Hier rutscht Camille Rast am Tor vorbei
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Sieg nach kurzer Zeit futsch:Hier rutscht Camille Rast am Tor vorbei

Rast (26) verspielt Top-Ausgangslage – Scheib holt Riesen-Kristall
Nach 15 Sekunden ist die Kugel futsch

Camille Rast (26) führt nach dem ersten Lauf. Und dann? Dauert es nicht lange bis zum Ausfall. Julia Scheib (27, Ö) gewinnt die Diszipilnenwertung vorzeitig. Emotionen zeigt sie kaum.
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Julia Scheib erlöst Ski-Österreich. Die 27-jährige holt die wohl einzige Kristallkugel für Rot-Weiss-Rot in diesem Winter.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Camille Rast scheidet im Riesenslalom von Åre nach 15 Sekunden aus
  • Rast verpasst Riesenslalom-Kristallkugel, Julia Scheib sichert sich den Titel
  • Fünf Schweizerinnen in den Punkten, jedoch ohne Spitzenresultat
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Mathias GermannReporter Sport

Als Camille Rast um 13.55 Uhr im Starthaus von Åre (Sd) steht, ist es still. «Es gibt kein schöneres Gefühl», sagte sie kürzlich. Sie mag es, nach dem ersten Lauf zu führen. Dann startet keine mehr nach ihr. Alle sind schon unten. Der Druck, dass alle nur noch auf sie warten, lähmt Rast nicht. Im Gegenteil. Das hat sie oft bewiesen – auch bei ihrem WM-Titel vor einem Jahr.

Klappt es diesmal auch? Nein. Nach zehn Toren und 15 Sekunden ist Schluss. Rast fährt ein Tor direkt an, gerät zu tief, erwischt einen Schlag und scheidet aus. Ohne Sturz. Schmerzhaft ist der Moment trotzdem. Und wohl auch die Stunden danach. «Vielleicht habe ich zu viel Risiko genommen. Ich kam nicht weit, das kann man besser machen. Ich bin enttäuscht», sagt sie bei SRF.

Rast verspielt nicht nur das Rennen, sondern auch ihre Chance auf die Riesenslalom-Kristallkugel. Sie relativiert: «Ich werde immer nach der Kugel gefragt. Aber mir geht es mehr um dieses Rennen.»

Rasts Chancen waren ohnehin klein. 89 Punkte Rückstand hatte sie auf Julia Scheib (27). Und weil die Österreicherin im Ziel führte, wusste Rast: Sie muss gewinnen. Platz zwei hätte nicht gereicht. Vielleicht ging sie deshalb noch näher ans Limit. Es ging schief. «Julia hat das verdient. Sie war in dieser Saison die Beste», sagt Rast. Ihr eigenes Ziel vor dem Winter war ein Platz unter den ersten sieben. Nun kämpfte sie bis kurz vor Schluss um Rang eins. Das ist ein Erfolg – an diesem Frühlingstag in Åre aber kein Trost.

Scheib erlöst Ski-Österreich

Am Ende jubelt Scheib. Oder besser: Sie wirkt erleichtert. Im ORF sagt sie: «Ich will meine Emotionen auf einem gewissen Level halten. Wenn einmal ein Rennen misslingt, will ich auch nicht ins Bodenlose fallen. Es kann auch jetzt halbwegs normal bleiben.» Ganz ohne Feier geht es aber nicht: «Mit dem Team werden wir schon noch eine Gaudi haben.»

Verdient hätte sie sie. «Als mein Sieg feststand, lief eine oder zwei Sekunden lang mein ganzes Leben an mir vorbei. Die schönen, aber auch die schweren Momente.» Davon gab es viele: Kreuzbandriss, pfeiffersches Drüsenfieber, noch ein Kreuzbandriss. Und immer wieder Zweifel. Obwohl sie die beste Riesenslalomfahrerin des Winters war, verpasste sie bei Olympia eine Medaille. «Damit hatte ich zu kämpfen. Aber ich habe es schnell abgehakt.»

Deutlich emotionaler reagiert Österreichs Frauen-Cheftrainer Armin Assinger. Er spricht von der einstigen Problem-Disziplin Riesenslalom. «Bei uns war sie jahrzehntelang verpönt. Immer wieder hiess es: Skandal. Und jetzt macht das diese Julia Scheib. Ich bin sprachlos – und innerlich freu ich mich brutal.» Es ist Österreichs erste Riesenslalom-Kugel seit Eva-Maria Brem vor zehn Jahren. Und wohl die einzige in diesem Winter – Männer eingeschlossen.

Fünf Schweizerinnen holen Punkte

Zurück zu Rast. Scheib findet nur gute Worte für sie: «Camille war unglaublich stark, auch im Slalom. Und sie ist ein sehr netter Mensch.»

Fünf Schweizerinnen holen Punkte: Vanessa Kasper (16.), Stefanie Grob (17.), Wendy Holdener (19.), Dania Allenbach (24.) und Sue Piller (27.). Kein Spitzenresultat. Aber die Hoffnung wächst, dass der Abstand zwischen Rast und dem Rest des Teams kleiner wird.

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