Mega-Ansturm mitten im Winter
Mallorca-Touristen überrennen beliebten Ferienort

Die warmen Temperaturen auf der iberischen Inseln hat viele Feriengäste angelockt. Besonders das Städtchen Sóller bekam den Ansturm zu spüren – zum Ärger der Einheimischen. Es ist Ausdruck eines Wandels, den die mallorquinischen Behörden bewusst vorantreiben.
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Touristenmassen haben das mallorquinische Dorf Sóller in den letzten Tagen regelrecht geflutet.
Foto: IMAGO/VWPics

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Touristen fluten Sóller auf Mallorca im Winter bei 22 Grad
  • Einheimische klagen über Parkplatzmangel und Verkehrsstörungen
  • 2026 prognostizierte Tourismus-Ausgaben auf Mallorca: 24,7 Milliarden Euro
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Längst ist Sóller im Nordwesten von Mallorca kein Geheimtipp mehr. In der Hauptsaison schlendern unzählige Touristen durch die schmalen Gassen des pittoresken Städtchens. Und reissen sich um die begehrten Plätze in den Bars und Cafés am Hauptplatz Plaza Constitución. Mittlerweile ist der beliebte Ferienort nicht nur im Sommer überlaufen, sondern auch im Winter. So haben Touristenmassen Sóller in den letzten Tagen regelrecht geflutet, wie das «Mallorca Magazin» berichtet.

Demnach bevölkerten die vielen Feriengäste die Strassen und Trottoirs des Bergdorfs. Die Folge: Der Verkehr geriet ins Stocken, die Einwohner des 14'000-Seelen-Städtchens wurden aus ihrer gewohnten Winterruhe vor den grossen Anstürmen in der Hauptsaison gerissen. Und fanden plötzlich kein Platz mehr, um das eigene Auto zu parkieren. In den sozialen Medien machten Einheimische ihrem Ärger Luft: «Was ist das bitte für ein Wahnsinn?», schrieb ein Nutzer.

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Mallorca will mehr Gäste in Nebensaison

Die plötzliche Touristen-Flut hat viel mit dem Wetter zu tun. Auf Mallorca haben zuletzt ausgewöhnlich milde Temperaturen von bis zu 22 Grad geherrscht. Und auch in den nächsten Tagen soll das Thermometer jeweils an der 20-Grad-Marke kratzen. Viele Menschen entfliehen den nasskalten Temperaturen in Zentraleuropa und gönnen sich eine Winter-Auszeit auf Mallorca. Gerade im Norden Deutschlands, wo die iberische Halbinsel als Feriendestination besonders beliebt ist, war die letzten Wochen sehr kalt. Und auch bei uns in der Schweiz ist der Winter zurück.

Die ungewöhnlich vielen Besucher in Sóller sind aber auch Ausdruck einer grösseren Entwicklung. Mallorca befindet sich im Umbruch. Die mallorquinischen Behörden haben verschiedene Massnahmen ergriffen, um die iberische Hauptinsel zu einer Ganzjahresdestination zu machen. Heisst: Mehr Gäste in der Nebensaison, dafür weniger im überfüllten Sommer. Denn viele Einheimische haben die Nase voll vom ausufernden Party- und Massentourismus in den warmen Monaten. Und die Politik kommt den Forderungen aus der Bevölkerung für einen nachhaltigeren Tourismus mehr und mehr nach.

Insel will mehr Reiche anlocken

Diese Bestrebungen sind bereits in den offiziellen Tourismuszahlen für 2025 sichtbar. Von Januar bis April und im November und Dezember zeigten sich die Feriengäste besonders zahlungsfreudig. Dagegen stagnierte der Umsatz im Sommer, was einen Aufschrei bei Restaurants, Tour-Betreibern und Einzelhändlern ausgelöst hatte.

Dabei sind die Zahlen eigentlich rosig: Laut Schätzungen werden die Touristen in diesem Jahr 24,7 Milliarden Euro auf Mallorca ausgeben. Heruntergebrochen auf den einzelnen Feriengast sind das im Schnitt über 200 Euro pro Tag. Auf der Ferieninsel soll Qualität künftig wichtiger sein als Quantität – zahlungskräftiges Publikum statt Ballermann-Volk. Und das besser übers Jahr verteilt. Das bedeutet aber auch, dass man im beliebten Städtchen Sóller auch auf gewissen Touri-Trubel im Winter gefasst sein muss.

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