Kein Nachfolger gefunden
Zürcher Familienbeck schliesst nach 91 Jahren

Nach 91 Jahren ist Schluss: Die Traditionsbäckerei Montanari in Wetzikon ZH schliesst am 31. Juli endgültig. Der Grund: Die Inhaber konnten keine Nachfolge finden. Ob der kleine Beck aus dem Zürcher Oberland von einer grösseren Kette übernommen wird?
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Die Bäckerei Montanari schliesst am 31. Juli nach 91 Jahren für immer ihre Türen.
Foto: Google Maps Street View

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Bäckerei Montanari in Wetzikon ZH schliesst nach 91 Jahren am 31. Juli
  • Hauptgrund: Keine Nachfolge, Kinder wollen den Betrieb nicht übernehmen
  • Gegründet 1935, zuletzt auf Catering und Lieferservice spezialisiert
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Seit 91 Jahren steht die Bäckerei Montanari in Wetzikon im Zürcher Oberland. Markus Montanari (53) und seine Frau Barbara Hess-Montanari führen sie bereits in dritter Generation. Ende Juli ist es aber vorbei mit dem Familienbetrieb. Die Bäckerei schliesst am 31. Juli für immer die Türen, wie das Newsportal ZO Online berichtet.

In der Schweiz beobachtet man derzeit ein regelrechtes Bäckereisterben: Gefühlt vergeht kaum eine Woche, in der nicht mindestens ein Beck den Bettel hinschmeisst. Das hat mehrere Ursachen – vielen bricht die finanzielle Lage das Genick. Wirtschaftlich geht es bei der Bäckerei Montanari allerdings noch gut – auch nach dem Strategiewechsel im Sommer 2025. Der Beck hatte damals schon den Laden und das Café an der Dorfstrasse geschlossen und konzentrierte sich auf Catering, Lieferservice und den Znüni-Service für Firmen oder Schulen.

Ohne Nachfolge geht es nicht weiter

Der Grund, weswegen das 1935 gegründete Lokal jetzt schliessen muss: Es ist keine Nachfolge da. Die Kinder des Betreiberpaars wollen die Bäckerei nicht weiterführen. Das Loslassen fällt den Montanaris schwer. «Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen», schreiben sie auf der Homepage der Bäckerei. Schon letztes Jahr hätte Montanari es in Betracht gezogen, die Bäckerei zu schliessen, sagt er gegenüber dem Portal. Das war dem Familienvater aber zu früh. Jetzt ist endgültig die Zeit gekommen. Glücklicherweise haben alle Mitarbeitenden schon Anschlusslösungen gefunden. 

Was passiert nun mit der Bäckerei? Springt womöglich eine grössere Kette in die Bresche? Die Montanaris schreiben auf ihrer Webseite, dass sie mit der Bäckerei Hausammann aus Zürich in Kontakt sind und dass diese sowohl bestehende Lieferungen als auch Znüni-Touren übernehmen würden. Ob die Montanaris die Bäckerei vielleicht ganzheitlich an Hausammann übergeben würden? Eine Anfrage von Blick lässt der Bäckerei- und Konditormeister unbeantwortet.

Bäckereisterben wird zur Epidemie

Das Bäckereisterben scheint kein Ende zu nehmen. Erst vor einigen Tagen wurde bekannt, dass die Bäckerei-Konditorei Gasser in Suhr AG die Türen schliesst. Ende Juni ist es vorbei für den Traditionsbetrieb, nur drei Jahre nachdem der derzeitige Chef Markus Nadler (46) die Bäckerei von den langjährigen Betreibern übernommen hatte.

Auch in Root LU ist für den Beck Müller nach 115 Jahren Schluss. Inhaber Christof Müller (49) musste 13 Stunden pro Tag chrampfen, damit der Betrieb noch rentierte. Die finanzielle Knappheit wurde durch die Teuerung verschärft. Auch treue Mitarbeiter konnten nicht mehr helfen.

Es trifft nicht nur die Kleinen

Auch mittelgrosse Betriebe mit mehreren Filialen müssen leiden. Steigende Kosten und fehlendes Personal zwangen die Bäckerei Frei aus Nussbaumen AG dazu, drei Filialen in Turgi und Baden bis Ende Juni zu schliessen. In den übrigen Standorten muss in Zukunft die Auswahl an Produkten schrumpfen.

Nur wenige Bäckereien können gegen den Wandel ankämpfen. Die vegane Bäckereikette Bakery Bakery scheint das Erfolgsrezept in den Schweizer Städten geknackt zu haben. Die Jungunternehmer Lycra Stattmann (33) und Kevin Schmid (33) schaffen es, eine Bäckerei nach der anderen zu öffnen. Und auch die Bäckerei Hofmann in Urdorf ZH trotzt dem Bäckereisterben. Nur erfordert das unglaublich viel Zeit: Inhaber Kevin Hofmann (33) büezt täglich bis zu 20 Stunden.

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