Aus nach 156 Jahren
Basler Traditions-Confiserie Schiesser schliesst – für immer

Die traditionsreiche Confiserie Schiesser ist Geschichte: Am 30. Juni wurde der Konkurs über das Geschäft am Marktplatz in Basel eröffnet. Das älteste Kaffeehaus der Schweiz gibts seit 1870. Des Aus ist tragisch – erst im April ist der Inhaber überraschend verstorben.
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Die Confiserie Schiesser in Basel wurde 1870 gegründet.
Foto: PD

Darum gehts

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  • Confiserie Schiesser in Basel, ältestes Kaffeehaus der Schweiz, schliesst nach Konkurs
  • Langjähriger Inhaber Stephan Schiesser starb im April mit 69 Jahren
  • Bäckereisterben: Seit 2023 schlossen mehrere Traditionsbetriebe wie Montanari in Wetzikon
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Woche für Woche schliesst in der Schweiz eine Bäckerei oder Confiserie ihre Tore für immer. Diesmal triffts mit der Confiserie Schiesser am Marktplatz in Basel ein besonders traditionsreiches Haus. Seit 1870 und mittlerweile in der fünften Generation wird es betrieben – und ist damit das «älteste Kaffeehaus der Schweiz mit Confiserie-Schokoladen-Manufaktur und Backstube im Hause», wie es auf der Homepage heisst.

Jetzt ist das traditionsreiche Geschäft mit grossem Tearoom im Stil eines Wiener Kaffeehauses pleite. Am 30. Juni wurde der Konkurs eröffnet, wie dem Amtsblatt des Kantons Basel-Stadt zu entnehmen ist. Zuerst hat das Portal BZ Basel darüber berichtet. Über Generationen war Schiesser weit über die Stadtgrenzen hinaus für Pralinen, Torten, Kaffee und natürlich die kultigen Basler Läckerli bekannt.

Inhaber im April gestorben

Bereits im vergangenen Jahr geriet das Unternehmen unter Druck. Damals musste die Filiale im UBS-Hauptsitz in Basel geschlossen werden. Als Grund nannte die Geschäftsleitung die stark rückläufige Kundschaft. Weil immer weniger Menschen Bankfilialen besuchten, lohnte sich der Standort nicht mehr.

Besonders tragisch ist der Zeitpunkt des Konkurses. Erst Ende April war Stephan Schiesser, der langjährige Inhaber und Vertreter der fünften Familiengeneration, im Alter von 69 Jahren überraschend verstorben. Die operative Geschäftsführung hatte zwar bereits vor zwei Jahren Jochen Mauracher übernommen, doch Schiesser blieb damals Verwaltungsratspräsident.

Nur wenige kennen das Erfolgsrezept

Das Schweizer Bäckereisterben scheint kein Ende zu nehmen. Erst vor einigen Tagen wurde bekannt, dass die Bäckerei-Konditorei Gasser in Suhr AG die Türen schliesst. Seit Ende Juni ist es vorbei für den Traditionsbetrieb, nur drei Jahre, nachdem der derzeitige Chef Markus Nadler (46) die Bäckerei von den langjährigen Betreibern übernommen hatte. Nach 91 Jahren ist auch in Wetzikon ZH Schluss: Die Traditionsbäckerei Montanari schliesst am 31. Juli endgültig. Die Inhaber konnten keine Nachfolge finden.

Auch mittelgrosse Betriebe mit mehreren Filialen müssen leiden. Steigende Kosten und fehlendes Personal zwangen die Bäckerei Frei aus Nussbaumen AG dazu, drei Filialen in Turgi und Baden bis Ende Juni zu schliessen. An den übrigen Standorten muss in Zukunft die Auswahl an Produkten schrumpfen.

Nur wenige Bäckereien können gegen den Wandel ankämpfen. Besonders schwer haben es kleine Betriebe. Grössere Bäckereien mit mehreren Standorten haben bessere Überlebenschancen, wie die vegane Bäckereikette Bakery Bakery beweist. Sie scheint das Erfolgsrezept in den Schweizer Städten geknackt zu haben. Die Jungunternehmer Lycra Stattmann (33) und Kevin Schmid (33) schaffen es, eine Bäckerei nach der anderen zu eröffnen. Aber auch Kleine trotzen dem Beck-Sterben – mit viel Einsatz: Kevin Hofmann (33) steht täglich bis zu 20 Stunden in der Backstube seiner Bäckerei Hofmann in Urdorf ZH.

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