequellen.

Buchungen um 40 Prozent eingebrochen

«Die Buchungen für März und April sind um fast 40 Prozent zurückgegangen», sagt Christos Angelides, Chef des zypriotischen Hotelierverbands, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Mehrere lokale Medien berichten zudem, dass die Stornierungen nicht nur für März und April, sondern auch für den Mai deutlich zugenommen haben.

Die grossen hiesigen Reiseveranstalter bestätigen gegenüber Blick, dass die Nachfrage nach Zypern-Reisen auch bei Schweizer Reisenden nachgelassen hat: «Bei Neubuchungen spüren wir aktuell eine leichte Zurückhaltung», sagt eine Sprecherin von Tui. Und auch bei Dertour Suisse heisst es: «Bei Destinationen im Umfeld der betroffenen Gebiete, wie Zypern oder Ägypten, sehen wir einen Rückgang der Nachfrage.» Der Geschäftsführer des Spezialanbieters ITS Coop Travel erklärt gegenüber Travelnews, dass die Buchungen für Zypern derzeit «nahe bei null» liegen. Auch Ägypten und die Türkei würden seit Kriegsausbruch weniger nachgefragt. 

Regierung schnürt Notfallpaket

Um die wirtschaftlichen Schäden durch den Nachfrageeinbruch abzufedern, hat die Regierung von Zypern ein Massnahmenpaket für den Tourismussektor geschnürt. Der Staat werde für den Monat April 30 Prozent der Löhne von Angestellten in Hotels und touristischen Unterkünften übernehmen, die nicht schon früher öffnen konnten, erklärte Präsident Nikos Christodoulidis (52) in einer Fernsehansprache. Denn wegen des Iran-Krieges haben mehrere Hoteliers auf der Insel den Saisonstart auf April statt März verschoben.

Zudem sollen Fluggesellschaften Unterstützung von der Regierung erhalten. Damit will Christodoulidis sicherstellen, dass die Insel nicht vom Streckennetz der Airlines abgeschnitten wird. So soll die Anbindung wichtiger Herkunftsmärkte von Touristen gesichert werden. Der Gesamtwert des Pakets beläuft sich auf 200 Millionen Euro.

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