Darum gehts
- Das EDA warnt vor Reisen nach Dubai, Doha und Abu Dhabi
- Swiss verdoppelt Direktflüge Zürich–Delhi mit zusätzlichem Airbus A330
- Schweizer verschieben ihre Ferienziele in sichere Länder
- Osterschnäppchen: Wochenaufenthalt Malta ab 1109 Franken, Ibiza ab 945 Franken
Für gewöhnlich ist im April die Auswahl an Oster-Reisezielen immens gross. Das ist dieses Jahr anders. Das EDA rät weiterhin von Reisen nach Dubai, Doha oder Abu Dhabi ab. Die Reisewarnung gilt auch für Transitaufenthalte am Flughafen dieser drei Städte. Somit werden auch Weiterflüge und Trips nach Asien, Australien und Neuseeland sowie Afrika zu einer Ochsentour.
Immerhin: Weil das Drehkreuz Dubai derzeit wegfällt, verdoppelt die Swiss im April und Mai die Anzahl der Direktflüge zwischen Zürich und Delhi. Die Fluggesellschaft setzt hier zusätzlich einen Airbus A330 ein.
Ägypten setzt auf frühere Sperrstunde
Der Nahost-Krieg wirkt sich indirekt auch auf Mittelmeerländer aus. Die beliebte Destination Ägypten zum Beispiel muss mit ihren Energiereserven haushalten. Einheimische und Touristen an vielen Orten im Land müssen sich an eingeschränkte Öffnungszeiten gewöhnen.
Cafés, Restaurants, Geschäfte und Einkaufscenter schliessen bereits um 21 Uhr, um Strom zu sparen. Auch die Beleuchtung an Strassen und Werbetafeln wird reduziert, berichten lokale Medien. Wie das Tourismusministerium kurz vor Umsetzung der neuen Regel präzisierte, sind beliebte Ferienorte wie Hurghada und Scharm el Scheich davon ausgenommen. Ebenso Restaurants, die häufig von Touristen frequentiert würden. Dauer der Massnahme: mindestens für die kommenden vier Wochen.
Für Ägypten, aber auch für Zypern und die Türkei gibt es derzeit keine Reisewarnung. Allerdings ist Vorsicht bei Reisen in Grenzregionen angebracht.
Verlagerung auf Destinationen im westlichen Mittelmeerraum
Auffallend: Die Nachfrage verlagert sich in diesen Tagen auf Destinationen im westlichen Mittelmeerraum, heisst es bei Dertour Schweiz auf Anfrage. Der Reiseveranstalter nennt als kurzfristige Ausweichziele Spanien, Italien und Frankreich. Diese Destinationen decken sich mit der Auswertung einer Umfrage von Booking, nach welchen Destinationen von Schweizerinnen und Schweizern auf der Buchungsplattform derzeit am häufigsten gesucht wird.
«Auch Malta oder Portugal sind für die Osterfeiertage und die kommenden Frühlingsferien sehr gefragt», sagt eine Dertour-Sprecherin. Sowohl für Malta als auch für Ibiza gebe es noch Last-Minute-Schnäppchen. Preisbeispiele für einen Wochenaufenthalt: Flug, Doppelzimmer und Frühstück ab 1. April gibt es in Malta für 1109 Franken pro Person. Einen Flug nach Ibiza sowie ein Zimmer im Viersternhotel mit Halbpension ist ab 945 Franken pro Person zu haben.
Spanische Flughäfen könnten um Ostern bestreikt werden
Aber Achtung: Zur Osterzeit sind Streiks an spanischen Flughäfen angekündigt. Neben grossen Drehkreuzen wie Madrid, Barcelona oder Málaga gehört auch der Airport von Palma de Mallorca zu den betroffenen Standorten.
Das heisst: Flüge könnten annulliert, Koffer nicht transportiert werden. «Wir raten Reisenden, regelmässig den Status ihres Flugs online zu überprüfen, frühzeitiger als üblich am Flughafen zu sein und sich an die Anweisungen der lokalen Behörden zu halten», heisst es bei Dertour.
Werden Flüge und Ferien nun teurer?
Noch seien die Preisaufschläge in Spanien und Portugal nicht massiv, sagen die Reiseveranstalter. Ihr Rat: So früh wie möglich zu buchen, bei Schnäppchen schnell zuschlagen. Für den Sommer rechnen Reiseveranstalter mit einem Run auf Destinationen im Mittelmeerraum, dazu gehören auch beliebte Ferieninseln wie Mallorca. Wegen der starken Nachfrage könnten hier die Preise empfindlich steigen.
Gerade im Sommer und Herbst sei mit Kapazitätsengpässen zu rechnen, was die Preise weiter in die Höhe treibe. Noch ein Preistreiber: Die Kosten fürs Flugbenzin, die derzeit für die Fluggesellschaften explodieren.
Airlines wie Air France-KLM, Cathay Pacific Airways und Air New Zealand haben in diesem Monat ihre Treibstoffzuschläge bereits erhöht. Ebenso die Lufthansa-Gruppe, zu der die Swiss und Edelweiss gehören. Die höheren Zuschläge für Kerosin und Co. spüren auch die Schweizer Fluggäste bereits im Portemonnaie. Die grosse Frage ist jetzt, wie lange der Nahost-Krieg dauert. Denn davon abhängig sind die aktuellen Einschränkungen in den Reiseländern im Mittelmeerraum.