Darum gehts
- Mallorca-Tourismus meldet höhere Einnahmen im 2025
- Touristen gaben in der Nebensaison deutlich mehr Geld aus
- Ausgaben pro Tourist sollen 2026 über 200 Euro täglich erreichen
Der Aufschrei in der Hochsaison war gross. Die mallorquinische Tourismusbranche beklagte sich im letzten Sommer über sinkende Umsätze. «Wir haben zu viele Dieseltouristen», motzte damals Pepe Tirado, Präsident des Unternehmerverbands Acotur. «Sie laufen viel und geben wenig aus.» Die Mallorca-Beizer schlugen zuerst Alarm. Es folgten Tour-Organisatoren, Einzelhändler und Transportunternehmen.
Jetzt zeigen Zahlen: Die Hilferufe kamen offensichtlich zu früh. Der balearische Vizeregierungschef und Wirtschaftsminister Antoni Costa (50) präsentierte an der internationalen Tourismusmesse Fitur in Madrid die neusten Daten. Die Ausgaben der Touristen stiegen im vergangenen Jahr um knapp 5 Prozent auf 23,4 Milliarden Euro, wie verschiedene mallorquinische Medien berichten. Und das, obwohl die Besucherzahlen auf der balearischen Insel nur um 2 Prozent nach oben gingen. Heisst: Die Gäste haben im Schnitt mehr Geld auf der Ferieninsel liegenlassen als 2024.
200 Franken täglich pro Gast
Jeder Mallorca-Tourist gab pro Tag durchschnittlich 197 Euro aus. Ausländische Gäste waren mit 215 Euro täglich sogar noch spendabler. Im Hochsommer zeichneten gewisse Branchen aber ein anderes Bild. Die Umsätze stagnierten. Der Grund für die trotzdem höheren Zahlen: Die ruhigere Nebensaison lief wie geschmiert. Von Januar bis April und im November und Dezember zeigten sich die Touristen besonders zahlungsfreudig.
«Wir befinden uns auf dem Höhepunkt der Touristenausgaben», freut sich Costa. «Und der Durchschnitt wird 2026 weiter steigen.» Er rechnet damit, dass die Touristen dieses Jahr gesamthaft 24,7 Milliarden Euro auf Mallorca ausgeben werden. Damit zieht auch der durchschnittliche Betrag pro Tourist auf über 200 Euro pro Tag an. In anderen Worten: Ferien werden für Mallorca-Fans künftig stärker ins Geld gehen.
Diese Entwicklung ist ganz nach dem Gusto der Lokalregierung. Mallorca befindet sich im Umbruch. Auch weil sich die Einheimischen immer lauter gegen den ausufernden Party- und Massentourismus wehren. Auf der Ferieninsel soll Qualität künftig wichtiger sein als Quantität. Ausdruck dieses Wandels ist, dass gut betuchte Amerikaner die balearische Hauptinsel für sich entdeckt haben – und sich dort Fincas kaufen.