«Die Leute fragen, ob es noch freie Plätze gibt»
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WM-Fieber in Herisau:«Die Leute fragen, ob es noch freie Plätze gibt»

Auch in Beizen herrscht Torhunger – steigt jetzt das WM-Fieber?
«Für Samstagabend sind wir seit Tagen ausgebucht»

Volle Beizen, kühles Bier, emotionale Spiele: Eine Fussball-WM ist für viele Restaurants und Bars ein gutes Geschäft. Aber noch ist in der Gastronomie nicht die grosse Feststimmung ausgebrochen. Jetzt hoffen alle auf das Wetter – und Siege der Schweizer Nati.
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Die Sportbar Bern von Wirtin Michaela Mraskowa ist für den WM-Auftakt der Schweizer seit Tagen ausgebucht.
Foto: Philippe Rossier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die WM 2026 sorgt für verhaltene Begeisterung in Schweizer Gastronomiebetrieben
  • Ungünstige Anspielzeiten und Wetter bremsen Interesse an Public Viewing
  • Nun sollen Schweizer Siege für Euphorie und volle Beizen sorgen

Die Fussball-WM 2026 bietet so viele Spiele wie noch kein Turnier davor. Eine Riesenchance für die Gastronomie. Oder? «Die WM war im Vorfeld nicht das grosse Thema bei den Gästen», sagt Manuela Ehammer (50) vom Restaurant im Treffpunkt in Herisau AR. Bei anderen Wirten mit Public Viewing klingt es ähnlich verhalten.

Die gedämpfte Stimmung hat mehrere Gründe: das miese Wetter der letzten Tage, die ungünstigen Anspielzeiten, die Debatte über horrende Ticketpreise, US-Präsident Donald Trump und sein Buddy, Fifa-Präsident Gianni Infantino. Für Urs Kohler (59) vom Zic Zac in Allschwil BL, dessen Lokal bei grossen Turnieren oft mehrere Hundert Gäste anzieht, ist klar: Das Interesse an der WM 2026 ist geringer als bei früheren Welt- und Europameisterschaften.

Betriebe locken mit WM-Specials

Viele Betriebe lassen sich was einfallen, um den Gästen die Spiele trotzdem schmackhaft zu machen: In der Berner Fussballbar Goal etwa lockt ein Oranje-Spezialprogramm, wenn die Niederländer spielen. Kohlers Zic Zac serviert Speisen und Biere passend zu den spielenden Nationen. Und das Werk 7 in Frick AG empfängt die Fussballfans nachmittags zum grossen Panini-Tausch.

«Der Appetit kommt mit dem Anpfiff», ist sich Ehammer sicher. Erfahrungsgemäss steige die Begeisterung mit jedem Match. «Aber klar: Die Spielzeiten sind alles andere als optimal.» Wenigstens kicken die Schweizer und die Deutschen zu vernünftigen Zeiten, heisst es aus der Sportbar Bern von Michaela Mraskowa (32): «Für Samstagabend, wenn die Schweiz ins Turnier startet, sind wir seit Tagen ausgebucht.» Auch deshalb sucht Mraskowa bis kurz vor Anpfiff noch Verstärkung fürs Team: «Wir suchen noch Personal. Es werden strenge Tage. Aber wir freuen uns.»

Höchstens so gut wie frühere Turniere

Zusätzliches Personal, Bewilligungen, Spezialprogramm: Ob sich der Aufwand lohnt, hängt auch von der Schweizer Nationalmannschaft ab. «Wir rechnen während den Schweiz-Spielen und ab den Viertelfinals mit mehr Gästen, jedoch nicht für die Gruppenphase», sagt Marc Rüede (41) vom Werk 7.

Auch der Basler Gastronom Lukas Wyniger (49) erwartet, dass die Euphorie dann steigt, wenn die Schweizer Nati erfolgreich spielt. Er setzt in den Lokalen St. Jakob und 1777 auf Fussball. Insgesamt rechnet Wyniger mit vergleichbaren Umsätzen wie bei anderen grossen Turnieren. Pessimistischer ist Kohler aus dem benachbarten Allschwil: «Die WM wird Zusatzumsatz bringen. Aber sie wird kaum an frühere Turniere herankommen.»

Lokale prüfen genau, welche Spiele rentieren

Umsatz ist das eine, Kosten das andere. Betriebe müssen abwägen, welche Spiele sich überhaupt lohnen. Während einige Lokale nahezu das gesamte Turnier übertragen, konzentrieren sich andere auf Schweizer Partien und die ausgewählte K.-o.-Spiele. «Für uns lohnt es sich nicht zu öffnen, wenn um ein Uhr morgens nur ein Gast Ghana – Panama schauen will», bringt es Patrick Zürcher (50) von der Ändstation Bar in Bern auf den Punkt.

Entsprechend vorsichtig planen die Gastronomen den Personaleinsatz. Während die Sportbar in Bern noch Verstärkung sucht, setzen andere Betriebe auf flexible Aushilfen oder interne Lösungen. Ehammer arbeitet erstmals mit Stefan Kull von der Amadeus-Bar in Herisau zusammen – gemeinsam steht ihnen mehr Personal zur Verfügung. Und im Zic Zac können Mitarbeitende aus dem Bankettbereich aushelfen.

Behörden zeigen sich grosszügig

Immerhin sind viele Gemeinden grosszügig mit Sonderbewilligungen für nächtliche Fussballfeste: In Basel zum Beispiel haben Bars und Restaurants an Spieltagen keine Vorschriften, wann sie die Gäste rauswerfen müssen. Und in Bern darf bis nach ein Uhr nachts Fussball gezeigt werden. Aus Respekt vor den Nachbarn nutzen aber nicht alle den gewährten Spielraum aus. Sportbar-Wirtin Mraskowa aus Bern etwa wird die Gäste ab 23.00 Uhr nach drinnen bitten.

Zusätzliche Einnahmen Ja, Rekordsommer Nein. So lässt sich die aktuelle Stimmung im Gastgewerbe zusammenfassen. Letztlich läuft es auf eine einfache Formel hinaus: gutes Wetter plus möglichst viele Schweizer Siege gleich volles Haus und volle Kassen.

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