Weil Ferien in Nahost ins Wasser fallen
Reiche Touristen fluten jetzt Mallorca statt Dubai

Die Golfregion ist wegen des Iran-Kriegs für Feriengäste weitgehend abgeschnitten. Stattdessen buchen Wohlbetuchte lieber Luxusvillen auf den Balearen. Immobilienmakler beobachten eine stark gestiegene Nachfrage. Das passt zu den Plänen der mallorquinischen Behörden.
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Statt in die Wüstenmetropole Dubai ...
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Seit dem erneuten Ausbruch des Iran-Kriegs haben sich Anfragen für Luxusvillen auf Mallorca verdreifacht
  • Die Nachfrage übersteigt teils das Angebot von luxuriösen Immobilien auf der Insel
  • Die Immobilienpreise im Luxussegment auf Mallorca stiegen jährlich um durchschnittlich 13 Prozent
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Die Wüstenmetropolen am persischen Golf haben ein Problem: Wegen des Iran-Kriegs können Touristen nicht mehr in Städte wie Abu Dhabi oder Dubai reisen. Für die Destinationen bricht eine wichtige Einnahmequelle weg. Um sich unabhängiger von ihren Ölvorkommen zu machen, haben sie sich zunehmend als Ferienziel und Influencer-Hotspot positioniert. Jetzt aber nagt der Krieg am Glitzer-Image von Dubai, wovon die Schweiz profitieren könnte. Und gleichzeitig müssen Tausende wohlhabende Touristen ihre geplanten Ferien in den Golfstaaten absagen. Statt ein Fünf-Sterne-Hotel in Dubai buchen Reiche jetzt lieber eine historische Finca mit Pool auf der Ferieninsel Mallorca. 

So ist die Nachfrage nach hochpreisigen Villen auf der Baleareninsel kurz nach dem Kriegsausbruch stark angestiegen, wie die Lokalzeitung «Ultima Hora» berichtet. Beim auf Luxusvillen spezialisierten Immobilienmakler Marcel Remus laufen derzeit die Telefondrähte heiss. Zahlreiche deutsche, österreichische, Schweizer und amerikanische Kunden hätten sich gemeldet, die jetzt lieber Ferien auf Mallorca statt in der Golfregion machen wollen.

«Seit der Situation in Dubai haben sich die Anfragen für Villenvermietungen verdreifacht», sagt Remus gegenüber der Zeitung. «Vor allem von Kunden, die ursprünglich ihre Osterferien oder auch die Maiferien in Dubai in Luxushotels verbringen wollten. Jetzt fragen sie nach Villen in Top-Lagen auf Mallorca, um ihren Urlaub hier zu verbringen.» 

Insel will mehr Reiche anlocken

Mallorca rückt als Destination immer mehr ins Visier der Reichen. Besonders wohlbetuchte Amerikaner und Amerikanerinnen haben die spanische Insel für sich entdeckt. Und statt nur Ferien zu machen, lassen sich diese immer öfter gleich ganz auf Mallorca nieder: So haben die Immo-Käufe von Amerikanern letztes Jahr um 150 Prozent zugelegt. 

Diese Entwicklung ist auch das Resultat der zahlreichen Massnahmen der mallorquinischen Behörden gegen Massentourismus. Auf der Insel soll Qualität künftig wichtiger sein als Quantität. Statt Ballermann-Besuchern will man ein zahlungskräftigeres Publikum anlocken. Die Pläne scheinen bereits Wirkung zu zeigen, gaben Mallorca-Touristen vergangenes Jahr doch 5 Prozent mehr aus als im Vorjahr. Heruntergebrochen auf den einzelnen Gast ergeben die Gesamtausgaben von 23,4 Milliarden Euro mehr als 200 Euro pro Tag. Und laut Schätzungen werden sich diese für 2026 nochmals um 1,3 Milliarden Euro erhöhen.

Mit dieser Entwicklung steigt auch die Nachfrage nach hochpreisigen Immobilien auf der Insel: Im Luxussegment sind die Preise in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich 13 Prozent pro Jahr gestiegen. Der eine oder andere vermögende Tourist, der nun auf Mallorca statt in Dubai Ferien macht, dürfte sicher Gefallen finden an der balearischen Hauptinsel. Und sich dort eine Finca kaufen, was die Immobilienpreise noch weiter steigen lassen dürfte.

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